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Den Häftlingen ihre Namen zurückgeben

Ravensbrück Den Häftlingen ihre Namen zurückgeben

Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück hat einen umfangreichen Dokumentenbestand vom Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen erhalten. Darunter befinden sich 20 362 personenbezogene Originaldokumente zu einzelnen Häftlingen, die aus den Verwaltungsakten der Kommandantur des KZ Ravensbrück stammen.

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Mit dem Datenbestand des Suchdienstes schließen sich einige Lücken.

Quelle: Foto: Cindy Lüderitz

Fürstenberg. Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück hat 37 001 digitale Dokumentenkopien zur Geschichte des KZ Ravensbrück aus dem Archiv des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen erhalten. Darunter befinden sich 20 362 personenbezogene Originaldokumente zu einzelnen Häftlingen, die aus den Verwaltungsakten der Kommandantur des KZ Ravensbrück stammen. Dabei handelt es sich um Häftlingspersonalakten, Personalkarten, Fragebögen, Patientenkarten und Krankenblätter aus dem Krankenrevier, Entlassungsscheine sowie Todesbenachrichtigungen.

Größte Dokumentensammlung zur NS-Geschichte

Der Internationale Suchdienst Bad Arolsen (ITS) wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gegründet und diente der Schicksalsklärung von Opfern des NS-Regimes und der Suche nach Familienangehörigen. Er beherbergt eine der größten Dokumentensammlungen zur NS-Geschichte und wurde 2013 von der UNESCO in das Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach dankte dem Suchdienst für die Kooperation und zeigte sich erfreut über den archivalischen Zuwachs: „Vor allem die mehr als 20 000 Dokumente, die Auskunft über das Schicksal einzelner Häftlinge geben, sind ein großer Gewinn nicht nur für die wissenschaftliche Forschung. Mit ihrer Hilfe können wir weiteren der mehr als 150 000 Häftlinge des KZ-Ravensbrück ihren Namen zurückgeben. Auch vielen Angehörigen von Ravensbrück-Häftlingen, die sich an die Gedenkstätte wenden, können wir jetzt endlich Auskunft geben“, sagte Eschebach. Zunächst gelte es jedoch, den Bestand zu erschließen, so dass er mit Hilfe der Datenbanksysteme leicht recherchierbar ist.

Der ITS verwahrt in seinem Archiv circa vier Millionen Dokumente aus verschiedenen Konzentrationslagern. Am besten belegt sind die Lager Buchenwald (über zwei Millionen Dokumente) und Dachau (knapp 660 000 Dokumente), die von der US-Armee im April 1945 befreit wurden.

Die Überlieferung originaler NS-Quellen ist lückenhaft

Im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück waren von 1939 bis 1945 rund 132 000 Frauen, 20 000 Männer und 1 000 weibliche Jugendliche des „Jugendschutzlagers Uckermark“ inhaftiert. Zehntausende wurden von der SS ermordet oder starben an den Haftbedingungen. Da die SS kurz vor der Räumung des Lagers Ende April 1945 die Verwaltungs- und Registraturunterlagen systematisch vernichtet hat, ist die Überlieferung originaler NS-Quellen sehr lückenhaft. Zumindest ein Teil dieser Lücken könne nunmehr geschlossen werden.

Von MAZ-Online

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