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Das alte Haus lädt wieder ein

Das Pfarrhaus von Neuholland Das alte Haus lädt wieder ein

Drei Jahre hat es gedauert, bis das Neuholländer Pfarrhaus umgebaut und saniert war. Nun wird öfter wieder Licht brennen, wenn der Chor probt, sich die Senioren am Nachmittag treffen oder der Gottesdienst abgehalten wird. Leicht war es nicht, alle Aufgaben zu stemmen Aber die Neuholländer sind offenbar ein besonderes Völkchen. Sie packen einfach an.

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Im umgebauten Pfarrhaus zieht wieder mehr Leben. Der Kirchenchor und die Senioren werden das Haus bald wieder nutzen. Quelle: Enrico Kugler

Neuholland. Ab jetzt werden die Neuholländer wieder öfter Licht in ihrem Pfarrhaus brennen sehen. Denn die Sanierung des Hauses an der Nassenheider Chaussee ist endlich abgeschlossen. „In der letzten Woche haben wir das ein wenig gefeiert“, erzählt Christel Gottemeier. Sie ist eines der vier Mitglieder im Gemeindekirchenrat und jederzeit zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird. Pfarrerin Barbar Fülle kann sich auf sie verlassen.

Christel Gottemeier steht in der „Winterkirche“ und freut sich, dass der Raum so schön geworden ist. Und lange genug hat es gedauert. „Ich hab extra noch mal nachgeschaut“, meint sie. „2008 haben wir den ersten Antrag auf Fördermittel gestellt.“ Damals hieß das Förderprogramm noch „LEADER“. Die Namen der Programme wechselten, nur das Fördergeld bekam die Kirchengemeinde nicht. Bis 2013 hat es gedauert, bis etwas bewilligt wurde.

Es wurde höchste Zeit für die Sanierung. Im Dach waren die Balken gebrochen. Ein tragender Balken musste unbedingt ausgewechselt werden. Das Dach bekam eine komplette neue Eindeckung. „Die beiden Giebelwände sahen auch ganz brüchig aus.“ Das Fachwerk war arg in Mitleidenschaft gezogen. Nun sind die beiden Giebel vertäfelt. Die Elektrik im Haus musste unbedingt neu verlegt werden. Und zeitgemäße Sanitäranlagen gab es auch nicht im Pfarrhaus. Lediglich einen kleinen Verschlag im Korridor.

Eine Mietwohnung im Pfarrhaus, die leer stand, wurde im Zuge der Sanierung mit umgebaut. Nur so konnte der schöne große Andachtsraum entstehen, der im Winter nun für die Gottesdienste genutzt wird. Neben diesem Gemeinderaum ist Platz für eine Teeküche entstanden. Dahinter liegt ein Zimmer, in dem der Chor wieder proben wird. Die alte Heizung wurde von Öl auf Gas umgestellt. Das ganze Jahr wurde gebaut.

Kirchenrätin Christel Gottemeier (l) und Pfarrerin Barbara Fülle sitzen im neuen Gemeinderaum, in dem im Winter auch die Gottesdienste abgehalt

Kirchenrätin Christel Gottemeier (l.) und Pfarrerin Barbara Fülle sitzen im neuen Gemeinderaum, in dem im Winter auch die Gottesdienste abgehalten werden.

Quelle: ENRICO KUGLER

150 000 Euro haben die Arbeiten insgesamt gekostet. Anfangs gab es noch eine 60-prozentige Förderung, später waren es nur noch 40 Prozent. „Plötzlich wurde die Wohnung rausgerechnet“, weiß die Kirchenrätin noch genau. Und bei der Sanierung eines mehr als 300 Jahre alten Hauses ist man nie vor Überraschungen gefeit. „Plötzlich hieß es, das und jenes wird nicht gefördert“, stöhnt Christel Gottemeier bei dem Gedanken an diese Zeit. Dann mussten unbedingt Brandschutztüren eingebaut werden. Eines kam zum anderen. „Unsere gesamten Gelder sind draufgegangen“, sagt sie.

Mehr als 300 Jahre alt ist das Pfarrhaus

Mehr als 300 Jahre alt ist das Pfarrhaus. Davon zeugt noch diese alte Türklinke.

Quelle: ENRICO KUGLER

Und der Innenausbau wäre nie so vorangeschritten, wenn nicht viele Menschen mitgeholfen hätten, unentgeltlich. Die Kirchenrätin denkt besonders an die engagierten Chormitglieder und an den Neuholländer Künstler Lothar Köhn, der das Material sponserte und die Wände im Gemeinderaum stellte. „Ohne ihn wären wir aufgeschmissen gewesen.“

„Das ist das Besondere an den Neuholländern“, sagt Pfarrerin Barbara Fülle, die erst seit zwei Jahren für Neuholland zuständig ist. 60 bis 70 Mitglieder zählt die Kirchengemeinde. Bis zu 20 Leute besuchen ihren Gottesdienst.

Doch auch Leute, die der Kirche gar nicht angehören, packten bei der Sanierung einfach mit an. Einen großen Dank schicken die beiden Frauen an all diejenigen, die mit geholfen haben.

In dem alten Fachwerkhaus wird bald wieder Leben einziehen. „Hier gibt es eine richtige Veranstaltungstradition“, meint die Pfarrerin. Das laufe richtig gut. Da müsse man keine Sorge haben, dass sich der Aufwand im Vorfeld nicht lohnt.

Nun kann das Pfarrhaus auch wieder für Seniorennachmittage genutzt werden. Der Chor wird wieder im Warmen proben. Und: „Jetzt können wir das Pfarrhaus auch fremd anbieten“, sagt Christel Gottemeier ganz zufrieden.

Ein gelungener Umbau

Das Pfarrhaus vor der Neuholländer Kirche an der Nassenheider Chaussee ist im Jahr 2014 genau 300 Jahre alt geworden.

In dem Gebäude hatte die Kirchengemeinde zwei Wohnungen vermietet. Nur ein kleiner Teil des Hauses diente als Pfarrhaus.

Die Bausubstanz, besonders das Dach und die Giebel, waren arg in Mitleidenschaft gezogen.

Die Sanierung kostete insgesamt 150 000 Euro.

Von Andrea Kathert

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