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Oberhavel Das Wunder von der Havel
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16:46 26.06.2016
Ausverkauft: 1700 Menschen beim Konzert der Münchener Freiheit. Quelle: Uwe Halling
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Zehdenick

Was für eine Ehre: unter dem Beifall tausender Zuschauer nahm der „Alte Fritz“ alias Hans-Jürgen Krauss am Sonnabend in Zehdenick seinen großen Hut. Der Auftritt beim historischen Festumzug in der Jubiläumsstadt war sein letzter. Nach Jahren in der Rolle des Preußen-Königs dankte seine Majestät ab. Zum Andenken überreichte er Bürgermeister Arno Dahlenburg noch eine Kanonenkugel, wie sie früher in der Eisenschmelze der Stadt produziert worden war.

Der Abschied des „Königs“ war einer von vielen Gänsehaut-Momenten an diesem Bilderbuch-Wochenende. 20 000 Menschen feierten bei Hitze und Donner ausgelassen die urkundliche Ersterwähnung der Havelstadt vor 800 Jahren. Ein dreitägiges Programm-Dauerfeuer mit Jahrhundertkonzert, Festumzug, Hochseilshow, Höhenfeuerwerk und einem ausverkauften Konzert der Münchener Freiheit machten dieses facettenreiche Jubiläum zu einer wirklichen Jahrhundertfreier.

Bürgermeister Arno Dahlenburg hatte noch am Freitag gehofft, das Festwochenende möge ein Ereignis werden, an dass sich die Menschen in einigen Jahren gerne zurückerinnern werden. Drei Tage später konnte der von Moderator Alexander Kind auf den Namen Geburtstags-Party-Planer getaufte Stadtchef resümieren, „dass eine Welle der Begeisterung und der Freude“ durch die Stadt gegangen sei. Einwohner und Gäste kommentierten die Erlebnisse euphorisch: „Wahnsinn“, „Irre“ oder auch „Traumhaft“. Kinder der Stadt waren extra für dieses Ereignis nach Hause gekommen und meinten, sie hätten ihre Heimatstadt nicht wiedererkannt.

Ein „Hammer-Wochenende“ fasste Hartmut Leib, der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung beim Dankeschön-Frühshoppen am Sonntag die Gefühlslage vieler zusammen. Ein Beleg für die positive Grundstimmung dieser Tage sei auch die Bilanz der Sicherheitskräfte, die am Sonntag ein erfreuliches Resümee zogen. Es habe trotz der Masse an Besuchern nicht einen kritischen Vorfall gegeben. Die Menschen feierten friedlich.

Henry Arzig war anfänglich skeptisch, ob die gebotene Programm-Fülle in einer Kleinstadt wie Zehdenick funktionieren kann. Dass die Havelstadt letztlich derart über sich hinaus wachsen würde, habe er nicht erwartet: „Es haben hier fast doppelt so viele Menschen gefeiert wie Zehdenick Einwohner hat. Da musste ich mich trotz meiner 26-jährigen Berufserfahrung revidieren. Zum Glück. Es hat funktioniert und die Messlatte liegt jetzt ziemlich hoch“, so sein Fazit.

300 Dienstleister – vom Gaukler bis zum Wahrsager – und die „Münchener Freiheit“ hatte der Veranstalter für das Fest an die Havel geholt. Die Musiker der Kultband ließen nach ihrem mehrtägigen Kurzurlaub im Havelschloss ausrichten, dass Zehdenick eine coole Stadt sei. Und das nicht nur wegen der Riesenstimmung bei ihrem Auftritt. In Sichtweite des gut 33 Meter hohen Riesenrades auf dem Adolf-Mann-Platz rissen die Zehdenicker Samstagnacht bei dem Lied „Tausendmal Du“ die Hände in die Höhe und fast 1700 Menschen sangen bis zur Heiserkeit den Refrain mit.

Für das Fest-Konzept der Havelstadt sprach am Ende wohl auch, dass die Gäste aus der Partnerstadt Castrop-Rauxel auf Henry Arzig zukamen und fragten, ob er ihr nächstes großes Stadtfest mit organisieren könne. „Das, was Zehdenick hatte, wollen wir auch. Es war einfach nur großartig“, meinte Udo Behrenspöhler, der mit insgesamt 80 Castrop-Rauxelern angereist war und die Heimfahrt am Sonntag gerne noch hinausgezögert hätte.

Mit einer atemberaubenden Hochseilshow zogen die Akrobaten der Artistenfamilie Weisheit tausende Zuschauer in ihren Bann. Mit Feuerwerk und Lasershow machten die Künstler den Marktplatz zu ihrer Bühne. In 62 Metern Höhe spielte Alexander Weisheit Trompete und wippte auf dem schwankenden Mast wie ein Wimpel zwischen Himmel und Erde. Die Zehdenicker wollten bei dieser 800-Jahrfeier hoch hinaus und sie haben dieses Wunder vollbracht.

Von Cindy Lüderitz

Ordentlich zur Sache ging es am Sonnabend an der Hastbrücke: Im Herzen Zehdenicks wurde aus Anlass des Jubiläums das legendäre Stadtgefecht von 1806 nachgespielt, eines von zahlreichen Rückzugsgefechten der Preußen nach ihren Niederlagen in den der Schlacht bei Jena und Auerstedt. Historiendarsteller aus ganz Deutschland inszenierten das Gefecht.

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