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Coole Graffiti

Velten Coole Graffiti

Als Dozent beim Graffitikurs der Ferienuni, der an vier Terminen auf dem Campus der Linden-Grundschule stets ausgebucht war, stand am MIttwoch für Daniel Ihrke vor allem die Vermittlung von Graffitigrundlagen auf dem Programm. MAZ-Ferienunireportein Leonie schaute dem professionellen Graffitisprayer dabei über die Schulter

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Mit Mundschutz und Handschuhen ausgerüstet, verwandelten die Kinder die kargen Pappwände in coole Kunstwerke.

Quelle: Ulrike Gawande

Velten. Daniel Ihrke ist professioneller Graffitisprayer. Gerade erst war der junge Berliner am Tag der Deutschen Einheit zum Showsprühen in Mainz, wo die bundesweiten Feierlichkeiten in diesem Jahr stattfanden. Dort habe er sich austoben dürfen, erzählt Ihrke. Nein, keine parteipolitischen Motive, sondern alles, was zum Anlass des Feiertages gepasst habe, wurde gesprayt. Und so gestaltete er eine „sich auflösende Mauer“, aus deren „Schweif die Sterne der Europäischen Union werden“.

Als Dozent beim Graffitikurs der Ferienuni, der an vier Terminen auf dem Campus der Linden-Grundschule stets ausgebucht war, stand am Mittwoch für Ihrke vor allem die Vermittlung von Graffitigrundlagen auf dem Programm. Jeweils zehn Kinder ab zehn Jahren hatten sich für das kreative Angebot angemeldet, dass regen-, aber nicht windgeschützt in den Arkaden des Kommunikationszentrums stattfand.

Mundschutz und Handschuhe waren Pflicht

Mundschutz und Handschuhe waren Pflicht.

Quelle: Ulrike Gawande

Bevor jedoch mit Spraydosen den großen Pappleinwänden, die an Bauzäunen aufgehängt waren, zu Leibe gerückt werden konnte, ließ der 29-jährige Profisprayer die Kinder erst einmal eine Skizze anfertigen. Ihrke: „Ihr könnt alles sprayen, egal ob Buchstaben oder Einhörner.“ Für Anregungen hatte er zudem verschiedene Graffitimagazine und Comicbücher mitgebracht. Denn anders als viele seiner Kollegen widmet sich Daniel Ihrke nicht der fotorealistischen Gestaltung von Trafostationen oder ähnlichen Projekten. „Das ist viel Feinarbeit, eher Wandmalerei mit der Spraydose“, so der Künstler, der sich lieber freien Projekten und seinen deutschlandweiten Workshops widmet. Einen Namen in der Szene hat er sich vor allem zum Thema Cellograff – Graffiti auf Folie – gemacht. Viele Kinder hatten klare Vorstellungen und ließen ihrer Kreativität freien Lauf. Schnell entstanden die ersten Bleistiftskizzen auf dem weißen Papier.

Die Kinder durften frei entscheiden, welche Motive sie auf ihren Leinwänden verewigen wollten

Die Kinder durften frei entscheiden, welche Motive sie auf ihren Leinwänden verewigen wollten.

Quelle: Ulrike Gawande

Dann erklärte Daniel Ihrke die Graffiti-Spielregeln. Er zeigte den Kindern, worauf sie achten müssen. Dass immer ein Mundschutz zu tragen sei, der vom Kinn bis über die Nase reichen muss, außerdem Handschuhe, da sich die Farbe nicht so einfach wieder entfernen lasse. Weitere Sicherheitshinweise folgten. Wie funktioniert eigentlich eine Spraydose? Warum muss man die Spraydüse immer vom Körper weggedreht halten? Die eigentlich wichtigen Spielregeln beim Sprayen – Was ist legal und was ist verboten? – , standen jedoch nicht auf dem Veltener Stundenplan. Nur bei längeren Kurse gebe er Hinweise, wo und bei wem man nachfragen müsse, um Möglichkeiten zum öffentlichen Sprayen zu finden. Illegales Sprayen werde hart bestraft, betonte der ausgebildete Grafikdesigner. Besonders im Osten gebe es aber viele Möglichkeiten, sich kreativ auszutoben.

Die Nachwuchsstudenten lernten auch, wie man eine Spraydose richtig verwendet

Die Nachwuchsstudenten lernten auch, wie man eine Spraydose richtig verwendet.

Quelle: Ulrike Gawande

Das taten dann auch die Nachwuchsstudenten der Ferienuni, nachdem Ihrke ihnen gezeigt hatte, wie sich die Farbe beim Sprayen verhält, wie man saubere Linien sprayen kann und wie Flächen mit gesprayten Strichen aufgefüllt werden können. „Man muss die Dose aufrecht halten, in dichtem Abstand, damit man klare Linien erhält.“ Gehe man zu dicht an die Leinwand ran, verlaufe die Farbe, halte man die Dose zu weit weg, werde der Sprühnebel größer, die Zeichnung jedoch ungenauer. „Mein Onkel macht Graffiti, das sieht cool aus, wenn er das macht“, erklärte Charlotte Platow aus Oranienburg. Also wollte die Elfjährige es auch einmal probieren. Mit Erfolg. Eine Farbdose nach der anderen setzte sie an und zauberte Regenbogenfarben auf ihre Pappe.

Von Ulrike Gawande und Leonie-Sophie Raczek

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