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Oberhavel Der Bademeister vom Bernsteinsee
Lokales Oberhavel Der Bademeister vom Bernsteinsee
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09:43 24.09.2016
Marco Scafaro vor dem ehemaligen Rettungsschwimmerturm, der nur noch ein Wahrzeichen ist. Quelle: Gawande
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Velten

Einsam ruht der See. Die Sonnenstrahlen wärmen den Sand am Ufer. Sanft streicht der Wind übers Wasser, die Bäume im Wald wiegen sich im Wind. Es ist idyllisch hier am Veltener Bernsteinsee, auch im Herbst, wenn die Badesaison am See vorüber ist. Wenn nicht mehr an den Wochenenden bis zu 8000 Besucher zum Baden an Veltens Badewanne kommen.

Mitte September wird das Gelände winterfest gemacht.

Gerade ist das Team vom Bernsteinsee, der von der REG, der Regionalentwicklungsgesellschaft Velten seit 2013 bewirtschaftet wird, damit beschäftigt, das Gelände winterfest zu machen, bevor im Mai die nächste Badesaison beginnen kann. Das ganze Team stecke in der Sommersaison viel Herzblut in ihre Aufgaben, damit sich die Badegäste am See wohl fühlen können, ist Carsten Lecke, Geschäftsführer der REG überzeugt. Egal ob beim Einsatz im Kassenbereich, bei der Reinigung des Sanitärbereichs, beim Einsammeln von Müll, beim Rasenmähen oder bei der Pflege des Schilfgürtels und des zum See gehörenden Biotops. Aufgaben, die nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen sind. Die fünf Mitarbeiter scheuen weder Wochenendeinsätze noch Arbeit an Feiertagen. Sie arbeiten eben dann, wenn andere frei haben: Im Sommer.

Der Bademeister ist das Gesicht des Sees.

Das gilt auch für Marco Scafaro, der als Bademeister quasi das Gesicht des Bernsteinsees ist. „Wir haben viele Stammgäste, aber auch die Kinder der Kitas erkennen mich regelmäßig auf der Straße wieder“, verrät der 49-Jährige . Dabei gibt es in Deutschland den Beruf eines Bade- oder Schwimmmeisters eigentlich gar nicht, erklärt der gebürtige Berliner mit italienischen Wurzeln. Lediglich einen Fachangestellten für Bäderbetriebe. Doch Scafaro ist gelernter Werbetechniker und studierter Archäologe, betrieb auf Bali eine Surf-und Tauchschule und arbeitete als Deeskalationstrainer beim US-Militär. Er reiste und lebte viel im Ausland, spricht mehrere Sprachen. So ist er nicht nur Rettungsschwimmer, sondern vor allem im Umgang mit Menschen geübt. Als seine Kinder geboren wurden, beschloss er ruhiger zu werden. Sorgt so seit 2005 in der Sommersaison für die Sicherheit von Badenden.„Die Veltener sind angenehme Badegäste, sogar gefundene Brieftaschen und Schlüssel werden abgegeben“, lobt er. „Es gibt nur sehr wenige, die Stress machen.“ Das sei an seinen vorherigen Arbeitsorten in den Berliner Strandbädern Jungfernheide, Lübars und Tegel anders gewesen.

Der Rettungsschwimmerturm ist das Wahrzeichen des Sees.

Er genießt es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. „Ich muss als Bademeister sichtbar und für die Besucher ansprechbar sein“, erklärt der zweifache Vater. So bleibt der Rettungsschwimmertrum am Bernsteinsee ungenutzt. Man habe sogar vor Jahren überlegt, den Turm abzureißen, erinnert sich der wohnhafte Zerpenschleuser, der seit 2011 am Bernsteinsee tätig ist. Stattdessen nutzt er den Steg oder die Plattform, um die Badenden im Auge zu behalten. „Es ist ein abwechslungsreicher Beruf, mitten in der Natur“, begeistert er sich. Doch trage man auch eine große Verantwortung und habe großen Einfluss auf die Stimmung im Bad.

Die FKK-Badegäste sind morgens die ersten Besucher.

Morgens um sechs beginnt während des Sommers der Arbeitstag von Scafaro am See. „Ich bin jeden Morgen im Wasser.“ Dann kontrolliert er die Sichttiefe und ob Strand und Wasserfläche im bewachten Badebereich am Südufer frei von Kadavern und Müll sind. Und ob niemand nachts auf die blödsinnige Idee gekommen ist, Glasscherben oder ähnliches auf der Badeinsel zu verteilen. Er kontrolliert ob Bojen, Ketten richtig liegen. Währenddessen trudeln die ersten Badegäste ein: Die Nutzer des FKK-Bereiches am Ostufer. Ein Strandabschnitt, der nicht durch Rettungsschwimmer überwacht wird. Ebenso wie auch die Wasserskianlage am Nordufer selbst für die Sicherheit ihrer Besucher zuständig ist.

Kommen dann um neun Uhr die ersten Badegäste an den bewachten Strand, liegt Scafaros Fokus auf dem Wasser. Dann ist das Fernglas sein ständiger Begleiter. „Der Job ist mir ans Herz gewachsen, aber in diesem Jahr waren wegen des schlechteren Wetters nicht ganz so viele Besucher wie 2015 am See“, hat Motorradfan Scafaro beobachtet. Dabei sei der See ein Kleinod, mit guter Wasserqualität, die jeden Monat kontrolliert wird, und bezahlbarem Eintritt. Eine Zeitblase mit DDR-Nostalgie, so Scafaro.

Elefantendame Maya vom Circus Busch am Bernsteinsee Quelle: Marco Scafaro

Der größte Knaller allerdings sei in diesem Sommer der Besuch von Elefantendame Maya vom Circus Busch gewesen, so Zirkusfan Scafaro. „Es war heiß, die REG wollte dem Zirkus helfen und erlaubte dem Tier ein kühlendes Bad.“ Die Wassertemperaturen liegen im bis zu neun Meter tiefen See bei rund 23 Grad. Und so ist der Bademeister glücklich, wenn die Menschen nach einem Strandtag, fröhlich nach Hause gehen: „Die Sonnenuntergänge am See sind unvergleichlich.“ Auch im Herbst.

Von Ulrike Gawande

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