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Oberhavel Das Osterwasser aus der „Maus“
Lokales Oberhavel Das Osterwasser aus der „Maus“
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12:16 03.04.2018
Michaela Jecht hat als Pfarrerin bisher zehn Taufen abgehalten. Das Taufbecken in Liebenwalde ist besonders schön. Quelle: Foto: Andrea Kathert
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Liebenwalde

Willi Fechner ist 80 Jahre alt – ein Urgestein, der Liebenwalde nie verlassen hat. „Geboren wurde ich in der Havelstraße 19“, erzählt er. Später stand dort das Klubhaus, das vor etlichen Jahren abgerissen wurde. „Ich bin schon so alt, wahrscheinlich bin ich noch mit dem Wasser aus der ’Maus’getauft worden“, lacht er. Die „Maus“ ist ein kleiner Fließ, der sich unscheinbar unter der Havelstraße entlang windet und unmittelbar am Pfarrgarten vorbeifließt. Fechner hat schon als Kind dort gespielt und in der „Maus“ gebadet.

Auch seine drei Kinder sind in Liebenwalde groß geworden, nur ein Stück weiter am Voßkanal 8, wo heute vier Generationen unter einem Dach leben. In einem der alten Kirchenbücher ist zwar fein säuberlich notiert, dass Willi Fechner am 23. Juli 1939 in der evangelischen Kirche zu Liebenwalde getauft wurde. Doch wo das Wasser herkam, hat niemand dahinter geschrieben.

Das Taufwasser könnte tatsächlich aus der Maus stammen

Trotzdem, so abwegig ist die Vermutung des 80-Jährigen nicht. „Das Osterwasser wurde früher immer aus fließenden Gewässern geschöpft“, erzählt Pfarrerin Michaela Jecht. „Das Osterwasser holt man in der Osternacht, also von Karsamstag auf den Sonntag, mit dem Licht der aufgehenden Sonne.“ Und man müsse das Wasser schweigend holen. Das Fließende hat mit dem traditionellen, älteren Taufgang zu tun, denn eigentlich wurden die Menschen früher bei der Taufe untergetaucht. Noch heute gibt es Gläubige, die diese Reinigungsriten genau so zelebrieren.

„Ich bin nicht mehr in dieser Tradition groß geworden“, sagt die 35-jährige Pfarrerin. Aber in Sangerhausen in Sachsen-Anhalt habe sie einmal eine Osternacht miterlebt. „Das war schon etwas Besonderes, dieses Wasser zu holen.“ In einem Eimer wurde es aus dem Fluss geschöpft und zum Taufbecken gebracht. Und tatsächlich für die Taufe an diesem Tag verwendet.

Willi Fechner und Pfarrerin Michaela Jecht an der Maus Quelle: Uwe Halling

Wer in der Liebenwalder Kirche getauft wurde, der steht in einem der Kirchenbücher. Jeder Täufling, jeder Konfirmand ist dort verewigt. Es ist festgehalten, wer geheiratet hat und wer verstorben ist. „Deshalb werden die Kirchenbücher auch oft für Forschungen verwendet“, sagt die Pfarrerin.

Die Osternacht ist ein traditioneller Zeitpunkt für die Taufe. „Ich habe dieses Mal keine Taufe, erst zu Pfingsten“, meint Michaela Jecht, die bedauert, dass immer weniger Kinder getauft werden. Die Leute würden sich auch immer öfter Termine auswählen, zu denen die gesamte, manchmal weit verstreute Familie erscheinen kann. Und das ist eben nicht immer Ostern.

Jede Taufe ist einzigartig

Bei einer Kindestaufe suchen oft die Eltern den Taufspruch aus. „Die sind meisten sehr selbstbewusst und kommen mit einem Taufspruch aus der Bibel.“ Michaela Jecht kann in der Liebenwalder Kirche für ihre Taufen ein ganz besonderes Taufbecken benutzen. Er ist noch aus der Schinkelzeit, sieht eigentlich aus wie aus Stein gemeißelt und ist trotzdem aus Holz. Das Taufwasser holt die Pfarrerin natürlich nicht mehr aus der „Maus“. Es ist ganz normales, oft angewärmtes Leitungswasser. Michaela Jecht schöpft es mit der Hand aus der Taufschale und lässt es dem Täufling vorsichtig über die Stirn laufen. „So finde ich es am natürlichsten“, sagt sie.

Jede Taufe ist für sie etwas Besonderes, „jeder Täufling ist anders.“ Michaela Jecht weiß, dass immer häufiger Taufzeugen dabei sind. Sie dürfen die Patenschaft übernehmen, obwohl sie kein Kirchenmitglied sind. Damit an diesem besonderen Tag alles harmonisch verläuft, führt die Pfarrerin lange Vorgespräche mit der Familie. Wer sind die Paten, wie wird das Kind gehalten, wer möchte wo stehen?

„Ich finde, die Taufe ist etwas sehr Lebendiges“, sagt die Pfarrerin von Liebenwalde. „Ich finde sie einfach schön.“

Von Andrea Kathert

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