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Der Bahnhof wird jugendlich

Gransee Der Bahnhof wird jugendlich

Seit fünf Jahren gehört das Bahnhofsgebäude der Stadt Gransee – jetzt gibt es handfeste Pläne zur Reaktivierung der Immobilie. Es soll kommunales Jugendfreizeitzentrum werden.

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Das Bahnhofsgebäude soll der zentrale Anlaufpunkt für die Jugendlichen aus Gransee werden.

Quelle: Fotos. Halling, Blumberg (2), privat

Gransee. Das Bahnhofsgebäude von Gransee soll zum kommunalen Jugendfreizeitzentrum um- und ausgebaut werden. Diese Idee wird jetzt intensiv verfolgt. Die Stadtverordneten segneten das Vorhaben im nichtöffentlichen Teil bei einer Gegenstimme bereits ab. Darüber informierten am Mittwoch Amtsdirektor Frank Stege und Bürgermeister Mario Gruschinske.

Fünf Jahre nach dem Erwerb des Gebäudes von der Deutschen Bahn durch die Stadt kommt Bewegung in die Entwicklung der Immobilie. Bisher war die lediglich gesichert, ein WC eingebaut und eine Fahrradunterstellmöglichkeit geschaffen worden. In dieser Zeit wurde eine Arbeitsgruppe Bahnhof gegründet, die sich zur Nutzung den Kopf zerbrach. Vorschläge waren: Fahrradverleih, Gastronomie, Modelleisenbahn. „Aber herausgekommen ist nicht viel“, sagte Frank Stege. Schließlich wurde der Kontakt zu dem Jugendfreizeitzentrum „Old School“ aufgenommen, um Möglichkeiten eines Umzugs vom Meseberger Weg in das Bahnhofsgebäude zu besprechen.

Ein Legozimmer für die Jüngsten

„Unser jetziges Gebäude ist desolat, schon aus dem Grund wäre es uns eine Freude, wenn wir umziehen könnten“, sagte Andrea Tornow. Sie erläuterte sehr detailliert, wie ihr Dreierteam die Räumlichkeiten nutzen und wie eine angemessene Jugendarbeit aussehen könnte. Bewährte Dinge wie Tischtennis, Kicker oder Darts sollten integriert werden. Ein Legozimmer für die Jüngsten (neun bis zwölf Jahre alt), ein ausgeweitetes Tanzangebot (mit großem Spiegel) seien Gedankenspiele. Derzeit befindet sich die Computerecke in einem Raum mit der Tischtennisplatte. Wo derzeit mit der Playstation gespielt wird, befinden sich auch die Dartsscheibe, Poolbillard, eine Chill-Ecke und die Gesellschaftsspiele; direkt nebenan der Tanzbereich und das Aquarium. „Deshalb wünschen wir uns ein separates, kleines Zockerzimmer.“ Groß geschrieben wird bei „Old School“ schon jetzt die kreative Arbeit. Das Angebot sei vielfältig, so Andrea Tornow. Tonwerkstatt, Seidenmalerei, Arbeit mit Papier, Draht ... Allein dafür stünden den Jugendlichen aktuell 40 Quadratmeter zur Verfügung. Zu wenig.

Im Moment gar nicht betreut werden können junge Mütter. „Es wäre ein Träumchen,wenn auch sie zu uns kommen“, sagt Andrea Tornow. Wünsche existieren noch so manch andere: Mehrzweckraum für Vorführungen, eine Werkstatt für handwerkliche Arbeiten, Küche, Büroräume, Eingangsbereich mit Wegweiser, Sprayerwand im Außenbereich und viel Lagerfläche. Jetzt ist das Jugendfreizeitzentrum auf 365 Quadratmetern untergebracht. Im Bahnhofsgebäude stehen 1750 Quadratmeter zur Verfügung – abzüglich des Platzes im Erdgeschoss, der für Gastronomie und andere gewerbliche Anbieter vorgesehen ist. Die Jugendarbeit solle im Obergeschoss und im Dachgeschoss sowie im Keller vonstatten gehen.

„Es ist eine Chance“

„Wir begrüßen diese Idee sehr“, sagt Bürgermeister Mario Gruschinske (SPD). „Es ist eine Chance. Wenn wir sie nutzen, setzen wir neue Maßstäbe in der offenen Jugendarbeit, sind modern ausgestattet und ziehen womöglich noch mehr junge Leute aus der Region nach Gransee.“ In das Gebäude müsse Leben einziehen. Mit den Jugendlichen wäre das der Fall. Die Stadt möchte das Gebäude um- und ausbauen und dafür möglichst viele Fördermittel einwerben. Die Rede ist von 80 Prozent (Stadt-Umland-Wettbewerb, KLS), die Gesamtkosten sind noch nicht bekannt. Im kommenden Jahr solle laut Frank Stege geplant, 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Es wäre die dritte Etappe nach der P&R-Anlage und dem im nächsten Jahr beginnenden barrierefreien Umbau des Tunnels.

Von Stefan Blumberg

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