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Chormusik in Perfektion

Schönfließ Chormusik in Perfektion

Perfekt, fantastisch und großartig lauteten die begeisterten Beschreibungen der Konzertbesucher nach dem Konzert des Norddeutschen Kammerchores anlässlich der Schönfließer Sommermusiken. 2015 war das Ensemble für seine CD-Einspielung mit Werken von Melchior Franck mit dem Echo-Klassik-Preis ausgezeichnet worden.

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Die 23 Chorsänger beeindruckten mit einem warmen, homogenen Chorklang.

Quelle: Foto: Ulrike Gawande

Schönfließ. Es sei das beste Konzert gewesen, das sie im Rahmen der Sommermusiken gehört habe, begeisterte sich am Sonnabend eine Zuhörerin nach dem Auftritt des Norddeutschen Kammerchores in der Dorfkirche Schönfließ.

Perfekt, fantastisch und großartig waren weitere Adjektive, mit denen Besucher das gelungene Konzert des semiprofessionellen Ensembles, das 2015 für seine CD-Einspielung mit Werken von Melchior Franck mit dem Echo-Klassik-Preis ausgezeichnet worden ist, beurteilten. „Das war hohe Sangeskultur. Der Chor hat wie ein Instrument geklungen, mit dem die Chorleiterin einfühlsam musiziert hat“, beschreibt Johannes Telschow aus Zehlendorf sein Konzerterleben. Er hätte nur gerne auf den abschließenden, begeisterten Applaus verzichten können, so Telschow, schließlich habe die Musik der beeindruckenden Messe für Doppelchor des Schweizer Komponisten Frank Martin für sich gesprochen. Die christliche Botschaft der Texte des Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei sei durch die ausdrucksstarke Komposition von Martin noch einmal musikalisch verstärkt worden.

Es war in der Tat ein eindringlicher Hörgenuss, die intonations- und stimmlich anspruchsvolle Messe, die zu den klangschönsten geistlichen Chorwerken des 20. Jahrhunderts gehört, von diesem homogen und ausgewogen warm klingenden Chor zu hören. Frank Martin hatte die Messe 1922 begonnen und 1926 mit dem letzten Satz des Agnus Deis vollendet. Doch erst 1963 wurde sie in Hamburg entdeckt und uraufgeführt.

Besonders den Bässen und den hohen Sopranstimmen verlangt Martins Messe in den Extremlagen einiges an Leistung ab. Mit zusammen 13 Bässen und Tenören gegen neun Frauenstimmen, bildeten die Männerstimmen aber ein Klangfundament, auf dem die Frauen ihre stimmliche Strahlkraft entfalten konnten. „Der Chor glänzt durch seine Präzision und durch seine jungen Stimmen. Perfekt“, waren sich Renate und Rüdiger Bährens aus Berlin-Tegel einig. Durch die Doppelchörigkeit der Messe, die teilweise 16-stimmig ist, war von jedem Chormitglied vollste Konzentration gefordert. Mal sanft und filigran, dann hinein in ein mächtiges Fortissimo; Chorgründerin Maria Jürgensen führte den Chor mit klarem, einfühlsamen Dirigat durch das 30-minütige Werk.

Im ersten Teil des Konzertes erklangen zuvor Bachs fünfstimmige Motette „Jesu, meine Freude“ sowie vier Stücke aus den „Acht geistlichen Gesängen“ Opus 138 von Max Reger. In der Dorfkirche, die bereits mit Gerüsten für die in der kommenden Woche beginnenden Renovierungsarbeiten versehen war, kam besonders die Schlichtheit der regerschen Chorsätze zur Geltung. „Der Chor ist toll und die Kirche schön“, so die positive Konzertzusammenfassung von Lia Puder aus Berlin, die zusammen mit zwei Chorfreunden des Humboldtchores nach Schönfließ gekommen war. Es hatte sich gelohnt.

Von Ulrike Gawande

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