Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Clooney streichelte den "Sexiest Dog alive"

Bernhard Hanke blickt auf die "Monuments Men" zurück Clooney streichelte den "Sexiest Dog alive"

Historische Panzer, Busladungen voller Komparsen und mittendrin George Clooney. Der Hollywood-Star drehte in der früheren Lungenheilstätte am Grabowsee den Film "The Monuments Men", der jetzt auf der Berlinale Premiere feiert. Warum Clooney sich damals nicht nur in den Drehort verguckte, erzählt Grundstücksverwalter Bernhard Hanke im MAZ-Interview.

Voriger Artikel
Messer-Attacke auf 21-jährige Pflegerin
Nächster Artikel
Warnstreik an der Turm-Erlebniscity

George Clooney und Vereinschef Bernhard Hanke (r.) auf dem Gelände am Grabowsee bei Friedrichsthal.

Quelle: Privat

Friedrichsthal . MAZ: Sie waren bei den viertägigen Dreharbeiten dabei und sind auf Facebook mit George Clooney zu sehen. Wie haben Sie ihn erlebt?

Bernhard Hanke: George Clooney ist kein abgehobener Star. Sondern entspannt, natürlich, freundlich und unkompliziert, ob im Umgang mit mir oder mit seinen vielen Mitarbeitern und Kollegen. Er baut keine Barrieren auf. Man muss nur gewisse Regeln einhalten, sonst geht er auf Distanz.

Clooney und Ihr Hund Ursl (bayrisch für Ursula) sollen sich gut verstanden haben?

Hanke: Clooney streichelte sie - und ist sie der "Sexiest Dog alive". Er fragte nach ihrem Alter. "Das verrät sie nicht, sie ist eine Dame", hatte ich geantwortet.

Welche berühmten Kollegen waren noch da?

Hanke: John Goodman. Ursl hatte Fellwechsel, er schnappte sich von ihr zwei Fellknäuel, legte sie sich auf die Schultern und führte mit dieser "Uniform" beim Catering einen Tanz auf. Matt Damon und Cate Blanchett spielen zwar auch mit, waren aber nicht am Grabowsee.

Wie aufwändig waren die Dreharbeiten?

Hanke: Extrem aufwändig. Vier Wochen alleine dauerten die Vorbereitungen. Man sparte an nichts. Historische Panzer fuhren auf, Komparsen wurden angekarrt, ganze Busladungen voll.

Was für Szenen wurden gedreht?

Hanke: Zu den Details darf ich mich erst äußern, wenn der Film gezeigt wird. Meist wurde in den Gebäuden gedreht, die waren dann ohnehin tabu. Draußen war ich dicht dran, nur fünf Meter von Clooneys Regiestand entfernt.

Wie kam es überhaupt dazu, dass die ehemalige Lungenheilstätte am Grabowsee zum Drehort wurde?

Hanke: Ich suche einen Mäzen, um auf dem Gelände mit meinem Verein Kids Globe eine Akademie für Kinder und Jugendliche zu errichten. Der morbide Charme, die idyllische Lage - ein idealer Drehort für einen Film. Ich habe mich an Babelsberg gewandt, mit Erfolg. Bessere Werbung für unser Projekt kann man sich kaum wünschen.

Wie war die erste Begegnung mit George Clooney?

Hanke: Ich war total überrascht. Babelsberg hatte ein Team zur Ortsbegehung angekündigt. Ich wusste nicht, dass er dabei war. "Hi, I am George", sagte Clooney zur Begrüßung. Er war von dem Gelände sehr begeistert. "It is such a great location", bemerkte er.

Das Gelände war extrem abgeschirmt. Fanden Sie die Security-Maßnahmen übertrieben?

Hanke: Keineswegs, das war kein Hochsicherheits-Trakt. Die Politiker sind bei ihren Treffen im Schloss Meseberg viel abgeschirmter.

Gingen die Dreharbeiten mit dem Denkmalschutz konform? Mitarbeiter sollen in einem Haus eine alte Bühne abgerissen haben?

Hanke: Auf jeden Fall. Besagte Bühne stand nicht unter Denkmalschutz, die Sowjets hatten sie nach dem Krieg errichtet, sie war ziemlich verfallen. Das Team aus Babelsberg sorgte für eine neue Bühne, die man auch nach dem Dreh nutzen kann.

Haben die Dreharbeiten dem Areal geholfen?

Hanke: Sehr. Es wurden Gebäude abgesichert und Wege verbreitert. Zudem entfernten Mitarbeiter neben einigen Müllbergen auch Asbest, gesundheitsschädliche Glaswolle und Teerpappe. Babelsberg waren diese Entsorgungs-Maßnahmen rund 5000 Euro wert. Vandalismus ist übrigens kein Thema mehr.

Werden Sie sich den Film auf der Berlinale anschauen?

Hanke: Ja, da läuft er im Original. Synchronisiert ist Clooney grauenhaft, dabei hat er doch eine sehr schöne Stimme. Ich werde fünf Leute dazu einladen.

Ihr Verein Kids Globe möchte auf dem Gelände mittels eines Investors eine Akademie für Kinder errichten. Kritiker sagen, das Projekt sei nicht realistisch und zu teuer. Was entgegnen Sie denen?

Hanke: Recht hat die Realität. Immerhin habe ich bereits den Drehort ins Leben gerufen. Wenn erst mal ein Mäzen da ist, werden die Kritiker verstummen. Man darf mich gerne als Schwätzer bezeichnen, wenn das nicht klappen sollte.

Hilft der Name Clooney dem Projekt?

Hanke: Na klar, Clooney ist nicht nur ein Star, sondern auch ein internationaler Sympathieträger.

Er ist politisch engagiert, hat Barack Obama bei seinem Wahlkampf unterstützt.

Käme er auch als Investor in Betracht?

Hanke: George Clooney weiß bisher nichts von dem Projekt. Ich hatte mit ihm nach dem Dreh fünf Minuten vereinbart, um ihm davon zu schildern. Ich wollte kein Geld, sondern Namen ‒ er hat ja unzählige Kontakte. Das Treffen an seinem Wagen fiel aus. Wegen der Paparazzi stieg er in ein anderes Auto.

Wollen Sie das nachholen?

Hanke: Ich will ihn nicht belästigen. Clooney hat den Grabowsee in positiver Erinnerung, das ist ganz wichtig. Man muss warten, allenfalls indirekte Wege beschreiten. Vielleicht passiert ja noch etwas.

George Clooney und Sie haben eines gemeinsam: Sie wollen die Welt verbessern.

Hanke: Die Welt verbessern ist mir zu abgegriffen. Wir wollen Dinge anstoßen, bewegen, er mit seinen Filmen, ich mit meinem Projekt.

Ein großartiger Drehort

  • Bernhard Hanke verwaltet das 34 Hektar große Gelände am Grabowsee.
  • Das Areal der ehemaligen Lungenheilstätte verbreitet mit seinen rund 30 Gebäuden, 15 davon denkmalgeschützt, einen morbiden Charme.

Interview: Fritz Hermann Köser

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg