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Der Bernsteinsee bald ohne Wasser?

Velten Der Bernsteinsee bald ohne Wasser?

Der Kiesabbau an der A10 gegenüber des Bernsteinsees soll demnächst wesentlich erweitert werden. In den Gruben entstehen Grundwasser-Seen, deren Verdunstung auch den Wasserstand des Bernsteinsees sinken lassen könnte. Ob dieser Effekt tatsächlich so eintritt, muss nun ein Gutachter herausfinden.

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Der Kiesabbau auf der anderen Seite der A10 lässt große Seen aus Grundwasser entstehen. Auch der Bernsteinsee selbst ist einst so entstanden.

Velten. Wenn Marcel Siegert an die Zukunft des Bernsteinsees denkt, macht er sich ernsthafte Sorgen. Der Wasserspiegel könnte in den kommenden Jahren dramatisch sinken, so die Befürchtung, die Siegert am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung äußerte. „Wir müssten schon wissen, ob der See in 20 Jahren nur noch eine Pfütze ist, bevor wir jetzt wieder investieren“, so der Pro-Velten-Chef. Der Grund: Die Kies-Abbaufläche Leegebruch SO I, auf der anderen Seite der A10 soll um ein weiteres Abbaufeld, Leegebruch SO II, westlich davon wesentlich erweitert werden. Insgesamt würde so ein gigantisches, 650 Hektar großes Abbaugebiet entstehen. Und mit ihm zwei Kiesseen, von denen jeder mindestens dreimal so groß ist wie der Bernsteinsee selbst. „Wenn man sich vorstellt, dass alle Seen mit Grundwasser gespeist sind und sieht, wie sich die Verdunstungsfläche enorm vergrößert hat, dann ist die Frage nach dem Wasserspiegel sicher nicht unberechtigt“, so Siegert. Pro Velten beantragte deshalb, dass Bürgermeisterin Ines Hübner innerhalb der nächsten zwei Jahre untersuchen lasse, wie sich die Kiesgruben auf den Wasserspiegel des Sees auswirkt. Dieser Antrag wurde mit knapper Mehrheit angenommen.

Es gab aber großen Widerspruch: Im schlimmsten Fall werde der Bernsteinsee durch die Kiesabbau trockengelegt, erklärte Paul Niepalla (SPD). Aber nicht die Stadt, sondern der Kiesabbauer müsse die nötigen Untersuchungen in Auftrag geben. Es sei der Stadt schon mitgeteilt worden, dass es zu keiner zusätzlichen Verdunstung komme, erklärte Bürgermeisterin Ines Hübner. Solle es aber doch zu einer Beeinträchtigung kommen, werde die Stadt alle Wege nutzen, um dagegen vorzugehen. Der Vorhabenträger habe aber auch ein entsprechendes Gutachten – eine hydrologische Untersuchung – vorzulegen. „Der Vorhabenträger wird uns aber erzählen, die Welt ist schön“, zweifelte Siegert die Neutralität eines solchen Gutachtens an. Bauamtsleiter Berthold Zenner erwiderte, die Stadt wolle nicht Geld für eine Untersuchung investieren, die ein anderer zahlen müsse. „Ich empfehle, dass wir als Verwaltung uns einen Hydrologen nehmen, der das fertige Gutachten hinterfragt“, so Zenner. Doch es halft nichts, die Stadt wird einen Gutachter zahlen.

Ebenfalls stimmte die SVV dafür, dass der Bernsteinsee als familienfreundliches Freizeitbad entwickelt werden solle, es soll von Mai bis September geöffnet bleiben. Dabei sollten Umkleide- und Sanitäreinrichtungen bereitgestellt werden. Größere Investitionen wurden laut dem Gutachter Pricewaterhouse Coopers nicht empfohlen, da der See nicht kostendeckend betrieben werden könne. Rund 500 000 Euro solle die Stadt investieren.

Von Marco Paetzel

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