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Oberhavel „Den perfekten Schnitt gibt es nicht“
Lokales Oberhavel „Den perfekten Schnitt gibt es nicht“
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00:30 02.03.2018
Baumbeschnitt auf Apfelhof Wähnert Quelle: Stefan Blumberg
Hoppenrade

Leiter, Säge, Schere – diese Utensilien waren gefragt, als die gut und gern 30 Frauen und Männer sich Tipps zum Beschneiden von Apfelbäumen holten. Jürgen Sinnecker und Matthias Bartsch nahmen sich der Gäste genauso an wie Gastgeber Stefan Wähnert. „Es ist viel Theorie dabei“, sagte Stefan Wähnert. Die wurde am Sonnabend an den Mann gebracht. Bei frostigen Temperaturen und Sonnenschein ging es zur praktischen Schulung an die Bäume. Gibt es den entscheidenden Tipp? Stefan Wähnert: „Nein, jeder Baum ist anders. Und die Ansprüche sind ganz unterschiedlich. Jeder ist in seinem Baum der König“, sagt er mit einem Schmunzeln und ergänzt: „Den perfekten Schnitt gibt es nicht.“

Gleichgewicht muss beim Schnitt gehalten werden

Wichtig sei, dass schon früh mit der Kronenerziehung angefangen werde, denn wenn man den richtigen Zeitpunkt verpasst habe, sei es zu spät, dann ließe sich der Fehlwuchs kaum noch korrigieren. Die Winkel der Äste müssten stimmen, die Zahl der Hauptäste. Das Gleichgewicht müsse gehalten werden. „Und wer zuviel schneidet, wird keine Früchte mehr ernten.“ Das sieht auch Jürgen Sinnecker – er ist seit Jahren bei diesem Schnittkurs dabei – so. „Wenn man nur noch ’falsche’ Äste sieht, sollte man aufhören zu schneiden.“ Sinnecker nahm sich einen jungen Apfelbaum vor und demonstrierte, wie er idealerweise geschnitten werden könnte. Aber er tat sich schwer. „Fürchterlich“, kommentierte er den Wuchs des jungen Baumes und „schnippelte“ hier und dort, bis er irgendwann feststellte: „Sieht doch eigentlich ganz gut aus.“

Vom Links- und Rechtsdrall

Ein älterer Herr, der seinen Namen nicht nennen wollte, besitzt zu Hause einen Apfelbaum und fuhr aus dem Berlin-Potsdamer Raum nach Hoppenrade. „Einmal habe ich den Baum schon beschnitten. Da war er noch jünger. Aber irgendwann ist er wieder dran. Deshalb bin ich hier, sozusagen zum Auffrischen meiner Kenntnisse. Frank Golz, ein ehemaliger Löwenberger und inzwischen in Sachsenhausen lebend, kam aus diesem Grund. „Im Herbst habe ich zu Hause Bäume beschnitten. Zu Weihnachten bekam ich einen Gutschein für diesen Kurs in Hoppenrade. Ich kann behaupten, etliche Tipps mitgenommen zu haben.“ Jürgen Sinnecker erzählte den Kursteilnehmern von trockenen Ästen, die durchaus am Baum bleiben können (für den Specht), von einem Links- oder Rechtsdrall der Äste, vom Schnippelrausch, wenn vom Baum nichts mehr übrig bleibt, von Wundbehandlung, die am besten mit Lehm zu machen sei, von Holzknoten im Ast, die weggeschnitten werden dürfen. „Man lernt immer noch dazu“, sagt Walter Reichert aus Berlin-Hermsdorf. Der Senior war schon öfter in Hoppenrade, um an diesem Kurs teilzunehmen. Seit zehn Jahren bietet der Apfelhof Wähnert diesen Schnittkurs an – manch einer erscheint zum ersten Mal, andere kämen, so Stefan Wähnert, immer wieder. Und – um es mit den Worten von Walter Reichert zu sagen – „es gibt viele Entscheidungen, um Bäumen den richtigen Schnitt zu verpassen“.

Tipps zum Schneiden von Apfelbäumen

Damit regelmäßig schöne Äpfel geerntet werden können, sollten die Bäume mindestens einmal pro Jahr geschnitten werden. Ziel sollte es sein, die Krone durchlässig für ausreichend Licht und Luft zu halten, damit die verbleibenden Triebe ungestört wachsen und Früchte ausbilden können.


Dazu sollten neben allen abgestorbenen Teilen auch Zweige und Äste, die stark nach innen wachsen, weggeschnitten werden. Auch die fast senkrecht nach oben wachsenden Wasserschosse sollten verschwinden, da diese keine Früchte tragen, aber den Baum Kraft kosten. Vollständige Äste und Wasserschosse sollten direkt an ihrem Ursprung geschnitten werden. Alle Schnittstellen, die größer als eine Ein-Euro-Münze sind, anschließend mit einem Wundverschlussmittel bestreichen. So wird der Baum vor Infektionen und Pilzbefall geschützt. Als Werkzeuge eignen sich Gartenschere und Astschere, um den Apfelbaum zu schneiden. Achten Sie darauf, dass diese stets scharf sind. So werden die Schnitte glatt und sauber und verheilen schneller.


Der wichtige Jahresschnitt sollte im Februar oder März vorgenommen werden, wenn die Knospen noch nicht ausgetrieben sind.

Von Stefan Blumberg

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