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Oberhavel Der Mann für den Hertha-Sound
Lokales Oberhavel Der Mann für den Hertha-Sound
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00:16 22.08.2017
Sebastian Ott war auch gestern ab elf Uhr schon im Olympiastadion, um seine Technik für den Bundesliga-Auftakt am Sonnabendnachmittag einzustellen. Quelle: FotOs: Privat
Hennigsdorf

Der Adrenalinspiegel klettert, die blau-weißen Schlangen vor dem Berliner Olympiastadion werden länger. Zehntausende Hertha-Fans wollen am Sonnabendnachmittag ihre alte Dame beim Bundesliga-Auftakt gegen den Aufsteiger aus Stuttgart zum Sieg schreien. Sebastian Ott steht nicht zwischen den Fans, er sitzt schon seit 10.30 Uhr im Bauch des Stadions. Direkt über der VIP-Tribüne – zwischen Ordnungsdienst, Feuerwehr und Polizei – hat er seinen Arbeitsraum, vollgestopft mit Mischpulten und Monitoren. Drei Kollegen wuseln hier noch rum, dazu kommen sechs Videotechniker und etliche Kabelträger. Vor und nach dem Spiel, sagt der Hennigsdorfer, gibt es am meisten zu tun. „Wenn die letzten Fans mit ihrer Bratwurst schon aus dem Stadion gehen, regeln wir noch die Pressekonferenz nach dem Spiel.“

Sebastian Ott ist Teil des Teams, das sich um den Sound im Stadion und bei Hertha-TV kümmert, das über rund 200 Monitore im Stadion flimmert. Etwa zehn Stunden dauert ein Heimspiel-Tag. „Wir sind für all das zuständig, was die Zuschauer im Stadion, den VIP-Bereichen und im Atrium hören.“ Von Spielen in der Halbzeit über Interviews mit Sponsoren auf der Laufbahn oder Sonderzug-Durchsagen für Fanblocks während der Partien reicht Otts Tätigkeitsbereich.

Schon vor neun Jahren fing Sebastian Ott an, die Technik im Stadion vor den Spielen mit aufzubauen. Seit 2010 ist er im vierköpfigen Tontechniker-Pool. Bei jedem zweiten bis dritten Heimspiel sitzt der selbstständige Veranstaltungstechniker an den Reglern, engagiert werden er und seine freiberuflichen Kollegen von der Ereignisschmiede GmbH, die im Olympiastadion für Hertha-TV zuständig ist.

Während des Spiels ist Sebastian Ott meist im Standby-Modus. Er muss nur darauf achten, dass der Stadionsprecher zu hören ist. Fingerspitzengefühl braucht es aber, wenn mal wieder ein Tor für die Hertha fällt. Dann ist es die Kunst, den Sprecher so zu regeln, dass er aus den Boxen nicht allzu laut dröhnt. „Wenn die Mannschaft einen frühen Treffer kriegt und das Spiel doch noch dreht, muss man schon aufpassen, weil der Sprecher dann mehr brüllt als redet.“ Im Blick muss der 36-Jährige dabei auch haben, wie die Ränge des Stadions besetzt sind. Schwappt eine Laola-Welle nach der anderen durch die volle Arena, muss er die Regler grundsätzlich höher ziehen als wenn Tribünen leer bleiben. Genauso ist das mit der Torhymne. „Der Stadionsprecher drückt den Knopf, aber ich sorge dafür, dass alle es hören.“

Als Sebastian Ott in der vierten Klasse war, hat er mal eine Saison bei Motor Hennigsdorf – heute ist es der FC 98 – dem Ball nachgejagt. Mehr oder weniger. „Ich bekam eine schlimme Nagelbettentzündung, weil ich immer falsch geschossen habe.“ Pike statt Vollspann. Für den Jungen war klar, dass er es auf dem Rasen nicht weit bringen würde. Dafür hat er es nun ein paar Meter neben dem Rasen geschafft. Ein großer Fußballfan ist Sebastian Ott aber auch jetzt noch nicht. Während des Spiels schaut er nur ab und zu mal auf den Rasen. Auch die meisten anderen Kollegen in der Technik seien keine großen Fußball-Liebhaber. Und die, die es sind, sind wiederum keine Hertha-Fans. „Der Bildmischer ist Bremen-Fan, die Projektleiterin ist Bayern-Fan, wieder andere stehen auf Dortmund“, sagt Sebastian Ott.

Seit drei Jahren fährt er außerdem nach Köpenick in die Alte Försterei, auch für Union Berlin ist er bei Heimspielen im Einsatz. „Das ist eine Nummer kleiner, da übernimmt man mehr Aufgaben.“ Ott betreut aber nicht nur Fußballspiele. Mit seiner Firma „Potibär“ ist er seit 2005 auf Veranstaltungen wie der Demonstration „Wir haben es satt!“ gegen die Grüne Woche auf dem Potsdamer Platz dabei, auch für den Zentralrat der Juden hat er schon zweimal beim Gemeindetag gearbeitet oder Galas im Deutschen Historischen Museum betreut. Ott sorgt auf Wunsch für die komplette Technik, das Personal holt er auch ran – sein Netzwerk ist groß.

In Hennigsdorf ist Ott, der mit seiner Freundin hier ein Häuschen hat, eher selten unterwegs. Für die Musikschule macht er den Ton bei Musicals im Stadtklubhaus, bei „Rock am Hafen“ sitzt sein Azubi an den Reglern. „Mein Bereich ist aber eher Berlin.“ Auch ein bisschen, weil sein Vater Peter Ott als DJ seit Jahrzehnten in der Region unterwegs ist. „Er ist der Mann für die Bühne, ich sitze lieber im Hintergrund am Mischpult.“ Einen Tipp für heute will er aber doch noch abgeben. „Hertha gewinnt 2:1.“ Wie es auch kommt, Sebastian Ott wird’s schon regeln.

Von Marco Paetzel

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