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Oberhavel Depot in Sachsenhausen gegen das Vergessen
Lokales Oberhavel Depot in Sachsenhausen gegen das Vergessen
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21:50 20.10.2015
Stiftungsdirektor Günter Morsch in einem Raum des künftigen neuen Depots. Quelle: ENRICO KUGLER
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Oranienburg

Häftlingskleidung, Sofa und Sessel aus dem SS-Wirtschaftsgebäude, Fotos, Zeichnungen und Dokumente _ die Sammlungen mit den Zeugnissen der verschiedenen Nutzungsperioden des Lagers Sachsenhausen sind die Schatzkammer der Gedenkstätte. „Daher freuen wir uns außerordentlich, dass ihre Pflege und ihr Erhalt mit dem neuen Depot dauerhaft gesichert wird.“ Das erklärte der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Professor Günter Morsch, gestern zum Beginn der Abbrucharbeiten im historischen Gebäude. Der sogenannte Mittelbau II im ehemaligen Industriehof des Konzentrationslagers Sachsenhausen war ein Werkstattgebäude des SS-eigenen Betriebes „Deutsche Ausrüstungswerke“ Hier fertigten Häftlinge alle Gegenstände, die im Lager benötigt wurden. So zum Beispiel Kisten für Munition, aber auch Möbel für die Privathäuser der SS-Leute. Der 80 Meter lange und 15 Meter breite Bau stand seit der Wende leer. Dafür stapeln sich im ehemaligen Kino, das zu DDR-Zeiten in einem Industriehofgebäude geschaffen worden war, mehr als 30 000 Objekte und 430 Regalmeter Archivmaterial.

Dieses Gebäude wird das neue Depot. Quelle: dpa-Zentralbild

Diese sollen ab 2017 unter optimalen Bedingungen aufbewahrt und für die Nachwelt erhalten werden. Morsch erinnerte daran, wie er bei seinem Dienstantritt 1993 wertvolle Archivgegenstände im Keller der ehemaligen Häftlingsküche im Wasser schwimmen sah. Er ließ sie sofort ins Kino bringen. Doch dort reiche der Platz nicht mehr aus. Im neuen Depot sollen nun alle Sammlungen der Gedenkstätte Sachsenhausen _ die materiellen Zeugnisse aus dem Archiv, dazu gehören etwa 30 Nachlässe von ehemaligen Häftlingen, aus der Bibliothek und der Mediathek _ zusammengeführt werden. Dort wird es auch klimatisierte Bereich für besonders sensible Objekte geben.

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In der Gedenkstätte Sachsenhausen wird ein historisches Gebäudes zum modernen Depot für die Sammlungen umgebaut.

Die Gesamtkosten für die Sanierung und Herrichtung des Gebäudes belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro. Die Mittel werden aus dem Haushalt der Stiftung bereitgestellt, der zu gleichen Teilen vom Brandenburgischen Kulturministerium und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird. Und da EU-Fördermittel gestrichen wurden, so Morsch, sei das neue Depot die letzte große Baumaßnahme in der Gedenkstätte Sachsenhausen und gehöre neben dem Umbau des Wasserwerkes in der Gedenkstätte Ravensbrück und der Sanierung der Direktorenvilla in Brandenburg-Görden zu den drei großen Projekten der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Die Sanierung kostet 2,5 Millionen Euro. Quelle: dpa-Zentralbild

Günter Morsch hofft, dass mit dem neuen Depot noch mehr wertvolle Zeugnisse an die Gedenkstätte Sachsenhausen übergeben werden. Er appelliert an die Oranienburger: „Geben Sie uns Dinge, die sie zu Hause aufbewahren.“ Erst kürzlich, freut sich Morsch, sei ein Holzauto abgegeben worden, das im KZ hergestellt worden war.

Von Marion Bergsdorf

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