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Oberhavel Das war 2017 in Hennigsdorf
Lokales Oberhavel Das war 2017 in Hennigsdorf
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17:54 02.01.2018
Zum 100. Jubiläum des Stahlwerks enthüllt Bürgermeister Andreas Schulz im Juni eine Dauerausstellung zur Geschichte vor dem Rathaus. Quelle: Marco Paetzel
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Hennigsdorf


Januar: Sigmar Gabriel, damals noch Wirtschaftsminister, lädt Vertreter von Bombardier-Betriebsrat und Management in sein Ministerium. Es geht um den bevorstehenden Jobabbau im Werk. „Das Gespräch war konstruktiv und offen, Herr Gabriel hat es gut geleitet“, erklärt Betriebsratschef Michael Wobst. Unter anderem sitzen auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und sein sächsischer Amtskollege Stanislaw Tillich mit am Tisch. Zudem übergibt im Januar die Hennigsdorfer Wohnungsgenossenschaft (WGH) acht neue Reihenhäuser in der Waldstraße.

Die wichtigsten Momente des vergangenen Jahres gibt es hier zum Durchklicken.

Februar: Der Berliner Geschäftsmann Bahaddin Kocak will das alte Stahlwerker-Kulturhaus in der Veltener Straße sanieren. Unter anderem will er aus dem Saal einen Event-Raum für Veranstaltungen machen, im Rest des Gebäudes könnte auf allen Stockwerken ein Hostel einziehen. 400 000 Euro will Bahaddin Kocak investieren. Außerdem verkündet Bürgermeister Andreas Schulz, dass er nach 27 Jahren nicht mehr bei der Neuwahl antreten will. Sein Nachfolger soll Stadtverordnetenvorsteher Thomas Günther (SPD) werden.

März: Rund 600 Beschäftige des Bombardier-Werks laufen mit Tröten, Lautsprechern und Transparenten durch die Hennigsdorfer Innenstadt. Sie wollten ein Zeichen setzen und für die Zukunft des Standortes kämpfen. Sturmtief „Eckhardt“ indes fegt durch Hennigsdorf: Auf dem Parkplatz des Krankenhauses wird ein Baum entwurzelt und stürzt auf drei geparkte Autos, Verletzte gibt es in Hennigsdorf aber nicht. Außerdem eröffnet Brandenburgs modernste Apotheke „Sabelus XXL“ Ziel-Center. Es gibt eine LED-Leinwand mit Angeboten und einen Roboter, der die Medikamente sortiert.

April: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) besucht die Hennigsdorfer Bombardier-Mitarbeiter und sichert ihnen die Unterstützung des Landes zu. Brandenburg sei bereit, dem Konzern mit Fördermitteln zu helfen. Die Produktion in Hennigsdorf ist von den Sparplänen des Konzerns bedroht. Zudem wird die bekannte Hennigsdorfer Ärztin Doris Pannwitz (61) tot in ihrer Praxis in der Havelpassage gefunden.

Mai: Die DSL-Versorgung in Hennigsdorf soll ausgebaut werden. 20 Millionen Euro sollen im ganzen Landkreis investiert werden. Außerdem feiert der LEW-AEG-Seniorenclub sein 25. Jubiläum im Stadtklubhaus, 200 Gäste gratulieren. Zudem gibt die Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) bekannt, dass das Seniorenwohnhaus in der Rigaer Straße 30/30a, 1983 gebaut, bis 2022 barrierefrei saniert wird. Es soll auch ein Ärztehaus entstehen. Zudem wird eine Tagespflegeeinrichtung mit 20 Plätzen gebaut und die bestehenden Wohnungen werden saniert.

Juni: Der Kranich-Experte und ehemalige Hennigsdorfer SPD-Stadtverordnete Ekki Hinke stirbt nach einem Zusammenbruch im Krankenhaus. Hinke, 1939 geboren, hat sich mehr als 30 Jahre lang für Kraniche engagiert, er war Rastplatzbetreuer für den Kranichschutz Deutschland in Linum. „Auch für die SPD und ihre Senioren war er einer, der immer angepackt hat“, so Werner Hoffmann von den SPD-Senioren. Zudem gibt die Verwaltung bekannt, dass das Schweitzer-Viertel aufgewertet werden soll, rund 31 Millionen Euro sollen hier in den kommenden Jahren investiert werden.

Juli: Die Feuerwehr stellt ihr neues Einsatzleitfahrzeug vor, Kostenpunkt: 260 000 Euro. Es hat Internet, zwei Telefonverbindungen und sechs Digitalfunkverbindungen. Außerdem informiert die Verwaltung die Bürger im Rathaus über den geplanten Ausbau der maroden Fontanestraße. Von 2020 bis 2022 soll die 2,3 Kilometer lange Straße saniert werden. Auch ein Starkregen geht über Hennigsdorf und ganz Oberhavel nieder. Rund 30-mal musste die Hennigsdorfer Wehr ausrücken. Keller sind vollgelaufen und Straßen überflutet.

August: Hennigsdorf will bis 2028 bei der Wärmeversorgung komplett ohne CO2 auskommen und Vorreiter in Sachen Klimaschutz im Land Brandenburg werden. Möglich machen soll das die Strategie „Hennigsdorf 2020+“, unter anderem mit dem Forschungsprojekt „Wärmedrehscheibe“, bei dem etwa die Energie von Unternehmen wie dem Stahlwerk für die Wärmeversorgung genutzt werden soll.

September: Thomas Günther wird zum neuen Bürgermeister von Hennigsdorf gewählt. Mit 60,83 Prozent setzt sich der Hennigsdorfer gegen Dietmar Buchberger (AfD) und Ursel Degner (Die Linke) durch und wird im Februar 2018 Nachfolger von Andreas Schulz.

Oktober: Sturmtief „Xavier“ wütet in der ganzen Region. Auch Hennigsdorf wird vom Sturm getroffen, mindestens 20 Einsätze zählte die Wehr. „Wir haben umgestürzte Bäume auf Autos, Dächer oder Straßen“, sagte Stadtbrandmeister Frank Dobratz. Auch die Sanierung der Marwitzer Straße hat begonnen. Auf etwa einem Kilometer soll die marode Landesstraße bis Ende 2018 grundlegend modernisiert werden. Doch der städtische Anteil für den Ausbau der Nebenanlagen explodiert, statt den geplanten rund 659 000 Euro muss die Verwaltung nun 1,04 Millionen Euro zahlen. Schuld sind gestiegene Kosten im Bausektor. Umgesetzt werden 2018 zehn Vorschläge aus dem ersten Bürgerhaushalt. Die meisten Stimmen entfallen auf den Vorschlag, Umweltschulungen in Kitas und Schulen durchzuführen. Auch ein Trimm-Dich-Pfad wird dann errichtet und der Skaterpark erweitert. Zudem wird es Freiluftkino und Kinderdiscos geben.

November: Die Sabelus-XXL-Apotheke ist nach wochenlanger Schließzeit nun offiziell wegen Insolvenz geschlossen. Die Apotheke, die erst im März im sanierten Ziel-Center eröffnet hatte, galt als modernste der Region. Dafür gibt es Hoffnung, das die Wiedereröffnung des Kinos im Ziel-Center angeht: Filmproduzenten Gösta Oelstrom befindet sich in guten Gesprächen mit dem Ziel-Management. Der Haushaltsentwurf für 2018 indes ist rot eingefärbt: Erträgen von rund 53,5 Millionen Euro stehen Aufwendungen von 56,4 Millionen Euro gegenüber. Rund 45 Millionen Euro hat die Stadt noch als Rücklage, die zu schmelzen droht. „Wir müssen wieder einen Haushaltsentwurf vorlegen, der in den Planwerten einen Fehlbetrag von 2,9 Millionen Euro aufweist“, erklärt Bürgermeister Andreas Schulz.

Dezember: Die Stadtverordneten beschließen, dass sie in der Frage des Stadtbad-Neubaus im Frühjahr 2018 die Bürger abstimmen lassen. Berechnungen hatten ergeben dass das Bad statt der geplanten 21,5 Millionen nun bis zu 38,3 Millionen Euro kosten kann. Dazu kämen noch zwei Millionen Euro für die Planung.

Von Marco Paetzel

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