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Oberhavel Dampflokomotiven aus Hennigsdorf
Lokales Oberhavel Dampflokomotiven aus Hennigsdorf
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00:19 15.09.2017
Falk Thomas (l.) mit dem neuen Buch des Historiker-Teams aus Hennigsdorf. Jürgen Becker (r.) stand dem Ingenieur beratend zur Seite. Quelle: Gawande
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Hennigsdorf

1917 entschloss sich die AEG in Hennigsdorf, – jetzt Bombardier – den Dampflokomotivenbau aufzunehmen, und die Lokfabrik um eine Kesselschmiede für den Bau von Dampflokomotiven zu erweitern. Nahezu 100 Jahre später, präsentiert das Historiker-Team bei Bombardier nun sein drittes Buch in der Reihe historischer Schriften, das sich anlässlich dieses Jubiläums dem Dampflokbau widmet. 500 Exemplare wurden gedruckt.

Am Dienstag, 12. September wird das Buch, das ab Mittwoch, 13. September für 14,90 Euro auch in der Stadtinformation erhältlich sein wird, öffentlich vorgestellt. Da das Bürgerhaus zur Zeit wegen des Umbaues der Hennigsdorfer Bibliothek nicht zur Verfügung steht, findet die Veranstaltung ab 17 Uhr im Gästekasino des Bombardier-Werkes statt. Für betriebsfremde Personen wird ein Zugang als Gruppe möglich sein, Treffpunkt hierzu ist um 16.30 Uhr am Tor zwei des Bombardier-Werkes. Nach der Präsentation kann das neue Buch erworben und mit Mitgliedern des Historiker-Teams über deren Aktivitäten gesprochen werden.

Der dritte Band der Historischen Schriftenreihe. Quelle: Ulrike Gawande

Drei Jahre Arbeit stecken in dem historischen Werk. Geschrieben wurde es von Falk Thomas, der als Entwicklungsingenieur bei Bombardier tätig ist. Doch seine große Leidenschaft gehört den Dampflokomotiven. Schon in seiner sächsischen Heimat – er lebt und arbeitet seit 25 Jahren in Hennigsdorf – engagierte sich Falk Thomas im Verein der Sächsischen Eisenbahnfreunde, veröffentlichte auch dort bis 2008 historische Schriften und Broschüren. Vor drei Jahren sprach ihn dann Jürgen Becker an, Urgestein des Hennigsdorfer Historiker-Teams, ob er nicht Teil der Gruppe werden wollte. Und er drückte ihm gleich einen ersten Ordner mit Unterlagen über den Eisenbahnbau in Hennigsdorf in die Hand. Als der Layouter für das angestrebte Buch ausfiel, übernahm Falk Thomas den Job, neben seinem Hauptberuf.„Es war entspannt, da es keinen Termindruck gab.“

„Ein Kollege hatte bereits zahlreiche Akten im Berliner Technikmuseum gesichtet. Darunter auch viel bisher unveröffentlichtes Material“, berichtet Hobbyhistoriker Thomas, der sich in der Freizeit dem Fotografieren von Dampflokomotiven widmet. Er reist dafür durch ganz Europa. „Ich bin mit ihnen groß geworden“, so der Ingenieur, der selbst stundenlang als Kind vor dem Küchenfenster seiner Großeltern sitzen konnte, und den schnaufenden Ungetümen zugucken konnte. „Das war wie Fernsehen, nur ohne Fernseher“, lacht der sympathische Techniker.

Vom Dampflokbau in Hennigsdorf erzählt er, dass es noch bis 1921 gedauert habe, bevor die erste in Hennigsdorf von der AEG gebaute Dampflokomotive abgeliefert werden konnte. „Der Dampflokbau nach dem Ersten Weltkrieg brachte Geld.“ Produziert wurden jedoch nur kleine Stückzahlen. Insgesamt habe man rund 1500 Dampfloks um- oder neugebaut. Wie die Schnellfahrlok der Baureihe 05, die als Gegenstück zum „Fliegenden Hamburger“ entwickelt wurde und nun im DB-Museum in Nürnberg zu bewundern ist. Lediglich drei Exemplare verließen das Werk.

Eine davon in Tegel, denn wegen des Zusammenschlusses von AEG und Borsig zu den Borsig-Lokomotiv-Werken (BLW) fand von 1931 bis 1935 die Endmontage in Berlin statt, bevor es wieder in Hennigsdorf weiterging, weil man sich in der Hauptstadt der Rüstungsindustrie zuwenden musste. „1943 entschied der Rüstungsminister auch in Hennigsdorf die Produktion stillzulegen“, berichtet Thomas. Erst nach dem Krieg wurde weitergebaut. Bis 1955 gehörte der Bau von Dampflokomotiven zum Produktionsprogramm des Hennigsdorfer Werkes der LEW.

Von Ulrike Gawande

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