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DNA auf dem Taschentuch

Gerichtsverhandlung in Zehdenick DNA auf dem Taschentuch

Ein 28-jähriger Zehdenicker soll im März 2013 einen Anschlag auf das Gerichtsgebäude in der Havelstadt verübt haben. DNA-Spuren führten die Ermittler zu dem jungen Mann. Vor Gericht schweigt er bislang zu den Vorwürfen.

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Am Montag stand der 28-jährige Zehdenicker vor Gericht.

Quelle: dpa

Zehdenick. Selten liegt der Tatort so nah: im März 2013 war das Gerichtsgebäude in Zehdenick Ziel eines Brandanschlags. Seit Montag wird dort gegen Thomas N. verhandelt. Der 28-Jährige steht im Verdacht, einen Molotowcocktail zielgerichtet gegen das Fenster des Grundbuchamtes geworfen zu haben. Die Brandbombe zündete nicht, die Flamme der Benzinflasche erlosch noch bevor sie wesentliche Schäden hätte anrichten können. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

Die DNA des Zehdenickers wurde auf Taschentüchern nachgewiesen, die in die Benzinflasche eingerollt waren. Wie eine Biologin des Landeskriminalamtes Eberswalde am Montag vor Gericht sagte, handelte es sich bei den Spuren des Verdächtigen nicht um Sekrete. Das Taschentuch sei demnach nicht im eigentliche Sinne gebraucht worden. Am Flaschenhals selbst gab es keine Abdrücke. Das Gericht steht vor der Frage, ob Thomas N. selbst die Brandflasche bestückt und auf das Gerichtsgebäude geworfen hat oder ein Dritter die Tempos mit seiner DNA verwendet hat. Gegenüber der Polizei verneinte er seinerzeit die Frage nach der Tat. Auch benutze er keine Tempotaschentücher. Wie ein Molotowcocktail gebaut würde, wisse er aber. Das habe er in jüngeren Jahren und in kleinerer Ausführung auch schon getan. Die Anleitung dafür lasse sich im Internet nachlesen. Auch Zugang zu Benzin hätte er gehabt. Sein verstorbener Vater bewahrte stets einen Kanister im Schuppen auf, sagte N. gegenüber der Polizei. Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden Beamte neben Patronenhülsen und reichlich Leergut auch Bierflaschen der Marke Meisterfels Export, wie sie beim Brandanschlag verwendet worden ist.

Eine Befragung von Mitarbeitern des Amtsgerichtes führte die Ermittler seinerzeit zu Thomas N. Zu diesem Zeitpunkt wurde in anderer Sache gegen ihn verhandelt. Unter anderem soll er seiner damaligen Lebensgefährtin nachgestellt und ihr mehrere hundert SMS am Tag geschickt haben . Zudem wurde ihm Diebstahl zur Last gelegt. In der Vernehmung habe Thomas N. mehrfach betont, dass er nicht ins Gefängnis gehen werde, erinnerte sich ein Kriminalbeamter. Zwei Mal sei er in Haft gewesen und habe dort schlechte Erfahrungen gemacht. Ein Alibi für den Tatzeitraum – zwischen dem 22. und dem 25. März. – konnte N. nicht benennen. Ein Freund des Angeklagten sagte aus, dass er allein Zuhause gewesen sei. N. sei anders als andere, ein Nachtmensch. Der 28-Jährige ist derzeit arbeitslos. Eine Berufsausbildung hat er nicht. Er kümmert sich seit seiner Heirat in diesem Jahr auch um den 16-jährigen Sohn seiner Frau. Die Verhandlung wird im November fortgesetzt.

Von Cindy Lüderitz

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