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Oberhavel Der Luftbildauswerter
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18:55 10.06.2015
Krater und Trichter in 3D. Frank Ritter an seinem Arbeitsplatz. Quelle: ENRICO KUGLER
Oranienburg

Die gesprengte Bombe und der Totalschaden am Haus von „Paule“ Dietrich haben dem Lehnitzer Ende 2013 traurige Berühmtheit verschafft. „Ein kleines Loch mit wenig Auswurf wies darauf hin“, zeigt Frank Ritter auf dem Foto vom 20. April 1945. Beim Zerscheller fast daneben, der in der vergangenen Woche die Stadt noch in Atem hielt, ist ein großes Loch mit viel ausgeworfenem Sand zu erkennen. „Doch wenn man sichergehen will, muss man graben.“ Oft sei in Bombenkrater noch andere Munition hineingeworfen und dann einfach zugeschüttet worden, weiß der Diplomingenieur aus langer Erfahrung.

Frank Ritter ist einer von drei Auswertern von Kriegsluftbildern des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) in Brandenburg. Zuständig für Oranienburg und den Norden Brandenburgs. Der gebürtige Hennigsdorfer, der in Bötzow zu Hause ist, kam vor 20 Jahren über eine Stellenausschreibung in der MAZ zu seinem ungewöhnlichen Job. Gesucht wurde beim damaligen Staatlichen Munitionsbergungsdienst ein Vermesser. „Die Luftbildauswertung begann 1992, damals standen erste Bilder aus Berlin zur Verfügung. Inzwischen haben wir Technik in der dritten Generation“ und Frank Ritter ist in den Job nach Ausbildung und vielen Schulungen hineingewachsen.

Die opto-mechanischen Geräte löste Brandenburg im Jahr 2000 als erstes Bundesland mit rein digitalen Anlagen ab. „2010 haben wir dann zum Planarsystem und eigener, angepasster Software gewechselt.“ Das brachte einen Genauigkeitssprung: „Bei uns machen ja drei Meter wirklich was aus. Liegt die Bombe unter dem Haus oder daneben. Wir streben in Oranienburg heute Dezimetergenauigkeit an“, so Ritter. Wegen der Zahl der gefallenen Bomben und der chemischen Langzeitzünder sei Oranienburg von Anfang an ein Sonderfall.

Neben der systematischen Munitionssuche der Stadt muss auch jeder Bauherr einen Antrag stellen. „Dabei gucken wir nicht auf ein Bild und sagen, so ist es. Oranienburg wurde ja mehrfach bombardiert. Wir vergleichen alle für das jeweilige Gebiet verfügbaren Luftbilder und berücksichtigen natürlich auch die Aussagen von Zeitzeugen. Zudem hinterlässt jede Bombenart auch ein anderes Schadensbild.“

Zum Schluss fließt alles in Protokolle ein: Grafiken, Koordinaten, zerstörte Hauser, Gräben, Stellungen, Verdachtspunkte. Diese sind Grundlage für die Entscheidung der Sprengmeister. Dabei sei seine Arbeit mitnichten ein einsamer Job. „Wir suchen nicht nach dem spektakulären Blindgänger oder fordern nicht einfach alles umzustülpen, sondern eine sinnvolle Lösung. Die Kosten müssen im Rahmen bleiben.“ Trichter und Vermutungspunkte würden aber generell kontrolliert. Zum Schluss gibt es die Munitionsfreigabe für die Firmen oder Bauherren.

Die Luftbildauswertung sei aber kein Allheilmittel, „sie sagen nicht alles“. Gemacht als Aufklärungsfotos im Regelfall aus einer Höhe zwischen 6000 und 8000 Metern, großer Brennweite, oft in Schräglage des Flugzeugs, am Abend mit langen Schatten und nicht richtig ausentwickelt, „können sie nur unterstützen. Sie sind ein Zeitfenster, in das wir schauen“. Es bleiben Verzerrungen und andere Unwägbarkeiten. Zum Beispiel sei der Oranienburger Bahnhof erst eine Woche nach der Bombardierung fotografiert worden: „Da war vieles schon zugeschüttet“. Laserscans verfeinern die Bombensuche weiter. Wo heute zum Beispiel dichter Wald Richtung Friedrichsthal steht, sind darunter Dutzende Krater auszumachen. Für Ritter bleibt es dabei: „Wer sicher sein will, muss nachgucken. Wir gehen immer auf Nummer sicher.“

Von Heike Bergt

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