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Oberhavel Das hätte Hedwig Bollhagen gefallen
Lokales Oberhavel Das hätte Hedwig Bollhagen gefallen
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00:29 08.07.2015
Veltens Museen locken Besucher von nah und fern. Quelle: Ulrike Gawande
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Velten

„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ Mit diesem Zitat von Pablo Picasso hatte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka am Donnerstag das neue Hedwig-Bollhagen-Museum in Velten eröffnet. Sie verriet, dass sie auch selbst ein großer Fan des typischen Bollhagen-Geschirrs sei, mittlerweile außerdem eine Sammlung außergewöhnlicherer Stücke besitze. Darunter zahlreiche Krüge, die für spezielle Jubiläen herausgegeben wurden. Hedwig Bollhagen gilt nicht umsonst als Meisterin der Keramik, ist weit über die Grenzen Brandenburgs bekannt und beliebt. Sie verstand es mit ihren zeitlosen Designs Alltagsgegenständen eine besondere Ästhetik zu geben. Und nun widmet sich in Velten ein ganzes Museum ihrer Kunst.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka eröffnete am Donnerstag das Hedwig-Bollhagen-Museum in Velten Quelle: Ulrike Gawande

Aber trifft das Museum, mit seinem modernen, zurückhaltenden Stil an historischem Ort den Geschmack der Bevölkerung? Sind die Menschen bereit, trotz der derzeit großen, sommerlichen Hitze, nicht an den kühlen See, sondern ins Museum zu gehen? Am Sonnabend, als das Bollhagen-Museum anlässlich des Veltener Stadtfestes und des Sommerfestes am Ofen-und Keramikmuseum erstmals für Besucher geöffnet war, konnte man sich ein deutliches Bild des Interesses machen.

Schon zur Mittagszeit hatten über 200 Menschen den Weg ins angenehm kühle Museum gefunden, freute sich Maike Arndt vom Förderverein des Ofen- und Keramikmuseums, der nun auch das Bollhagen-Museum mit seinen zurzeit 400 ausgestellten Exponaten betreibt. Mit so vielen Interessierten hatte man angesichts des Wetters so schnell nicht gerechnet. Zwar war der Eintritt zum Museum an diesem Tag kostenlos, aber für viele Gäste war das nicht das entscheidende Kriterium. Viel mehr war man neugierig, ob das Museum den Erwartungen gerecht wird?

Großzügig, klar, luftig, hell und schlicht waren die typischen Adjektive, die fielen, wenn Besucher das Gesehene beschrieben. „Die Architektur ist großartig“ begeisterte sich die Veltenerin Christa Schneider, „man sieht, welche Mühe dahinter steckt.“ Das Zusammenspiel von Tageslicht und Anordnung der Vitrinen fasziniert. Oft jedoch waren die Besucher überrascht, welche Stücke ausgestellt werden. Hatte man eher mit dem für Bollhagen typischen Geschirr gerechnet, erwarten die Besucher stattdessen Unikate und Musterstücke, die eine ganz andere Seite der Künstlerin zeigen.

Der Freie Chor Velten, schon 1887 gegründet, gab zwei Kurzkonzerte in historisch ergänzter Chorkleidung. Quelle: Ulrike Gawande

Selten war jedoch eine kritische Stimme zu vernehmen. So wurde die Leserlichkeit der Informationstexte, die dem Charakter der Museums angepasst sind, für ausbaufähig befunden. Nie war die 300 Quadratmeter große Ausstellungsfläche leer. Immer wieder bildeten sich Menschengrüppchen, die über Keramik, Bollhagen-Geschirr, das man selbst besaß oder besitzt, Kunst und Museum ins Gespräch kamen. Mit Smartphones wurden die optische Eindrücke festgehalten. Und trotz eines steten Kommen und Gehens, wurde es nie unruhig im Museum.

Auch zahlreiche Veltener hatten sich auf den Weg ins Museum gemacht, oft verbunden mit einem Besuch des Stadtfestes, das auf dem Rathausplatz anlässlich 80 Jahren Stadtrecht gefeiert wurde.

Die Museumsgasse war die ideale Verbindung zwischen den Festorten.

Keramik- und Kunsthandwerkermarkt auf dem Museumshof. Quelle: Ulrike Gawande

Zwar kamen tagsüber nicht allzu viele Gäste zum Töpfermarkt des Ofenmuseums, das sein 110-jähriges Bestehen feierte, und waren vor der Stadtfest-Bühne nur die schattigen Plätze besetzt, wurde der Rathausplatz abends zur vielbesuchten Partymeile mit umjubelten Auftritten der ABBA-Girls und Michael-Jackson-Double.

Von Ulrike Gawande

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