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Oberhavel Das Mietshaus wird ein Schmuckstück
Lokales Oberhavel Das Mietshaus wird ein Schmuckstück
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02:15 06.02.2016
Außen blättert der Putz von der Fassade, drinnen stehen noch Kachelöfen. Bald wird saniert. Quelle: Andrea Kathert
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Liebenwalde

Das Haus in der Bahnhofsstraße 14 steht leer. Ende Januar ist der letzte Mieter ausgezogen. Und im September sollen stattdessen die Handwerker einziehen. Das städtische Mietshaus wird von Grund auf saniert und umgebaut.

Im Moment hängt nur ein muffiger Geruch im Treppenhaus. An der Wand im Flur hängt ein letzter einsamer Briefkasten. Auf dem Treppenabsatz vergilbt eine Werbezeitung vor sich hin. Bauamtsleiter Hartmut Bein führt durch das leere Haus. Beim Holzgeländer im Treppenhaus stechen die schön gedrechselten Säulen ins Auge. „Das ist sicherlich zu erhalten“, sagt Bein.

Im Treppenhaus ist das gedrechselte Holzgeländer gut erhalten. Quelle: Andrea Kathert

Im Obergeschoss schließt er eine der beiden Wohnungen auf. Sie reicht von vorne an der Bahnhofsstraße bis zur anderen Seite des Hauses mit Blick in den Hof und Garten. Die Zimmer sind hell und lichtdurchflutet, obwohl die Altberliner Dielen die typisch dunkelbraune Farbe tragen. In jedem der drei Wohnräume stehen Kachelöfen, in der Küche ein Glutosherd. In dem später angebauten Bad ist gerade mal Platz für eine Dusche, Waschbecken und WC. Das Schönste in der ganzen Wohnung sind die alten Holztüren. „Die werden natürlich aufgearbeitet“, ist sich der Bauamtsleiter sicher. Ansonsten muss wohl alles neu gemacht werden, es wird Zeit für eine gründliche Sanierung.

Die Wohnungen sind hell und groß. Ins Auge fallen die schönen Holztüren. Quelle: Andrea Kathert

Die beiden Wohnungen im Erdgeschoss sollen barrierefrei werden. „Aber nicht rollstuhlgerecht“, fügt Bein hinzu. Das gäbe der Baukörper sicher nicht her. Geplant sind im Moment überall Badewannen, aber das sei noch zu überlegen. Vier Wohnungen gab es bisher in dem Gebäude, später sollen es sechs sein. „Wir werden das Dachgeschoss ausbauen“, sagt Bein. „Das Dach muss ohnehin komplett erneuert werden.“ Architekt Steffen Weber schlägt ein Berliner Dach mit Oberlichtern und einer kleinen Solaranlage vor. In Richtung Süden sollen sechs Dachgauben entstehen.

Bisher wurde auf dem Dachboden nur die Wäsche getrocknet. Quelle: Andrea Kathert

Im Moment zeugen nur alte Wäscheleinen, Fernsehantennen und ein wenig Sperrmüll davon, wozu der Dachboden bisher diente. Doch ein Blick aus den Fenstern in Richtung Süden lässt erahnen, wie es sich mal dort wohnen lässt.

Mit dem Dachausbau wird das Projekt zwar teurer, aber die Stadt Liebenwalde kann auch mehr Miete einnehmen.

Das Haus ist komplett unterkellert, bietet also genug Platz für Heizungs- und Elektroanlagen und Kellerräume für die Mieter. Jede Wohnung wird einen Balkon oder eine Terrasse zur Hofseite bekommen. Dort liegt auch der barrierefreie Zugang für die beiden Erdgeschosswohnungen. Das schmale Grundstück reicht von der Bahnhofstraße bis zur Hammerallee.

Nur dieses Nebengebäude aus Backstein wird erhalten. Quelle: Andrea Kathert

Nur ein altes Backstein-Nebengelass wird saniert. Die anderen alten Schuppen haben bereits das Zeitliche gesegnet. Für die Gestaltung der Außenanlagen hat das Büro für Landschaftsarchitektur „Grün und Bunt“ aus Berlin seine Entwürfe vorgelegt. Die beiden Terrassen werden durch Hecken und Sträucher etwas abgeschirmt. Die Planer schlagen Sitzbänke, Fahrradständer, Hecken, Bäume, Grünstreifen und eine Spielewiese mit Schaukeln und Obstbäumen vor. Daneben liegt ein Sandkasten zum Buddeln, gegenüber der Wäscheplatz. Die gepflasterte Zufahrt für die Autos liegt an der Hammerallee. Auf dem Grundstück entstehen sechs Stellplätze, einer davon wird etwas größer ausfallen.

Bauamtsleiter Hartmut Bein steht auf dem Hof. Auch von hier aus wird der Sanierungsbedarf des Hauses deutlich. Quelle: Andrea Kathert

Das Haus Nummer 14 passt eigentlich gar nicht zu den anderen Bauten in der Bahnhofstraße. Sonst stehen dort eher Einfamilienhäuser oder Villen in anderen Baustilen. Wie genau die Fassade der Hausnummer 14 einmal aussah, weiß niemand so richtig. „Nicht mal Herr Lehmann hat eine alte Postkarte davon“, sagt Hartmut Bein. Dabei besitzt der Bürgermeister von fast allen Gebäuden in Liebenwalde historische Aufnahmen. Nun muss Architekt Steffen Weber die Fassade anhand der sichtbaren Gestaltungsreste nachempfinden. „Das macht der schon“, ist sich der Bauamtsleiter sicher. Denn Weber hat auch das Kind-Eltern-Haus an der Rudolph-Breitscheid-Straße 48 gestaltet. Vor dem Mietshaus muss es an der Bahnhofstraße zumindest einen kleinen Vorgarten gegeben haben. „Das sieht man noch an der Klinkermauer als Fundament für den Zaun“, sagt Hartmut Bein. Deshalb soll auch wieder ein schmiedeisernen Zaun aufgestellt werden.

Ende Juni 2017 sollen die Liebenwalder sehen können, was nach der Sanierung aus dem Mietshaus geworden ist.

Sanierung bis nächsten Sommer

Das Haus an der Bahnhofsstraße 14 gehört der Stadt Liebenwalde und soll ab Mitte September saniert werden. Es entstehen sechs Wohnungen über drei Etagen mit Balkon oder Terasse, die von der Liebenwalder Hausverwaltung vermietet werden.

Das Grundstück reicht von der Bahnhofsstraße bis zur Hammerallee, wo die Zufahrt für Autos und ein barrierefreier Zugang liegen werden.

Die Kosten für die größten Gewerke sind folgendermaßen geplant:

für den Hochbau: 770 000 Euro,

für Elektroanlagen: 81 500 Euro,

für Heizung/Sanitär: 120 000 Euro,

für die Außenanlagen:  97 000 Euro.

Auf dem Hof entstehen Spielmöglichkeiten mit Schaukel und Sandkasten, Sitzgelegenheiten, ein Wäscheplatz und sechs Stellplätze.

Baubeginn soll Ende September diesen Jahres sein. Das Bauende wird für Ende Juni 2017 anvisiert.

Von Andrea Kathert

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