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Der Garten ist sein Leben

Hohen Neuendorf Der Garten ist sein Leben

Die Hecke schneiden, eine Baumkrone reduzieren – Helmut Gerike hat jetzt im Herbst ständig zu tun. Und ist auch sonst immer dabei, wenn es um Flora und Fauna geht. Der 78-jährige ehrenamtliche Naturschützer aus Hohen Neuendorf wurde nun mit dem Barbara-Zürner-Umweltschutzpreis geehrt.

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Der Hohen Neuendorfer Helmut Gerike mit seiner Pflanzenpracht in dem von ihm gebauten Gewächshaus in seinem Garten.

Quelle: Enrico Kugler

Hohen Neuendorf. Die Hecke schneiden, eine Baumkrone reduzieren – Helmut Gerike hat jetzt im Herbst ständig zu tun. Bei sich zu Hause in Hohen Neuendorf, bei Nachbarn und Bekannten. Denn der Gärtner und Schlosser kann fast alles alleine machen. Und er ist zudem überaus hilfsbereit. Nicht nur in seinem privaten Umfeld, sondern auch für die Allgemeinheit. Denn er ist ein ehrenamtlicher Naturschützer, arbeitet für einen Hennigsdorfer Naturschutzverein, für die Gruppe Arten- und Biotopenschutz beim Naturschutzbund Nabu und für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Der Landkreis Oberhavel hat ihn jetzt mit dem Barbara-Zürner-Umweltschutzpreis geehrt und bezeichnet den 78-Jährigen als „Instanz im ehrenamtlichen Naturschutz Oberhavels“. Denn Helmut Gerike ist immer zur Stelle, wenn es um die Pflege und den Erhalt wertvoller Biotope wie die Teufelsbruchwiesen in Schönwalde, das Kremmener Luch oder das Herthamoor in Hohen Neuendorf geht.

Eine „Instanz im ehrenamtlichen Naturschutz Oberhavels“

Gemeinsam mit Mitgliedern der Bürgerinitiaitve, die die Umgehungsstraße quer durch das Herthamoor verhindert hatten, war er sich einig, dass man sich intensiv um das Herthamoor kümmern müsse, um dieses Biotop zu erhalten. Denn artenreiche Moore fressen Kohlendioxid. Das Herthamoor befindet sich zudem in einer grünen Achse zu Berlin und sorgt für stetig nachströmende Frischluft in die Hauptstadt. Eine vielfältige Flora mit blühenden Pflanzen kann sich jedoch nur auf Magerrasen entwickeln, weshalb Gerike und seine Mitstreiter regelmäßig die Wiese am Herthamoor abmähen müssen. Und um sie vor Überflutung zu schützen, sind die Staueinrichtungen zu befestigen.

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Helmut Gerike ist immer vorn dabei, wenn es um den Schutz und Erhalt von Flora und Fauna geht. Der 78-jährige ehrenamtliche Naturschützer aus Hohen Neuendorf wurde für seine Verdienste nun mit dem Barbara-Zürner-Umweltschutzpreis geehrt. Der Landkreis Oberhavel bezeichnete ihn in seiner Laudatio als „Instanz im ehrenamtlichen Naturschutz Oberhavels“.

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Während Gerike die Arbeiten in den Biotopen erklärt, zeigt er fantastische Fotoaufnahmen von Pflanzen und von der Moorlandschaft. Denn der 78-Jährige ist ein begeisterter Fotograf. Auf einer Aufnahme ist inmitten eines Gestrüpps von rankelnden Blättern nur sein Kopf zu erkennen. Es handelte sich um Japanischen Knöterich. Dieser muss am Herthamoor regelmäßig entfernt werden, denn er verdrängt die einheimischen Pflanzen. Bäume und Weiden, die im Moor wachsen, kappen die Naturschützer am liebsten im Winter, wenn sie über die zugefrorene Oberfläche laufen können. Sollte das nicht möglich sein, hat die Stadt Hohen Neuendorf ihnen einen Ponton zur Verfügung gestellt. Es sei wichtig, dass Moor von Baumwuchs freizuhalten, sonst haben wir bald einen Wald“, erklärt auch Gerikes Frau Renate (72).

Sie hat ebenso wie ihr Mann einen grünen Daumen, was man an der Blütenpracht in ihrem Wintergarten sieht. Die gelernte technische Zeichnerin interessierte sich ebenso wie ihr Mann stets für Pflanzen und stieg bei ihrem Mann in der Gärtnerei ein, als sie nach der Wende arbeitslos wurde. Auch zu den ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen begleitet sie ihren Mann und hilft. Lediglich Bäume zu fällen und wegzuziehen, das sei ihr jetzt zu schwer, erklärt sie. Aber ansonsten ist sie gerne mit dabei: „Man lernt so viel dabei und trifft Leute, die viel Ahnung haben“, erklärt sie. Und ihr Mann ergänzt: „Wir können nicht jammern, dass es immer weniger Insekten gibt, wir müssen den Tieren auch den Lebensraum erhalten. Außerdem macht es Spaß, draußen zu sein. Ich habe nie Langeweile, es gibt immer so viel im Wald zu beobachten.“ Schon die Eltern von Helmut Gerike waren Gärtner. In der Familie wurde stets über Pflanzen geredet. Das hat dem Sohn ein großes Wissen beschert. Auch Helmut Gerike gibt sein Wissen gerne an junge Leute weiter. Sein Motto: „Nur, was man als Kind schätzt, das schützt man als Erwachsener.“ An seinen eigenen Sohn konnte er die Begeisterung für Garten und Natur nicht so recht weitergeben. „Dem haben wir wohl zuviel über Pflanzen erzählt“, meint Renate Gerike lachend. Dafür ist der Enkelsohn gerne im Garten, zeigt dem Opa Pflanzen und weiß schon viele Bezeichnungen. Helmut Gerike freut sich, denn „der Garten ist sein Leben“, sagt seine Frau.

Von Marion Bergsdorf

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