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Oranienburg Das war knapp

Sturmtief „Sebastian“ entwurzelte am Mittwoch in Oranienburg einen mächtigen Baum. Als der nach einer Sturmböe schließlich vollends umkippte, verfehlte er den Oranienburger Toni Aschersleben nur haarscharf.

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Dieser Baum fiel MAZ-Leser Toni Aschersleben in der Oranienburger Behringstraße fast auf den Kopf.

Quelle: Privat

Oranienburg. Einen Riesen-Schreck erlebte der Oranienburger Toni Aschersleben Mittwochabend auf seinem Heimweg, nachdem Sturmtief „Sebastian“ zuvor über die Region hinweggezogen war. „Gegen 17 Uhr war ich auf der Behringstraße zu Fuß auf dem Weg nach Hause“, berichtet der 32-Jährige. „Es hatte heftig geregnet, der Boden war extrem feucht.“ Feuchten Untergrund habe er in dem Bereich allerdings schon öfter bemerkt,“wohl aufgrund des Kanals, der direkt neben dem Weg verläuft“, vermutet Aschersleben, der weiter erzählt: „Plötzlich fiel nach einer Windböe ein riesiger Baum direkt vor mir einfach um.“ Einen Meter weiter, und „das Ding wäre mir direkt auf den Kopf gefallen“, klingt der 32-Jährige am Tag nach dem Vorfall immer noch etwas beklommen. „Mir wurde ganz anders. Der Baum ist mitsamt Wurzeln einfach umgekippt, darunter war jede Menge Wasser zu sehen.“

Wer ist verantwortlich für Bäume im öffentlichen Raum?

Wen man in solchem Fall wohl informiere, fragte sich der Oranienburger, als er sich vom ersten Schreck erholt hatte: „Beim Ordnungsamt habe ich niemanden mehr erreicht. Also meldete ich das Ganze der Polizei, die sich kümmern wollte.“ Tatsächlich sei der Baum am nächsten Tag bereits beseitigt gewesen. Der Oranienburger befürchtet nun allerdings, dass die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer an dieser Stelle in Gefahr sei. „So wie es dort aussieht, war seit langem kein Baumexperte mehr vor Ort.“

Offiziell zuständig für die Bäume im öffentlichen Raum Oranienburgs ist das Tiefbauamt. Dessen Leiter, Thorsten Junker, erklärte auf MAZ-Nachfrage, dass die Baumkontrolle gemäß geltender Richtlinien erfolgen. Alte und stärker geschädigte Bäume werden demnach durch die Stadt jährlich in Augenschein genommen. Für gesunde und leicht geschädigte Bäume findet die Baumkontrolle jährlich oder aber nach Baumstandort alle zwei Jahre statt, in Ausnahmen alle drei Jahre. Jungbäume und Neupflanzungen werden alle drei bis fünf Jahre kontrolliert. Mit diesem Vorgehen richte sich die Stadt nach den „Richtlinien für Regelkontrollen zur Überprüfung der Verkehrssicherheit von Bäumen“ (FLL-Baumkontrollrichtlinien). Der Kontrollturnus richte sich dabei „nach der berechtigten Sicherheitserwartung des Verkehrs, dem Zustand des Baumes und seiner Entwicklungsphase (Jungbaum = Jugendphase, Baum mittleren Alters = Reifephase, Altbaum = Alterungsphase)“, erklärt Junker. Daraus ergebe sich folgendes Schema für die sogenannten Regelkontrollintervalle.

Die regelmäßig Kontrolle von Bäumen im öffentlichen Raum der Stadt Oranienburg orientiert sich an der Regel-Kontrollintervall-Übersicht

Die regelmäßig Kontrolle von Bäumen im öffentlichen Raum der Stadt Oranienburg orientiert sich an der Regel-Kontrollintervall-Übersicht.

Quelle: Tiefbauamt Oranienburg

An stark befahrenen Straßen sowie an öffentlichen Plätzen sei die Sicherheitserwartung der Passanten berechtigterweise höher, als z. B. auf schwach frequentierten Wegen, weiß Junker, der ebenfalls erklärt, dass bei Sturmereignisse zudem Sonderkontrollen angeordnet werden können, um „windwurfgefährdete Bäume, Kronen- und Astbrüche etc. zu lokalisieren. Die sich hieraus ergebenden Maßnahmen werden nach Örtlichkeit und Dringlichkeit sortiert über den Stadtbauhof, Baumpflegefirmen und die Feuerwehr ausgeführt. Nimmt die Abarbeitung längere Zeit in Anspruch, werden Gefahrenstellen abgesperrt und gesichert.“ Junker erklärt zudem: „Soweit sich Sturmereignisse ereignen oder ankündigen, achten die Bürger bitte auf sichtbare Astbrüche in den Baumkronen und windschief stehende Bäume und halten sich selbst bzw. mit dem PKW entsprechend Abstand.“

Je nach Tageszeit, unterschiedliche Ansprechpartner

Hinweise zu städtischen Bäumen auf öffentlichen Straßen, Grünflächen, Friedhöfen, Spielplätzen, Kita- und Schulanlagen nimmt das Tiefbauamt, im Speziellen der Bereich Grün- und Spielanlagen, Baumschutz, Friedhöfe entgegen. Bürger können Hinweise zu Bäumen im Tiefbauamt unter der Telefonnummer 03301-600 730 oder auch direkt im Zuständigkeitsbereich Baumschutz bei Frau Gube, telefonisch unter der 03301-600 775 oder per Email an
gube@oranienburg.de
, melden. Bei Gefahr im Verzug und Notfällen ist zudem das Ordnungsamt (Sekretariat/Feuerwehrangelegenheiten) unter der Telefonnummer 03301-600 691 Ansprechpartner. Außerhalb der normalen Geschäftszeiten sollte die Feuerwehr unter der 112 informiert werden.

Von Nadine Bieneck

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