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Oberhavel Das Dorf mit zwei Bürgerhäusern
Lokales Oberhavel Das Dorf mit zwei Bürgerhäusern
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16:06 21.10.2016
Im alten Bürgerhaus stehe n die Gemeinschaftsräume seit 2014 leer. Quelle: Roeske
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Zehlendorf

Es ist nicht gerade so, dass die Leute ihm die „Bude einrennen“, wenn Ortsvorsteher Holger Mücke seine Sprechstunde abhält. Obwohl, an diesem Abend kommen sogar zwei Leute, um sich die Räumlichkeiten im Gutshaus zu sichern. Es geht um einen runden Geburtstag Anfang nächsten Jahres. Und Mücke zeigt der jungen Frau im besten Alter gleich die Räumlichkeiten, die sie nutzen können. Beim zweiten Besucher geht es um die Jahresversammlung vom Anglerverein. Da will der Vorsitzende Wolfgang Lüttig auf Nummer sicher gehen, dass alles seinen Gang geht.

Aber dann ist auch Ruhe für den Rest der Sprechstunde. Für die MAZ eine gute Gelegenheit, den Ortsvorsteher zu fragen, wie denn das sanierte Gutshaus als neues Dorfgemeinschaftshaus so angenommen wird. Für alle, die sich in Zehlendorf nicht so auskennen, sei gesagt. Es gab schon mal ein Bürgerhaus in Zehlendorf. Und zwar der Klinkerbau an der Dorfstraße/Ecke Wensickendorfer Straße. Doch dank üppiger Fördermittel konnte das marode Gutshaus, das nur hundert Meter entfernt schräg gegenüber des Bürgerhauses steht, umfangreich saniert werden. Es sollte das neue Bürgerhaus von Zehlendorf werden. Das Gutshaus zu sanieren, war ein Segen für die Kita-Kinder, die anschließend im Erdgeschoss wunderschöne Räume erhielten. Aber auch ein Wermutstropfen für all die Leute, die gern das kleine, alte Bürgerhaus behalten hätten. Der Kulturverein Wensickendorf/Zehlendorf war ein ständiger Nutzer dort. Und auch für Familienfeiern wurde der große Veranstaltungsraum mit der kleinen Teeküche über’n Flur gern gemietet. So war das, bis zum Mai 2014.

Das ist das sanierte Gutshaus, das neue Dorfgemeinschaftshaus von Zehlendorf. Im Erdgeschoss spielen die Kita-Kinder. Darüber liegen der Jugendclub, das Büro des Ortsvorstehers und die Gemeinschaftsräume. Quelle: ENRICO KUGLER

Im Sommer eröffnete das sanierte Gutshaus für die Öffentlichkeit. Was man nicht vergessen darf, ohne die Fördermittel für die Sanierung hätten die Zehlendorfer ihr Gutshaus nicht mehr lange gehabt. Es wäre ihnen irgendwann überm Kopf zusammengestürzt.

Aber trotzdem spielt sich im neuen Bürgerhaus nicht das ab, was dem Vorgänger zu teil wurde. Für Ortsvorsteher Holger Mücke gibt es dafür ganz simple Erklärungen. „Das fängt schon mit der Schließanlage an“, sagt Mücke und fingert mit einem Schlüssel vor dem Scanner am Eingang. Als es endlich piept, ist das Haus freigeschaltet, aber nur die obere Etage mit den Dorfgemeinschaftsräumen und auch nur, wenn man den Schlüssel lange genug vor den Scanner hält, und so weiter, und so weiter. „Die Leute sind meistens total überfordert, wenn ich ihnen diese Schließtechnik erkläre“, sagt Mücke. Das ist allerdings mehr als verständlich. Aber den Ärger hat der Ortsvorsteher, der mitten in der Nacht dann aus dem Bett geholt wird, wenn die Feiergesellschaft das Haus nicht verschlossen bekommt.

Ortsvorsteher Holger Mücke. Quelle: Enrico Kugler

Der nächste Grund, warum das Bürgerhaus von Privatleuten nach Mückes Einschätzung inzwischen zu 80 Prozent weniger genutzt wird als vorher, sind die Preise. „ Die Leute mussten vorher die Hälfte zahlen, nämlich 80 Euro pro Tag.“ Doch mit der Nutzungsverordnung der Stadt Oranienburg wurden die Preise vor einigen Jahren verdoppelt. Die Vereine nutzen das Gutshaus weiter, aber auch die müssen auf jeden Euro schauen. Außerdem ist das Antragsprozedere jetzt kompliziert. Früher hat sich Mücke die Vorbestellungen einfach im Kalender eingetragen.

Was viele Zehlendorfer auch wurmte, das alte Bürgerhaus stand seither leer, außer die vorher schon vermieteten Wohnungen. Der Saal ist auch jetzt noch ungenutzt. Zuständig ist die Woba. „Wir haben keine Mieter gefunden, obwohl wir verschiedene Sachen probiert haben“, sagt Woba-Chef Bernd Jarczewski. Deshalb hat die Woba nun einen Bauantrag gestellt, den Saal zu zwei Wohnungen umzubauen. „Das wollen wir im nächsten Jahr in Angriff nehmen“, sagt Jarczewski.

Dass es mit dem neuen Dorfgemeinschaftshaus nicht ganz so funktioniert, findet Holger Mücke sehr schade. „Sinn war es doch eigentlich, die Dorfgemeinschaft zu fördern.“

Von Andrea Kathert

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