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Cherine immer schwächer – ein letzter Wunsch bleibt

Alle Therapien und Medikamente abgesetzt Cherine immer schwächer – ein letzter Wunsch bleibt

Der unheilbar an Krebs erkrankten Cherine (6) aus Oranienburg geht es immer schlechter. Das sagte ihre Mutter Jenny Krautwald. Deshalb soll auf den Wunsch des Kindes hin das Weihnachtsfest vorverlegt werden. Mit Hilfe von Spendern soll Cherine noch ein letzter Herzenswunsch erfüllt werden.

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Jenny Krautwald beim gemeinsamen Ostseeurlaub mit Cherine (6) und ihrem Bruder Domenik (17).

Quelle: privat

Oranienburg. „Auch ein Kämpferherz hat irgendwann keine Kraft mehr.“ Diese traurigen Worte hat Mama Jenny Krautwald in dieser Woche veröffentlicht. Die Mutter der unheilbar an Krebs erkrankten Cherine aus Oranienburg erzählte der MAZ, dass es ihrer Tochter sehr schlecht geht. Sie habe „so sehr abgebaut, dass jetzt alle Therapien und Medikamente abgesetzt wurden, da ihr kleiner Körper einfach nicht mehr möchte“. Sie habe geglaubt, dass ihre kleine Löwin noch lange kämpft. Aber leider sei das Leben „manchmal sehr ungerecht“.

Die Mutter berichtet auf Nachfrage von einem gemeinsamen Urlaub im Ostseebad Karlshagen im Juli – und davon, dass für Cherine noch ein ganz großer Wunsch in Erfüllung ging: Sie wurde am 3. September in die neue Comeniusschule eingeschult. „Die Einschulung war sehr schön und emotional“, so die Mama. „Danach gab es eine tolle Kutschfahrt durchs Grüne und dann wurde richtig gefeiert. Ein sehr schöner Tag.“ Sie bedankt sich bei allen, die Cherine eine Schultüte zukommen ließen.

Stolz mit Zuckertüte

Stolz mit Zuckertüte: Die kleine Cherine als Schulkind.

Quelle: privat

Nach drei Wochen Unterricht sei es der Sechsjährigen aber zusehens schlechter gegangen. Das hatte die Auswertung der MRT-Untersuchung am 23. September bereits angekündigt: Danach war der Tumor zwar im Zerstörungsmodus, aber unverändert groß. Und er werde sich regenerieren, hatten die Ärzte gesagt. Mit Beginn der Herbstferien habe sich Cherines Zustand rapide verschlechtert, sagt die Mutter. Mittlerweile brauche ihr Kind rund um die Uhr Pflege und Betreuung. Nach einem Besuch des Berliner Ärzteteams am Montag sei am Dienstag sofort ein Pflegebett geliefert worden. Da das Mädchen nicht mehr alleine essen und schlucken kann, bekomme sie in den nächsten Tagen eine Magensonde.

„Ich habe mich dazu entschieden, in kein Hospiz zu gehen und Cherine zu Hause zu behalten, um es ihr noch so schön wie möglich zu machen“, sagt Jenny Krautwald. Vor der Einschulung habe ihre Tochter von einer Züchterin einen Hundewelpen als Wegbegleiter bekommen. Jetzt wolle sie zu Hause sein, wo auch ihre „Enni“ ist.

Leider sei die Zeit gegen die Familie. Deshalb habe sie versucht, die vergangenen Wochen so gut wie möglich zu nutzen. „Wir haben viel unternommen“, sagt Jenny Krautwald. Kino, Tierpark, Ausflüge. Auf Wunsch von Cherine werde für sie nun auch Weihnachten vorverlegt.

Eine Sache hat jedoch nicht geklappt – die Tour ins Disneyland nach Paris, für die viele Menschen in Oberhavel fleißig gespendet haben und die bereits organisiert war. Dafür war Cherine nach Bestrahlungen und Chemotherapien zu schwach. „Ich hätte sie im Rollstuhl von A nach B schieben müssen, aber sie hätte kaum etwas mitmachen können“, sagt Jenny Krautwald.

Cherine während einer Phase, in der sie körperlich geschwächt war

Cherine während einer Phase, in der sie körperlich geschwächt war.

Quelle: privat

Genau diese Umstände führen nun zu Irritationen um einen Teil der Spenden, die Jenny Rauer aus Germendorf organisiert hatte. Auf mindestens 3000 Euro schätzt die befreundete Mutter diese Gesamtsumme. Unklarheit herrsche noch immer darüber, wie das Geld genutzt wird. Mittlerweile sei es für ihre Kleine nahezu für alles zu spät, da der körperliche Zustand kaum noch etwas zulasse, so Jenny Krautwald.

Passend zum Schulanfang hatte Cherine ihren ersten Milchzahn verloren

Passend zum Schulanfang hatte Cherine ihren ersten Milchzahn verloren.

Quelle: privat

Die Mama bereitet sich unterdessen auf das Schlimmste vor. „Ich werde mich in der nächsten Woche mit dem Bestatter zusammensetzen, damit alles vorbereitet ist.“ Die Mutter erzählt auch, wie gelegen die bislang nicht ausgezahlten Spenden kämen, um Cherine ein schönes vorgezogenes Weihnachtsfest zu ermöglichen. Und, um der Sechsjährigen einen würdigen letzten Abschied zu bereiten.

Eine schreckliche Diagnose

Cherine leidet unter einem Ponsgliom. Dieser Tumor ist nach Aussage der Ärzte wegen seiner komplizierten Lage im Stammhirn nicht operativ zu entfernen.

Die Diagnose hatte die Mutter zwei Tage nach dem sechsten Geburtstag von Cherine im vergangenen April erhalten.

Die Chemo- und die Strahlentherapien schlugen bei Cherine nicht im gewünschten Maße an.

Nachdem sich eine befreundete Mutter mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit gewandt hatte, spendeten sehr viele Menschen für das todkranke Kind, darunter zahlreiche Sportler. Es gab unter anderem Benefizspiele und einen Spendenlauf.

Von Helge Treichel

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