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„Der Biber hat das Briesetal im Griff“

Der Mann mit Hut im Interview „Der Biber hat das Briesetal im Griff“

Gemeinsam mit Birgit Witzel gehört Hardy Wagner seit 18 Jahren zum Stammteam der Waldschule Briesetal. Zusammen mit ehrenamtlichen Helfern und weiteren Kräften bewirtschaften sie das 4400 Quadratmeter große Gelände im zum Birkenwerder gehörigen Ortsteil Briese. Wagners Markenzeichen: ein Hut.

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Hardy Wagner, der Mann mit Hut in der Waldschule.

Quelle: Helge Treichel

Birkenwerder. Gemeinsam mit Birgit Witzel gehört Hardy Wagner seit 18 Jahren zum Stammteam der Waldschule Briesetal. Zusammen mit ehrenamtlichen Helfern bewirtschaften sie das 4400 Quadratmeter große Gelände im zum Birkenwerder gehörigen Ortsteil Briese. Wagners Markenzeichen: ein Hut.

MAZ: Wie lange gibt es die Waldschule jetzt schon?

Hardy Wagner: Im Mai 1998 wurden die ersten Gruppen durchs wundervolle Briesetal geführt. Im Herbst 1998 haben wir die Waldschule feierlich eröffnet. Das A und O sind bei uns nach wie vor Gruppen, die in der Regel am S-Bahnhof in Borgsdorf ankommen. Wir bieten Wandererlebnistage mit Picknick und jahreszeitlich angepassten Spielen. Hinzu kommen geführte Wanderungen durch das Briesetal oder in unserem Naturerlebnisgarten. Im Wald richten wir auch Kindergeburtstagsfeiern mit Schatzsuche aus.

Machen Sie das allein?

Wagner: Nein. unterstützt werden wir von jungen Leuten, die bei uns zur Berufsorientierung ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren. Pro Jahr bieten wir zwei Plätze, wobei wir nur die Einsatzstelle sind. Der Trägerverein, mit dem wir kooperieren, heißt Förderverein Märkischer Wald und ist in Heidesee angesiedelt. Auch für das kommende Schuljahr können sich noch Interessenten bewerben, allerdings ausschließlich aus der Umgebung. Denn eine Unterkunft können wir hier nicht bieten. Darüber hinaus sind bei uns „MAE-Kräfte“ im Einsatz, umgangssprachlich auch Ein-Euro-Jobber genannt. Sie helfen dabei, das Gelände rundum in Ordnung zu halten.

Was ist die Hauptattraktion bei den Briesetal-Touren?

Wagner: Seit Jahren hat der Biber das Briesetal im Griff. Wir zeigen eine Biberburg, angenagte Bäume und Fußspuren. Das alles ist direkt am Knüppeldamm zu sehen. Der Biber selbst ist allerdings extrem scheu und deshalb so gut wie nie zu sehen. Ich persönlich bin bei uns noch nie einem begegnet. In der Natur ist es eben nicht wie im Tierpark. Aus diesem gibt es eine große Anzahl von Tierpräparaten in unserem Kabinett. Fuchs, Hase, Wildschwein, Igel und diverse Vogelarten sind dort zu finden – und natürlich der Biber. Viele zeigen sich erstaunt, wie groß dieser Nager werden kann. Dieses Kabinett ist eines unserer wichtigsten Angebote.

Das Großartige in der Waldschule ist ja, dass Bildung spielerisch vermittelt wird. Was muss dabei erwähnt werden?

Wagner: Was wir jedes Jahr machen und was immer der Höhepunkt ist, sind die Waldjugendspiele. Es hat sich ergeben, dass wir eine ganze Woche lang Schulklassen oder ganze Jahrgänge von Schulen bei uns haben, meistens Viertklässler und meistens in der letzten Woche vor den Sommerferien. Die Kinder absolvieren zwölf Stationen im Wald, einen Parcours mit Quiz, Wertung und Siegerehrung. In der Waldschule gibt’s zum Abschluss eine Bratwurst. Für die zweiten bis sechsten Klassen der Oranienburger Havelschule veranstalten wir alle fünf Jahre eine eigene Waldjugendspielwoche. Das ist ein ganz schöner Organisationsaufwand. Aber auch Lehrer und Kinder schätzen diese Veranstaltung als Höhepunkt ein.

Gibt es noch andere Highlights?

Wagner: Seit einigen Jahren bieten wir in den Sommerferien eine Waldferienwoche an. Bis zu 15 Kinder nehmen eine Woche lang zwischen 8 und 16 Uhr an den Angeboten teil. Weil das Interesse so groß ist, weiten wir dieses Angebot auf die zweite Osterferienwoche aus (29. März bis 1. April). Angesprochen sind vor allem Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren. Wer sein Kind anmelden möchte, wählt die  03303/40 22 62 oder füllt das Formular auf unserer Website aus unter www.waldschule-briesetal.de. Am jeweils ersten Sonntag im April veranstalten wir außerdem unser Frühlingsfest und am 1. Sonntag im September das Herbstfest mit großer Pilzausstellung. Weil das jährlich stattfindet, ist das mittlerweile Routine. Dabei sind auch immer unsere ehrenamtlich tätigen Helfer gefragt, die auch die Öffnungszeiten an den Wochenenden abdecken.

Wie viele ehrenamtliche Helfer gibt es denn?

Wagner: Drei Borgsdorfer sind dabei. So sechs bis sieben Leute sind es insgesamt. Der überwiegende Teil sind ehemalige Lehrer. Das ist sehr schön. Es ist bei unserer Arbeit von Vorteil, wenn jemand mit pädagogischen Kenntnissen zur Verfügung steht. Oder eben waschechte Fachleute wie Förster oder Waldarbeiter, die in ihrer Montur etwas von ihrem Wissen weitergeben können.

Haben Sie noch andere Partner?

Wagner: Seit mehreren Jahren pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit dem Naturpark Barnim. Zwei Naturparkwächter, auch Ranger genannt, sind für unsere Region eingeteilt. Sie organisieren einige Veranstaltungen in der Waldschule – oder die Schule ist Ausgangspunkt oder Ziel von Themenwanderungen. Die Touren befassen sich zum Beispiel mit dem Sternenhimmel oder den Fledermäusen. Das sind Themen, für die vor allem Familien herkommen. Los geht es meist in der Dämmerung. Der Naturpark unterstützt uns zusätzlich bei den Waldjugendspielen.

Diese Veranstaltungen sind bestimmt immer sehr witterungsabhängig, oder?

Wagner: Das ist richtig. Aber seit einigen Wochen sind wir etwas unabhängiger geworden. Wir haben jetzt ein Wetterhäuschen, unsere Hirschhütte. Die ist ein Nikolausgeschenk, das uns der Landesforstbetrieb hingebaut hat. Das war eine schöne Überraschung. Mindestens zwei Gruppen in Schulklassenstärke können sich nun unter dem Schutzdach aufhalten und zum Beispiel basteln. Bisher gab es nur eine Lkw-Plane. Wir hoffen, dass durch diese Investition auch mehr Angebote im Herbst oder Winter genutzt werden, wo viele Leute Bedenken haben, in die Natur zu gehen. Die mit ordentlichen Schuhen und wetterfester Bekleidung natürlich unberechtigt sind. Auch die dunklen Monate bieten sehr viele Reize, die es zu entdecken gilt. Also: Wir sehen uns in der Walschule Briesetal. Ich bin der Mann mit dem Hut.

Ganzjährig geöffnet

Die Waldschule Briesetal befindet sich in 16547 Birkenwerder, Ortsteil Briese, Briese Nummer 13.

Öffnungszeiten: ganzjährig montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr. Sonntags ist zusätzlich zwischen April und Oktober von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Kontakt:
 03303/40 22 62, Fax: 03303/21 36 98 sowie info@waldschule-briesetal.de. Weitere Informationen: www.waldschule-briesetal.de.


Einer der beiden Biber in der Ausstellung der Waldschule

Einer der beiden Biber in der Ausstellung der Waldschule.

Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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