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Der Fuchs ist auf dem Vormarsch

Hennigsdorf Der Fuchs ist auf dem Vormarsch

Immer mehr Füchse streifen durch das Hennigsdorfer Stadtgebiet. Die scheuen Raubtiere kommen aus den Wäldern im Umland in die Stadt. Hier finden sie Nahrung, etwa in Gelben Säcken oder an Futterstellen. Für Hunde kann das zur Gefahr werden, denn die kleinen Raubtiere übertragen Fuchsbandwurm und Krätze.

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Immer mehr Füchse laufen im Hennigsdorfer Stadtgebiet herum. Sie finden hier Nahrung, geschossen werden sie kaum noch.

Quelle: dpa

Hennigsdorf. Wenn Volker Riemann den Blick aus dem Fenster des Rathauses schweifen lässt, sieht er regelmäßig Füchse durch das Grün streifen. „Es werden immer mehr im Stadtgebiet“, sagt der Hennigsdorfer Ordnungsamtschef. Die scheuen Raubtiere kämen aus den Wäldern im Umland ins Stadtgebiet, sie finden Nahrung, etwa in Gelben Säcken, an Futterstellen oder ganz einfach beim Katzenfutter. „Die Füchse merken, dass sie in der Stadt gesünder leben als im Wald.“

Die Tiere würden Menschen nicht angreifen, so Riemann. Auch die Tollwut, die die Füchse einst übertragen konnten, sei seit etwa 20 Jahren ausgerottet. Ein Problem in der zunehmenden Population sieht Riemann allerdings in dem Fuchsbandwurm, den die Tiere übertragen könnten. Auch beim Spazierengehen mit dem Hund bestehe nun die Gefahr, dass herumstreunende Füchse Pfiffi & Co mit der Räude anstecken könnten. „Es ist relativ leicht behandelbar, aber natürlich ein großer Aufwand“, so Riemann.

Seit etwa drei Jahren beobachtet Riemann, dass es im Stadtgebiet – vergleichbar mit dem Problem der zunehmenden Wildschweinrotten – immer mehr der kleinen Raubtiere gibt. Vor zwei Jahren habe die Stadtverwaltung sich vom Landkreis die Ausnahmegenehmigung geholt, die Tiere in Lebendfallen zu fangen. „Die konnten wir aber nicht auf öffentlichen Flächen aufstellen, da mussten Anwohner mit ihren Privatgrundstücken helfen“, so Riemann. Mittlerweile werden die Fallen aber nicht mehr aufgestellt. Denn bevor auch nur ein Fuchs in die Nähe der Falle kommt, sitzen schon zehn Katzen drin, erklärt Volker Riemann. Das Problem: Die Tiere würden kaum noch von Jägern geschossen, um die Population in Grenzen zu halten. Die Jagd werde immer teurer. „Und so ein Fuchs macht nur Arbeit, den muss ich dann auch noch entsorgen“, erklärt Volker Riemann. Eine Lösung für das Problem scheint nicht in Sicht.

Auch die Wildschweinplage beschäftigt ihn weiter. „Wenn man den Jägern glaubt, steht der Höhepunkt erst bevor“, sagt Riemann. Bürger sprachen zuletzt davon, dass sie Rotten von 40 bis 80 Tieren beobachtet hätten. Eine der Ursachen könne sein, dass viele der Anwohner am Waldrand keinen Komposthaufen auf dem Grundstück hätten und ihre Abfälle stattdessen im Wald entsorgen – die Tiere werden so angelockt und gefüttert. Im Juli hatte das Ordnungsamt zur Gefahrenabwehr auf eine Bache schießen lassen, die in einer Rotte von etwa 40 Tieren stand. Eine große Ausnahme. „Eine Schweinerotte an sich ist aber noch keine konkrete Gefahr“, so Riemann. Das Risiko für Jäger sei einfach zu groß. „Das Schwein hat Stellen, da prallt die Kugel ab. Die Querschläger in der Stadt will kein Mensch verantworten“, so Riemann.

In den Wäldern vor den Toren der Stadt hatten ein Dutzend Jäger seit Mai zahlreiche Schweine geschossen. Doch nach dem Sturm konnten die Männer zuletzt die Wälder nicht mehr betreten.

Fuchsbandwurm und Räude werden teuer

Der Fuchsbandwurm wird von den Füchsen mit dem Kot ausgeschieden. Intensives Schnuppern daran kann bei Hunden schon für eine Infektion ausreichen. Symptome werden kaum gezeigt, wenn, dann milde Durchfälle. Eine Ansteckung des Menschen ist möglich.

Die Räude ist eine hoch ansteckende Milbenerkrankung, die vor allem Hunde betrifft. Männliche Milben leben auf der Haut, während die Weibchen Tunnel in die obersten Hautschichten graben und dort ihre Eier ablegen. Auch hier muss der Arzt helfen.

Von Marco Paetzel

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