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Oberhavel David Ostwald: Die Feuerwehr ist sein Hobby
Lokales Oberhavel David Ostwald: Die Feuerwehr ist sein Hobby
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16:39 21.09.2017
Gemeindebrandmeister David Ostwald (37) in der Feuerwache in Bötzow. Nach dem A-2-Unglück tragen die Autos noch immer Trauerflor. Quelle: Robert Tiesler
Oberkrämer

Der Tag, an dem David Ostwald offiziell zum Gemeindebrandmeister von Oberkrämer ernannt worden ist, war kein gewöhnlicher: Es war der 29. Juni. Stichwort: Jahrhundertregen. Riesige Wassermassen fielen vom Himmel. „Man hat gesehen, da kommt was Dickes, und ich habe mich gewundert: Der Regen kam von Süden, der Wind aber kam von Norden. Über Oberhavel hat das Unwetter dann gestanden.“ Ein erster Einsatz in Marwitz, ein weiterer in Vehlefanz. „Dann war klar, wir müssen alle Wehren alarmieren. In der Wache in Vehlefanz haben wir alle Kräfte gebündelt“, erzählt der 37-jährige Marwitzer. Bis nachts um 3 Uhr waren die Kräfte im Einsatz gegen die Fluten – und zwischendurch fuhr David Ostwald fix in die Eichstädter Gemeindeverwaltung, um in der dortigen Gemeindevertreterversammlung fix seine Ernennungsurkunde abzuholen.

Seit 2009 ist er auch Gemeindejugendwart bei der Feuerwehr. Schon 2014 übernahm David Ostwald als Stellvertreter die Aufgaben des Gemeindebrandmeisters, nun ist er es auch offiziell. Er leitet die vier Ortswehren in Oberkrämer. „Meine Aufgabe ist es, den Kontakt zu halten zwischen der Gemeinde und den Ortswehrführern.“ Etwa 90 aktive Mitglieder hat die Feuerwehr, hinzu kommen etwa 50 in der Jugend- und 25 in der Alters- und Ehrenabteilung.

Mitglied in der Feuerwehr ist David Ostwald schon seit 1996. „Das war durch einen Kumpel. Er hat mich gefragt, ob ich mitmachen will.“ So kam er damals in die Marwitzer Wache und machte bald darauf die Truppmannausbildung mit. „Das ist der Grundlehrgang, den jeder Feuerwehrmann durchlaufen muss, da bekommt man das komplette Wissen mit.“ Sein erster Einsatz: ein Unfall zwischen Marwitz und Eichstädt. „Damals ging die Sirene und man wusste ja noch nicht, worum es ging. Man musste erst in der Leitstelle anrufen. Da gab es einen Adrenalinausstoß.“ Heute ist das anders, „da wissen wir gleich, ob es sich um einen Unfall handelt oder um einen Brand und ob es Verletzte gibt.“

Die technische Ausstattung der Feuerwehren in Oberkrämer sei sehr gut, sagt David Ostwald. „Da fehlt eigentlich nichts“, ergänzt er. „Klar, eine Wunschliste gibt es immer, aber auf die Gemeinde lassen wir eigentlich nichts kommen.“ Ein Problem sei – wie bei fast allen Feuerwehren in Deutschland – die Suche nach neuen freiwilligen Mitgliedern. Gerade am Tage würde schon mal Personalknappheit in den Wachen in Oberkrämer herrschen. „Wir versuchen das natürlich vor allem über die Jugendfeuerwehr, aber es ist schwierig“, sagt David Ostwald. Entweder verlassen sie ihr Dorf wegen des Studiums oder sie finden in Oberkrämer keine Wohnung und ziehen stattdessen in die Stadt.

Der schwere Unfall kürzlich auf der A2, bei dem zwei Feuerwehrmänner starben, war auch in Oberkrämer Gesprächsstoff, die Feuerwehrfahrzeuge sind immer noch mit Trauerflor unterwegs. „Gerade Lkw auf der Autobahn sind gefährlich. Das sind zwar keine Gaffer, aber die wollen ja zu ihrem Ziel. Sie gehen vom Gas, aber das war’s schon. Bei solchen Einsätzen hat man da auch mal das Auge nach hinten.“ Hin und wieder träfe die Wehr bei Außenstehenden auch auf Unverständnis. „Die Rettungsgasse – manche sind da echt uneinsichtig“, sagt David Ostwald.

Der 37-jährige gelernte Elektroinstallateur fühlt sich wohl in seinem Job. In Oberkrämer ist er darüber hinaus Brandschutzbeauftragter und kümmert sich dort um alle kommunalen Objekte. Bleibt Zeit für Hobbys? David Ostwald überlegt kurz und schüttelt den Kopf. Die Feuerwehr ist sein Hobby.

Von Robert Tiesler

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