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Das letzte Klassentreffen

Hennigsdorf Das letzte Klassentreffen

13 ehemalige Hennigsdorfer Schüler werden sich im September 2018 in der Stahlstadt wiedersehen, 1956 haben sie in der damaligen Puschkin-Oberschule gemeinsam das Abitur gemacht. Danach zogen viele in den Westen. Der Kontakt ist jedoch niemals abgerissen, dafür waren die Freundschaften zu stark.

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Rosemarie Schreibers Klasse machte in der Puschkin-Oberschule Abitur. 2006 traf sich die Klasse dort mit Schreiber.

Quelle: FotoS: privat

Hennigsdorf. „Es roch noch alles genau wie früher“, sagt Rosemarie Schreiber. Vor elf Jahren lief die Hennigsdorferin mit ihren ehemaligen Klassenkameraden durch die Flure des Alten Gymnasiums. 2006, im Jahr des Fußball-Sommermärchens, war es genau 50 Jahre her, dass Schreibers Klasse in der einstigen Puschkin-Oberschule Abitur gemacht hatte. Im September 2018 werden sich die Abiturienten von 1956 nun wieder in Hennigsdorf treffen. Ein Jubiläum steht nicht an, darauf können die Senioren auch nicht mehr warten. „Es wird jetzt wohl das letzte Mal sein, dass wird so zusammenkommen“, sagt Rosemarie Schreiber. Immerhin, so die Seniorin, seien alle schon um die 80 Jahre alt. Schon jetzt sind nicht mehr alle dabei – drei Mädels von einst können nicht reisen und eine Klassenkameradin ist bereits verstorben. Und so wird die kleine Gruppe voraussichtlich nur noch 13 Leute umfassen.

Nach dem Abitur suchten einige von Schreibers Mitschülern ihr Glück in Westdeutschland, der Kontakt ist aber nie abgerissen. „Wir haben uns alle richtig gemocht und sind gute Freunde geblieben, trotz der konträren politischen Verhältnisse“, sagt Schreiber. Nach dem Mauerbau lebte sie mit ihrem Mann in Ost-Berlin und empfing regelmäßig alte Schulfreunde aus dem Westen. „Sie konnten aber nur einen Tag kommen, nachts um 12 mussten sie wieder zurück sein am Übergang in der Friedrichstraße“, erinnert sich die 79-Jährige. Sie schrieb auch hunderte Briefe, und mit manchem Mitschüler aus dem Westen konnte sie gar telefonieren – ein Luxus in der DDR. Nach der Wende trafen sich die Mitschüler dann wieder regelmäßig, machten Ausflüge in den Speewald, nach Potsdam oder Stralsund, wo Schreibers Mitschülerin Ingrid Kluge, eine ehemalige Kinderärztin, lebt. Viele hätten gute Berufe gelernt, vom Psychologen über den Augenarzt bis zum Autoren beim Lexikonverlag Brockhaus. Schreiber selbst leitete als Modegestalterin einen Bekleidungsbetrieb in Wittenberge und arbeitete später als Professorin an der Hochschule Weißensee. „Die Mädels, die im Osten geblieben sind, haben es alle beruflich zu etwas gebracht“

Die Schüler kamen damals aus Nieder Neuendorf, Velten, Kremmen oder Sommerfeld mit der Bahn zur Schule. „Wir werden alle Strecken von damals per Bus abfahren“, so Schreiber. Die Tour beginnt im Stadtmuseum, führt über den Jachthafen entlang der Havel bis zum Grenzturm. Danach ist ein Besuch der Bollhagen-Werkstätten sowie ein Besuch im Kremmener Scheunenviertel geplant. Zurück geht es über Velten und den umgebauten Bahnhof, wo jetzt die Bäckerei Plentz eine Filiale hat. Rosemarie Schreiber will die Lebensläufe aller Mitschüler in einem Heft zusammenfassen, als Erinnerung für alle. „Das“, sagt sie, „soll meine letzte Tat nach dem Treffen werden.“

Von Marco Paetzel

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