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Das Korsett lockern

Oranienburg Das Korsett lockern

Oranienburg braucht neue Mietwohnungen. Die Oranienburger Wohnungsbaugesellschaft (Woba) plant, auf dem Areal nördlich der Walther-Bothe-Straße ab 2019 rund 360 Wohnungen zu bauen. Dafür muss der bestehende B-Plan 100 geändert werden. Die Stadtverordneten entscheiden darüber am Montag.

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Moderne und abwechslungsreiche Architektur ist auf dem rund 50 000 Quadratmeter großen Baufeld nördlich der Bothestraße geplant..

Quelle: Woba

Oranienburg. 360 Wohnungen will die Oranienburger Wohnungsbaugesellschaft (Woba) ab 2019 in vier Bauabschnitten entlang der Walther-Bothe-Straße bauen. Für die dafür erforderlichen Änderungen am B-Plan sollen die Stadtverordneten am kommenden Montag grünes Licht geben.

Mietwohnungen könnte Oranienburg besser heute als morgen gebrauchen. Nicht nur private Häuser schießen dank niedriger Zinsen wie Pilze aus dem Boden, viele Berliner haben Oranienburg als Wohnort entdeckt – auch, weil die Mieten in der Hauptstadt explodieren. Pläne, in der Weißen Stadt ein neues Wohnquartier entstehen zu lassen, gibt es schon länger. 2013 war der Entwurf „Vom Blauen Kanal zur Weißen Stadt“ des Wiener Architekturbüros Superblock ZT in einem von der Stadt ausgelobten Wettbewerb als Siegerentwurf gekürt worden. Die Philosophie: Entlang eines Grünstreifens parallel zur Bothestraße mehretagige Wohngebäude zu bauen, in der zweiten Reihe Reihen- oder Doppelhäuser. Ein Angebot für Investoren, die bauen und mit Gewinn verkaufen.

Doch vor allem seit 2015 wächst der Druck aus der Oranienburger Politik, in der Stadt bezahlbaren Mietwohnraum zu schaffen, auf den die Woba reagieren will.

Seit Ende 2013 gibt es den beschlossen „B-Plan 100“ zur Quartierentwicklung Weiße Stadt, der das gesamten Wettbewerbsgebiet zwischen Kanal, Berliner Straße und rechts und links der Bothestraße umfasst. Die Grundstücke sind in Besitz der OWG, der Stadt und Privateigentümern.

„Bürgermeister und Aufsichtsrat war sich einig, dass die kommunalen Flächen auch in ihrer Hand bleiben und von der Kommune bebaut werden sollen. Mit einem modernen, abwechslungsreichen Wohngebiet für eine breite soziale Mischung von Mietern. Es fiel der Beschluss, ja wir machen das“, so Woba-Geschäftsführer Bernd Jarczewski. Die Woba habe daraufhin ein Konzept für das rund 50 000 Quadratmeter große Teilgebiet nördlich der Walther-Bothe-Straße, das der Stadt gehört, entwickelt. Voraussetzung für die Umsetzung: Änderungen am B-Plan 100, die das enge „Korsett“ lockern. „Der B-Plan 100 ist sehr restriktiv, auf die 100-prozentige Umsetzung des Planes ausgerichtet und trägt Wiener Handschrift. So bekommen wir aber keine Förderung“, begründet Bernd Jarczewski.

Bei allen Veränderungen sollen Charakter und Grundzüge des Wohngebietes durchaus erhalten bleiben, „aber einige Dinge nicht so starr festgelegt sein“. So soll es im veränderten B-Plan keine Tiefgaragen mehr geben – sie sind nicht förderfähig. Die Autos verschwinden stattdessen unter „aufgestelzten“ Häusern. Die Bebauungsdichte wird erhöht, es wird keine Reihenhäuser in der zweiten Reihe geben. Geplant sind an der Bothestraße Häuser bis zu fünf Geschosse hoch, dahinter Wohnhäuser mit weniger Etagen. „Auch die starre Begrenzung der Baukörper soll es nicht geben, damit zurückgesetzte Gebäudeteile oder Balkons möglich sind.“ Auch die Festlegung, alle Dächer zu begründen, möchte Jarczewski gelockert wissen: „Unser Energiekonzept steht zwar noch nicht, aber wir brauchen die Dachflächen vielleicht für Solarthermie und Photovoltaik.“

Sollten die Stadtverordneten dem Veränderungspaket am Montagabend zustimmen, fasst die Woba einen Baustart im Jahr 2019 ins Auge, „auch wenn das überaus sportlich ist“. Davor steht die Bombensuche – auf dem ersten Bauabschnitt noch 2017. Dort sollen die ersten 67 Wohnungen entstehen.

Mit stattlichen 70 Millionen Euro schlägt das Gesamtprojekt zu Buche, wobei die Woba 20 Prozent an Eigenmitteln beisteuern wird, die verbleibenden Millionen sind Kredite und ILB-Fördergelder. Zwar läuft die aktuelle Förderrichtlinie Ende 2017 aus, Jarczewski setzt aber auf die Anschlussförderung. Nach der jetzigen Richtlinie müssen 37,5 Prozent der Wohnungen zu einem Quadratmeterpreis von 5,50 Euro, weitere 37,5 Prozent zu sieben Euro vermietet werden, beim verbleibenden Viertel kann die Woba den Quadratmeterpreis festlegen.

Dass ein Preis von 5,50 Euro zu schaffen ist, bezweifelt Bernd Jarczewski allerdings bei den gültigen Bauvorschriften und Baupreisen. Ganz sicher ist er hingegen: „360 Wohnungen, das kann nur ein erster Schritt sein. Es werden noch mehr Wohnungen in der Stadt gebraucht.“

Von Heike Bergt

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