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Der Berliner Kandidat

Oranienburg Der Berliner Kandidat

Jan Radke aus Pankow will ins Oranienburger Schloss. Er tritt für die AfD an. der 32-Jährige kennt die Stadt vor allem aus Kindertagen. Er ist Ingenieur und arbeitet derzeit in der Fortbildung.

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Jan Radke würde als Bürgermeister nach Oranienburg ziehen.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Die AfD zieht mit Jan Radke in den Bürgermeisterwahlkampf in Oranienburg. Der rund 30 Mitglieder zählende Ortsverband hatte den 32-Jährigen aus Berlin-Pankow auf seiner Mitgliederversammlung Anfang März bestätigt. Er hatte sich dabei gegen Bodo Radtke aus Lehnitz durchgesetzt.

Jan Radke ist Single und hat eine vierjährigen Tochter. Von Beruf Diplomingenieur für Versorgungs- und Umwelttechnologie hat er zwölf Jahre in einem mittelständischen Handwerksbetrieb in Berlin gearbeitet. „Oranienburg kenne ich vor allem aus Kindertagen.“ Er habe viel Zeit auf dem Grundstück der Großeltern in Süd verbracht, wo sein Vater Joachim Radke, stellvertretender Ortsvorsitzender der AfD, heute zu Hause ist. Er selbst plant, auch nach Oranienburg zu ziehen, zuvor stünden aber noch „familiäre Entscheidungen“ im Sinne der Tochter an. „Dann will ich mir hier eine Wohnung suchen.“

Parteipoltisch aktiv sei er bisher nicht gewesen – im September letzten Jahres trat Jan Radke der AfD bei. „Davor habe ich Jahre kritisch die Parteien beobachtet, viele gewählt, in der Hoffnung, es ändert sich was.“ Hauptgrund für seine Entscheidung für die AfD: „Die Zukunft meiner Tochter“. Zudem „konnte ich mich mit dem Grundsatzprogramm der AfD identifizieren, da bin ich eingetreten.“ Er möchte „die Unterstützung von Familien und Kindern hinsichtlich Bildung und finanzieller Unterstützung in den Fokus“ seines parteipolitischen Engagements rücken. Und kritisiert Medienberichte vor allem in Berlin, „die nicht widerspiegeln, wie das Leben ist“. Er sehe zum Beispiel „große Fehler bei der Migrationspolitik vor 30 Jahren, die sich nicht wiederholen dürfen. Vor allem die Bildung für die Kinder hat gelitten.“ Weitere Probleme sieht er in mangelnder Sicherheit in Berlin. „Integration ist keine Einbahnstraße. Man muss schon die Forderung stellen dürfen, dass sich die Menschen auch selbst integrieren.“

Was seiner Meinung nach in Oranienburg anderes laufen sollte, wo er Veränderungsbedarf sieht, will Jan Radke in „Spaziergängen in den Ortsteilen“ erfahren, sein Internetauftritt ist noch in Arbeit, dort soll es ein Umfrage-Portal geben. Ab sofort erreichbar ist er unter jan.radke@afd-oranienburg.de. Ein Büro will er in der Stadt eröffnen – voraussichtlich im Südcenter.

Erste Probleme seien an ihn aber schon herangetragen worden: „Zum Beispiel, dass der Fahrradweg um den Lehnitzsee nur halb fertig ist. Das zu beenden ist sinnvoll.“ Grundsätzlich schief laufe in Oranienburg die Finanzierung der Bombensuche. Er wolle den Druck auf die Regierung erhöhen, „die Gefahrenstellen schnellstens wegräumen, bevor eine Bombe explodiert.“

Zudem wolle er sich dafür einsetzten, dass der Kita-Platz für die Eltern „mindestens ab den 3. Lebensjahr gebührenfrei ist. Das muss gehen, aber auf Bundesebene entschieden werden“. Und er wolle im Stadtbudget Oranienburg Geld freimachen für eine Stadtbuslinie, „man muss auch zu später Stunde irgendwohin fahren können“, findet er.

Wenn auch ohne Erfahrungen im Verwaltungsmanagement, Angst machte ihm das Amt des Bürgermeisters nicht: „Jeder kann sich wählen lassen, und alle kochen mit Wasser. Jeder muss sich Unterstützung und Hilfe holen, man muss da reinwachsen. Alles geht nur im Team und im demokratischen Miteinander“, sieht es der 32-Jährige, der eine „bürgernahe und wertkonservative Alternative zu den Kandidaten der politischen Mitbewerber sein“ will. „Ich trete mit dem Ziel an, frischen Wind und neues Leben in den Politikbetrieb Oranienburgs zu bringen.“

Mit den Meinungen und Auffassung der AfD-Spitzen stimme er „nicht immer überein. Natürlich bin ich an das Grundsatzprogramm gebunden. Ich halte mich aus dem, was Höcke und andere sagen, raus. Grundsätzlich geht es mir darum, was kann ich für Oranienburg tun.“ Rechtsextrem finde er an der AfD nichts: „Die AfD vertritt Positionen, die die CDU vor zehn Jahren vertreten hat.“ Er findet vielmehr „erschreckend, wie schnell man diffamiert ist, wenn man in die AfD eintritt“. Gegenwind will er aushalten, „den hatten die Grünen anfangs auch“.

Die Nachfolge von Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD), der 23 Jahre im Amt ist, wollen bei der Wahl am 24. September sieben Bewerber antreten. Es sind: Kevin Blüthgen (parteilos), Jennifer Collin (SPD), Kerstin Kausche (CDU), Heiner Klemp (Grüne), Alexander Laesicke (parteilos), Jan Radke (AfD) und Enrico Rossius (Linke).

Bis zum 20. Juli ist Zeit, um eine Bewerbung für das Amt einzureichen.Bis zum 28. Juli wird dann geprüft, ob die Bewerbung gültig ist. Einen Tag später verkündet das Amtsblatt die offizielle Bewerberliste.

Von Heike Bergt

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