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Demos für und gegen Asyl in Oranienburg

Zwei Demos und 250 Polizisten Demos für und gegen Asyl in Oranienburg

250 demonstrierende Asyl-Kritiker, 240 Gegen-Demonstranten, 250 Polizisten: In Oranienburg (Oberhavel) war Mittwochabend einiges los. Die Asylkritiker hatten ähnlich der Pegida-Bewegung, die Montagabend in Dresden rund 15.000 Menschen mobilisierte, zum "Abendspaziergang für eine angemessene Asylpolitik" aufgerufen.

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Rund 200 Demonstranten zeigten den Asylkritikern in Oranienburg einen Vogel.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Eine Dame hatte sich in ein Palästinenser-Tuch geschlungen, andere trugen Fahnen mit Peacezeichen oder Friedenstauben. Etwa 240 Bürger trafen sich Mittwochabend in Oranienburg, um für eine tolerante Stadt zu demonstrieren. Bürger, Mitarbeiter der Verwaltung, Vertreter von Linken, Grünen, SPD und Netzwerken wie dem Bündnis „Oberhavel Nazifrei“ harrten im Nieselregen aus. „Wir müssen Rassisten und Ausländerfeinden heute die rote Karte zeigen“, sagte Harald Petzold, der für die Linke im Bundestag sitzt. Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) mahnte, dass Kreise, Städte und Gemeinden mit der Unterbringung und der sozialen Betreuung von Flüchtlingen weitgehend allein gelassen würden. Er nahm Bund und Land in die Pflicht. Allein in diesem Jahr kamen fast 500 neue Asylbewerber nach Oberhavel. „Daraus erwachsender Unmut ist nur zu verständlich“, sagte Laesicke und blickte auf die andere Straßenseite.

Oranienburg zeigte am Mittwochabend, 17. Dezember 2014, Gesicht: 250 Asylkritiker machten einen "Abendspaziergang für eine angemessene Asylpolitik", 240 Menschen hielten dagegen und zeigten Nazis einen Vogel.

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Auch dort hatten sich Demonstranten versammelt, rund 250 Asylkritiker machten einen so genannten „Abendspaziergang“ in Richtung Schloss. „Lasst die Flüchtlinge hier nicht leben wie Gott in Frankreich, ihre Heimat braucht sie!“, skandierte einer der Redner. Er plädierte für einen begrenzten Aufenthalt derer, die asylbedürftig seien. Die Forderungen der Demonstranten orientieren sich an jenen der Pegida-Bewegung, sie fordern unter anderem Bürgerentscheide wie in der Schweiz und eine „Null-Toleranz-Politik gegenüber straffällig gewordenen Asylbewerbern und Migranten“.

Axel Sandow war zum ersten Mal bei einer solchen Demo. Der 60-Jährige habe früher in einem Asylbewerberheim gearbeitet und kenne die Zustände. „Viele waren jeden Abend besoffen, andere wurden von der Polizei geholt, weil sie geklaut hatten“, so der Oranienburger. „Sozialschmarotzer“ hätten in Deutschland nichts zu suchen, politisch oder religiös Verfolgten sollte aber geholfen werden. Unter den Demonstranten waren auch Rechtsextreme wie Uwe Goßlau. Gegen den Hennigsdorfer Stadtverordneten ermittelt der Staatsschutz,weil er im Internet geschrieben haben soll, Kugeln seien für den Bundespräsidenten zu schade. Zudem soll er Bilder von Nazis wie Adolf Hitler oder Erich Priebke veröffentlicht haben. Axel Sandow störte das nicht, er selbst sei weder rechts noch links. „Ob hier Nazis dabei sind, ist mir egal. Ich will meine Meinung ausdrücken.“

Für die Demo hatte auch die Facebook-Seite „Nein zum Heim in Oranienburg“ geworben. Eine Plattform, auf der seit einem Jahr Stimmung gegen Asylbewerberheime in Oranienburg gemacht wird. Nach Informationen des Innenministeriums seien die Macher der Seite Mitglieder der NPD oder Anhänger aus dem Umfeld der Partei.

Immerhin: Die beiden Demos verliefen friedlich. Dafür sorgten rund 250 Polizisten, wie die Polizei am Abend mitteilte. Sie hatten die Innenstadt abgesichert.

Am Vormittag hatte es in der Aktuellen Stunde im Landtag zur Asylpolitik eine hitzige Debatte gegeben.

Von Marco Paetzel

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