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Das sprudelnde Leben

Die Lebenshilfe feiert ihr 25-Jähriges Das sprudelnde Leben

Während sich nach der Wende viele Menschen zunächst um sich selbst kümmerten, trat in Oranienburg ein Elternverein an, der sich den Behinderten widmete und sie aus ihrer Unsichtbarkeit holte. Seit 25 Jahren bietet die Lebenshilfe Oberhavel Süd geistig und körperlich behinderten Kindern, Erwachsenen und Senioren ihre Hilfe an.

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Sie präsentierten ein mitreißendes Musical.

Quelle: Foto: Andrea kathert

Oranienburg. Am Ende hielt es niemanden mehr auf seinem Stuhl. Als das letzte Lied des Lebenshilfe-Musicals erklang, sangen alle Besucher mit „Hier sind wir!“. Und das klang ziemlich stimmgewaltig, denn in der MBS-Arena der Turm-Erlebniscity hatten sich am Freitagvormittag etwa 370 Menschen versammelt, um gemeinsam zu feiern. Der Elternverein, gegründet am 6. Juni 1990, blickte auf ein Vierteljahrhundert Arbeit für und mit Menschen mit geistiger Behinderung zurück. 25 Jahre Lebenshilfe Oberhavel Süd _ da gab es viele Geschichten zu erzählen.

Und das taten die Bewohner der Einrichtungen vor allem mit ihrem selbst komponierten und einstudierten Musical. Ein halbes Jahr hatten sie dafür geübt und geackert. Und mit ihnen die Band, die bis heute keinen Namen hat, weil sich die Musiker um den Sänger Dan Stein nur für dieses Musical zusammengefunden hatten. Die Darsteller entwickelten auf der Bühne ein Feuerwerk an Lebensfreude. Einer der ersten Sätze, die an diesem Tag fielen, war der, dass es bei der Lebenshilfe nie um Mitleid, sondern immer um Hilfe zum Leben geht. Nichts hätte diesen Gedanken besser unterstreichen können, als das Bühnenprogramm. Die Bewohner erzählten von den Anfängen, als sich Eltern zusammentaten, um den behinderten Menschen endlich eine Perspektive zu geben, nachdem sie in Zeiten der DDR in den Feierabendheimen weggesperrt worden waren. Bis zum Dezember 2000 hatte es gedauert, bis die „Villa Sonnenschein“ in Lehnitz von der ersten Bewohnern bezogen wurde. Und noch mal sechs Jahre gingen ins Land bis die „Rote Villa“ in Velten saniert war. Heute bietet der Verein etwa 200 Betreuten Hilfe zum Leben an. Und das ein ganzes Leben lang.

Einer, der diese Hilfe seit 25 Jahren kennt, ist Mario Klante. 1990 lebte er als junger Mann im Briese­idyll. Die Lebenshilfe ermöglichte ihm viele interessante Stationen und Tätigkeiten in seinem Leben. Bis hin zu dem Tag, an dem er zur großen Jubiläumsfeier als Erster ins Mikrofon sprach und ganz selbstbewusst die prominenten Gäste auf die Bühne bat.

Landrat Ludger Weskamp (SPD) zog in seiner Rede den Hut vor dem Engagement der Mitarbeiter und auch dem der Eltern, die all die Jahre viel Mut und Kraft aufgebracht hatten. Vor 25 Jahren sei ein kleines Häufchen Aufrechter angetreten, um Strukturen für behinderte Menschen zu schaffen, sagte Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke. „Heute hat die Lebenshilfe ein Imperium im besten Sinne geschaffen.“ Jürgen Dusel, Behindertenbeauftragter des Landes, meinte: „In der Zeit nach der Wende haben sich viele Menschen erst mal um sich selbst gekümmert.“ Wer sich den Behinderten angenommen hat, „verdient unser aller höchsten Respekt“.

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Es wurde gelacht, getanzt und gesungen. Am Freitag feierte die Lebenshilfe Oberhavel Süd ihr 25-jähriges Bestehen. Dabei waren die Bewohner der Einrichtungen, die Vereinsmitglieder und viele Gäste. In der MBS Arena in der Turm Erlebniscity feierten etwa 370 Menschen.

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Von Andrea Kathert

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