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Oberhavel Der Mann mit dem Sägewerk
Lokales Oberhavel Der Mann mit dem Sägewerk
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00:30 19.03.2018
Hartmut Bähn hat auf seinem Firmengelände in Liebenwalde eine komplette Zimmermanns-Werkstatt. Quelle: Enrico Kugler
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Liebenwalde

Nachdem im letzten Jahr mehrere Stürme in den Wäldern große Verwüstungen anrichteten, ist Hartmut Bähn noch mehr gefragt als sonst schon. Der Liebenwalder hat seit etlichen Jahren ein kleines mobiles Sägewerk. „Damit kommen wir überall gut hin.“

Arbeiten auf Bestellung

In vielen Förstereien, auf Pferde- und Bauernhöfen stapeln sich die Holzstämme. Ein Fall für Hartmut Bähn. „Die Leute bestellen uns und haben gleich eine Liste, was wir zuschneiden sollen“, erzählt der 57-Jährige.

Stämme bis 70 Zentimeter Durchmesser und 6,30 Meter Länge sind überhaupt kein Problem. Quelle: Enrico Kugler

Das gute Stück, mit dem Bähn durch die Lande fährt, ist eine Blockbandsäge der Firma Wood-Mizer. „Naja, es gibt weitaus größere“, sagt der selbstständige Geschäftsmann. Doch seine Liegendsäge hat den Vorteil, dass er überall arbeiten kann, das gute Stück wird an seinen Jeep gehängt und los geht’s. Mit Handarbeit hat die Sache nur wenig zu tun.

Über den Computer kann Bähn die Brettstärke bis auf den Millimeter genau einstellen. Quelle: Enrico Kugler

Mit einem Wendehaken werden die Stämme auf den Ladearm bugsiert und hydraulisch auf den Schneidtisch gehoben. Auf den Millimeter genau kann die Brettstärke eingestellt werden.

Die Vorschubgeschwindigkeit ist abhängig von der Holzsorte. Alles läuft computergesteuert. Ruckzuck sind sechs Bretter aus einem Stamm geschnitten. Bis zu 70 Zentimer dick und 6,30 Meter lang dürfen die Stämme sein.

Am Donnerstag steht die Säge mal für einen Tag auf dem Firmengelände an der Neuholländer Chaussee. Auf dem 1,2 Hektar großen Gelände liegt Holz in vielen Varianten. Dicke Stämme, lange Mieten mit gespaltenen ein Meter Scheiten, Bretter, Kanthölzer, Bohlen und Reihen mit fertiggepackten Boxen voller Kaminholz, exakt 33 Zentimer lang.

Bretter, Bohlen, Kanthölzer – alles wird nach dem Wunsch der Kunden gesägt. Quelle: Enrico Kugler

„Hier lagern alles in allem etwa 500 Raummeter“ Vor den Hallen stehen Hochsitze. „Im letzten Jahr hatten wir 90 Bestellungen.“ Alle vom Landesforstbetrieb in Alt-Ruppin. Aber auch Jäger bestellen sich ihre Hochsitze bei Hartmut Bähn. Wer es besonders gemütlich haben will, bekommt eine Kanzel, ausgelegt mit grünem Filz, und richtigen Fenstern.

Vom Landesforstamt Alt-Ruppin hat der Liebenwalder einen Großauftrag für Hochsitze erhalten. Quelle: Enrico Kugler

Wer einen speziellen Auftrag hat, ein besonderes Brett sucht, Pfosten für einen Weidezaun braucht oder sich eine gewundene Sitzbank bauen will, der ist bei dem Liebenwalder richtig. Bähn hat alles oder fertigt alles. „Manchmal kommt auch jemand, der einen Karnickel- oder einen Hühnerstall bauen will.“ In den Hallen auf dem Gelände stehen große Maschinen: eine Präzisionssäge, Hobelmaschinen, eine Bandsäge. „Naja ich bin eingerichtet wie eine Zimmererwerkstatt.“

Eigentlich kann sich Hartmut Bähn nicht beklagen. Die Auftragslage ist bestens, er kommt gut über die Runden. Nur eines liegt ihm schwer im Magen. „Bei uns wird ständig eingebrochen.“ Schon sieben Mal musste der Geschäftsmann die Polizei holen. Doch geschnappt werden die Einbrecher nicht.

Wachhunde und Kameras sollen Einbrecher abschrecken

Bähn hat sich schon Überwachungskameras und zwei Wachhunde zugelegt. Auch das stört die Diebe nicht. „Jetzt habe ich nachts einen Mann zur Bewachung hier“, sagt Bähn. Solange den Einbrechern nichts passiert oder sie nach sechs Wochen wieder auf freiem Fuß sind, wäre das die einzige Möglichkeit, sein Eigentum zu schützen.

28 Tonnen Spaltkraft hat die Maschine. Das Geschäft mit Kaminholz läuft gut. Quelle: Enrico Kugler

2004 hat Hartmut Bähn seine Firma aufgemacht. „Mit gar nichts“, sagt er. Das Fensterwerk in Liebenwalde, in dem er seit 1980 gearbeitet hatte, war pleite. Mit 43 Jahren fing er noch mal ganz von vorne an und baute sich eine eigene Existenz auf.

Der Holzhandel Bähn

Seit 1980 arbeitete Hartmut Bähn im Fensterwerk Liebenwalde, zehn Jahre davon als Meister.

Als das Vögele Werk 2003 in Insolvenz ging, machte er sich selbstständig und eröffnete 2004 seine Firma für Holzverarbeitung und Holzhandel an der Neuholländer Chaussee.

Hartmut Bähn betreibt ein mobiles Sägewerk.

Zu seinen Kunden zählen Zimmerleute, Förstereien, Landwirte und Privatleute.

Vor zwei Jahren kaufte sein Sohn, Jahn Bähn, das 1,2 Hektar große Gelände von der Agrar Gesellschaft Neuholland. Er ist ebenfalls selbstständig und bietet Lohnarbeit für die Forst- und Landwirtschaft an.

Von Andrea Kathert

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