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Oberhavel Der AfD-Mann und die Reichskriegsflagge
Lokales Oberhavel Der AfD-Mann und die Reichskriegsflagge
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07:40 23.06.2016
AfD-Mann Lutz Liegner hat im Sozialen Netzwerk Facebook das Verwenden der Reichskriegsflagge verharmlost. Quelle: dpa-Zentralbild
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Hennigsdorf

Vor einem Jahr hat die AfD einen Ortsverein in Hennigsdorf gegründet, es war der erste im Landkreis. Lutz Liegner, dem zweiten Vorsitzenden des Ortsvereins, droht nun Ungemach. Einen MAZ-Bericht über den Einsatz von Polizei und Feuerwehr, die am vergangenen Donnerstag eine Reichskriegsflagge vom Balkon eines Hennigsdorfs holen mussten, kommentierte er auf Facebook vielsagend: „Wenn sich so eine rote Laus daran stört und gleich zum Telefon greift, kann ich dies nicht nachvollziehen. Haben eben nichts anderes zu tun. Ist wohl zu nass draußen, um mit Steinen zu werfen.“

Zudem behauptete Liegner, in den etablierten Parteien drängten sich Drogenabhängige oder Pädophile. Letztlich äußerte sich der Hennigsdorfer auch zur Reichskriegsflagge und verharmloste dabei die Sachlage vollends: „Ich finde es auch nicht besonders gut, diese, egal ob mit oder ohne Hakenkreuz, zu benutzen.“ Man könne Nationalstolz auch mit der Staatsflagge der Bundesrepublik Deutschland bekunden.

Andreas Galau, Vorsitzender der AfD Oberhavel, hat die Einträge auf Facebook gesehen und ist empört darüber. Der Kreisverband habe die Äußerungen und Verbindungen mit Unverständnis zur Kenntnis genommen. Stil und Wortwahl seien mit den Grundwerten der AfD nicht zu vereinbaren. „Die AfD lehnt jeglichen Extremismus in Wort und Tat strikt ab!“, so Galau gegenüber der MAZ.

Sowohl der Kreisvorstand als auch der Ortsvorstand werden demnächst in getrennten Sitzungen über den Vorfall beraten. Lutz Liegner, erst ein halbes Jahr Mitglied der Partei, erhalte Gelegenheit, sich nochmals zu den Vorwürfen zu äußern.

Dann wird die AfD mit Liegner auch über sein Facebook-Profil sprechen. Der Hennigsdorfer ist dort mit dem Veltener NPD-Stadtverordneten Robert Wolinski befreundet, auch die „Gefällt-Mir“-Liste strotzte vor rechten Gruppen wie der NPD, „Bautzen bewegt sich“ (Zitat dort: „Nicht jeder Moslem ist Terrorist, aber alle Terroristen sind Moslems“) oder der NPD-nahen Seite „Nein zum Heim in Zehdenick“. Mittlerweile hat Liegner reagiert und besagte Gruppen gelöscht.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Hennigsdorfer negativ auffällt. Ende vergangenen Jahres flog er aus dem Vorstand der Angelfreunde Stahl Hennigsdorf, weil er rechte Beiträge geteilt und etwa den Witz „Was heißt Gute Zeiten, schlechte Zeiten auf Syrisch? Grenze auf, Grenze zu.“ gepostet hatte. Eher lasse er sich die Hand abhacken, als Liegner weiter im Vorstand arbeiten zu lassen, hatte Vereinschef Carsten Gruhn damals erklärt.

Lutz Liegner indes wirft der MAZ in einer Reaktion vor, ihn „in die ausländerfeindliche Kiste“ zu schieben. Dies werde aber nicht gelingen, Liegner sei kein Ausländerfeind oder gar Nazi. „Ich bin aber gegen den rot-grünen Wahnsinn.“

Bei der besagten Reichskriegsflagge handelt es sich laut Polizei wahrscheinlich um eine Version der Jahre 1933 bis 1935 ohne Hakenkreuz. Ob gegen den Halter dennoch ermittelt werde, konnte eine Polizeisprecherin gestern nicht sagen. Es habe auf jeden Fall der Verdacht des Verwendens von Kennzeichen beziehungsweise Symbolen verfassungswidriger Organisationen bestanden.

Von Marco Paetzel

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