Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Damit es wieder was zu angeln gibt
Lokales Oberhavel Damit es wieder was zu angeln gibt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 16.10.2015
Auf kurzem Weg vom Container auf dem Lkw über die Rutsche in den Bottich und von dort in den Lehnitzsee. Quelle: ENRICO KUGLER
Anzeige
Oranienburg

Männersache war die Aktion am Montagvormittag auf dem Parkplatz Bernauer Straße gegenüber der Polizeifachschule. 3,5 Tonnen junge Karpfen rollten an. In großen Wasserbehältern auf dem Lkw des Zuchtbetriebes Kittner aus Kodersdorf in der Oberlausitz. „Vor vier Wochen haben wir Zander eingesetzt, später sind noch Schleie und im Frühjahr Aale dran. Heute aber Karpfen, im Durchschnitt kommen zehn Stück auf einen Hektar“, so André Stöwe. Die Tiere sind „zwei Sommer alt“, wiegen zwischen 750 und 1000 Gramm und wurden in rund 20 Gewässern in Oberhavel verteilt. Unter anderem im Lehnitzsee, im Oder-Havel-Kanal und im Grabowsee.

„Schreiben Sie nicht, in welchen Seen, da holen sie die uns gleich wieder raus“, bittet ein Angelfreund. Und die anderen nicken. Gestern standen die Angelfreunde von sieben Vereinen mit ihren Pkw samt Hänger und Wasserbehältern Schlange. Alle wollten mit anpacken um die Jungtiere zu verteilen. „Das soll schnell gehen, damit die Fische wenig Stress haben“, begründet der Leiter der Geschäftsstelle des Kreisanglerverbandes, André Stöwe. De Kälte sei bestens, „da sind die Tiere ziemlich runtergefahren“, so der Fachmann. Auch Jörn Tönnies und Uwe Kurth gehörten zu den Helfern. Rund 400 Kilo Karpfen brachten sie zum nahen Lehnitzsee, weitere 400 kamen oberhalb der Schleuse ins Wasser

„Raubfische sind für mich als Angler schon interessant, am meisten gibt es hier aber Weißfisch wie Plötze und Blei“, so der Oranienburger Tönnies. Wann er das letzte Mal die Angel ausgelegt hat? Vor drei Wochen habe er in Dänemark Hering und Dorsch rausgeholt. Er esse auch gar nicht so gern Fisch, gebe denen, die an der Angel zappeln, nicht selten eine zweite Chance, verrät Olaf Wusterbarth, 1. Vorsitzender des KAV. Auch Stöwe stimmte ein und findet, dass das Schöne am Angeln die Natur sei. Er selbst zieht aber gern mal einen Zander, Hecht oder auch Karpfen raus. Die schmeckten schon.

400 Kilo Karpfen

Der Kreisanglerverband Oberhavel zählt aktuell 5100 Mitglieder.


560 Hektar Gewässer gehören zum Kreisverbandsgebiet.

Große Gewässer bekommen jährlich neuen Fischbesatz, kleinere unter zwei Hektar nur aller zwei Jahre.

Gestern wurden insgesamt 3,5 Tonnen junge Karpfen eingesetzt, davon schwimmen 400 Kilogramm nun im Lehnitzsee. Den Besatz finanziert der Landesverband.

Die Karpfen brachten zwischen 750 und 1000 Gramm auf die Waage und sind „zweisommeralt“.

Durchschnittlicher Jahresbeitrag bei den Angelvereinen: um die 80 Euro.

Nun ist ja für das Anglerglück von morgen vorgesorgt. Karpfen müssten jedes Jahr eingesetzt werden, weil die Gewässer zu kalt seinen, damit die Fische laichen. „Sie brauchen dazu 22 Grad.“ Stöwe hofft, dass sich die jungen Karpfen nun schnell akklimatisieren und nicht so schnell erwischen lassen. Was weniger misst als 35 Zentimenter, müsse eh zurück ins Wasser. Ansonsten sein Slogan: „Die Schlauen bleiben im Wasser.“

Finanziert wird der Kauf der Jungfische über den Landesverband, also auch über die Mitgliedsbeiträge, die bei einem Verein in Oberhavel bei 80 Euro im Jahr liegen. Billig war die gestrige Aktion nicht, immerhin kostet ein junger Karpfen zwischen 4,50 und 5,50 Euro. Jüngere Fische als die „Zweisömmrigen“ einzusetzen, lohne sich aber nicht: „Die werden sofort von den Hechten weggefressen“ so André Stöwe.

Von Heike Bergt

Ein S-Bahn-Zug der Baureihe 481 ist am Montag auf den Namen „Hohen Neuendorf“ getauft worden. S-Bahn-Chef Peter Buchner und Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung nahmen die Zeremonie in der Wagenhalle der Betriebswerkstatt Oranienburg vor. Die Hohen Neuendorfer Stadtverordneten hatten vor einem Jahr beschlossen, sich als Namenspaten zu bewerben.

13.10.2015
Oberhavel Gerichtsverhandlung in Zehdenick - DNA auf dem Taschentuch

Ein 28-jähriger Zehdenicker soll im März 2013 einen Anschlag auf das Gerichtsgebäude in der Havelstadt verübt haben. DNA-Spuren führten die Ermittler zu dem jungen Mann. Vor Gericht schweigt er bislang zu den Vorwürfen.

15.10.2015
Oberhavel „Mahnwache“ für Sonnabend geplant - Protest gegen NPD-Aktion in Velten

Am Rande der von Pro Velten geforderten Sondersitzung des Stadtparlaments zur Flüchtlingsproblematik am kommenden Sonnabend wollen Rechtsradikale Stimmung gegen Flüchtlinge machen. Dem wollen Initiativgruppen und demokratische Parteien aus Oberhavel ihren Protest entgegensetzen.

15.10.2015
Anzeige