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Das Warten soll ein Ende haben

Glienicke/Nordbahn Das Warten soll ein Ende haben

Neun Minuten hat es gedauert, bis im Computerkabinett der Grundschule Glienicke alle Rechner hochgefahren waren. Eltern haben ein IT-Konzept entwickelt, um den Zustand nachhaltig und kostengünstig zu verbessern. Die Gemeinde stellt 40 000 Euro dafür zur Verfügung.

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Praxistest im jüngsten Sozialausschuss. In der ersten Reihe dabei: Martin Jablonski-Zimare und IT-Berater André Klöpfel (v.l.).

Quelle: Foto: Helge Treichel

Glienicke. Das Experiment gelang: Die Mitglieder des Sozialausschusses mussten eine gefühlte Ewigkeit warten, bis ihre Rechner im Computerkabinett der Glienicker Grundschule hochgefahren waren. Erst nach neun Minuten war auch der letzte jener Rechner nutzbar, die mehrfach gestartet werden mussten. Bevor die Leitungskapazität auf 100 Mbit/s erweitert wurde und Serverfestplatten ausgetauscht wurden, dauerte es etwa zwischen 15 und 25 Minuten, bis endlich alle 31 PCs des größeren von zwei Kabinetten gleichzeitig hochgefahren waren.

Seit rund sechs Jahren gebe es diese Schwierigkeiten schon, sagt Martin Jablonski-Zimare, stellvertretender Schulelternsprecher. Deswegen hat der Familienpapa gemeinsam mit einem anderen Elternteil, André Klöpfel, ein umfangreiches IT-Konzept entwickelt, um dieses Problem zu lösen. Dessen Umsetzung beschloss die Schulkonferenz bereits Mitte Juni. Mit dem Haushaltsbeschluss für 2017 war im Gemeindeetat ein Budget von 40 000 Euro für die Grundschule eingeplant worden. Der Kostenvoranschlag kommt auf 38 137 Euro: für 46 Client-PCs, 32 neue Monitore, sonstigem Zubehör und das Aufrüsten von 28 vorhandenen Rechnern.

André Klöpfel und Martin Jablonski-Zimare, Familienväter mit Ideen – und professionellem Fachwissen

André Klöpfel und Martin Jablonski-Zimare, Familienväter mit Ideen – und professionellem Fachwissen..

Quelle: Helge Treichel

Enthalten sind zwei Linux-Update-Server samt Speicherkarten für zusammen 320 Euro. Denn die neuen Geräte sollen zugleich auf die lizenzfrei verfügbare Open-Source-Software umgestellt werden. Das spare nicht nur Lizenzkosten für jeden einzelnen Windows-Arbeitsplatz, sondern ermögliche den Kindern zusätzlich, „zu Hause die selben Möglichkeiten zu nutzen wie in der Schule“, so Jablonski-Zimare. Gerade im Bildungsbereich böten sich Open-Source-Anwendungen geradezu an. „Bei Bedarf kann der Bestand ganz einfach mit Rechnern und Monitoren aufgerüstet werden.“ Das Konzept der beiden Papas beinhaltet deshalb zugleich den Vorschlag, perspektivisch komplett auf freie Software umzusteigen. Die Gemeinde könnte in Größenordnungen Lizenzgebühren sparen. Und zu Hause würde den Kindern dann ein Minirechner wie der Raspberry Pi für rund 40 bis 60 Euro genügen (plus Tastatur und Monitor), für die Software fielen auch dort keine Kosten mehr an.

Angesichts der Vorteile versteht Martin Jablonski-Zimare um so weniger, warum es „Gegenwind“ aus dem Rathaus gab und warum die Kommunikation manchmal so schwierig war. Jetzt hofft er auf eine schnelle Realisierung – und kurze Boot-Zeiten.

In dieser Woche haben die Familienväter gleich noch einen Kriterienkatalog für die erforderliche Ausschreibung erstellt und anschließend in der Verwaltung abgeliefert. Die Kommunalpolitiker sind jetzt nur noch in einem Punkt gefragt – bei der Vergabeentscheidung, die im Hauptausschuss gefällt wird.

Arbeitsgruppe mit klaren Zielen

Anfang dieses Jahres war an der Grundschule Glienicke eine IT-Arbeitsgruppe gebildet worden. Mehrere Ziele wurden verfolgt.

Erstens: das Entwickeln einer nachhaltigen und langfristig kostengünstigen Problemlösung bei gleichzeitig verbesserter Ausstattung hinsichtlich Umfang und Nutzungsqualität.

Zweitens: das Beachten der Vorgaben des aktuellen Rahmenlehrplans Berlin-Brandenburg.

Drittens: das Einbeziehen von Lehrerschaft. Schülern, Gemeindeverwaltung und Eltern.

Viertens: Chancengleichheit durch den Einsatz freier und kostenloser Sofware sowie kostengünstiger Hardware.

Von Helge Treichel

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