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Der Rahmen macht’s

Deutsch-niederländische Kunstausstellung Der Rahmen macht’s

Der Countdown läuft: Seit Mittwoch weist ein überdimensionaler Bilderrahmen vor dem Oranienburger Schloss auf die deutsch-niederländische Ausstellung hin, die ab Mitte April die Arbeiten von sieben Künstlern Open Air präsentieren wird. Dann wird der Rahmen selbst zum Kunstwerk.

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Der Ausstellungsmacher Herbert Schirmer (l.) und der niederländische Künstler Egidius Knops (r.)

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Er wird zweifellos die Neugierde der Oranienburger wecken: Der überdimensionale Bilderrahmen, der am Mittwochvormittag bei stürmischem Wind auf der Wiese am Havelufer vis a vis des Schlosses aufgestellt und fest verschweißt worden ist. Zunächst gibt er lediglich dem Ankündigungsplakat den rechten Rahmen, Mitte April wird er dann selbst zum Kunstobjekt. Denn dann findet die Eröffnung der deutsch-niederländische Ausstellung zur 800-Jahr-Feier von Oranienburg statt.

Insgesamt sieben Künstler nehmen daran teil, präsentieren elf Kunstwerke. Für den Brandenburger Part stehen Ushi Frank, Walter Gramming, Micha Brendel und Irene Anton, für die Niederländer Ria den Breejen, Karin van der Molen und natürlich Egidius Knops. In seiner Werkstatt in Potsdam ist der dekoraktive Rahmen – 4,60 mal 2,70 Meter groß – entstanden. Im Innern besteht er aus Stahl und ist mit Holz verkleidet. Wenige Tage vor Ausstellungseröffnung bekommt er einen goldenen Anstrich. Sein Erbauer Egidius Knops ist gebürtige Niederländer, lebte ab 1990 etliche Jahre in Kremmen und zeigte bereits Kunstwerke in der Orangerie. Und er pflegt bis heute regen Kontakt nach Oranienburg. Sein Kunstwerk ist die Symbiose aus Personen und Dingen, die für Oranienburg stehen wie Louise Henriette, ein Orangenbaum, eine stilisierte Bombe und ein Skater, der aus dem Rahmen herausfährt. All das rückt dieser Rahmen in den Fokus, gibt ihm einen Abschluss.

Schon 2014 gab es den Gedanken, eine deutsch-niederländische Kunstausstellung zur 800-Jahr-Feier auf die Beine zu stellen, die sich mit dem Toleranzgedanken befasst, der Öffnung nach außen wie sie Louise Henriette beförderte. Durch den aktuellen Flüchtlingsstrom ist das Thema aktueller denn je. Die Künstler hatten im Vorfeld die Stadt besichtigt, auch die Gedenkstätte. „Vor allem dieser Besuch war nachhaltig, alle haben sich in ihren Arbeiten mit der Geschichte Oranienburgs, der positiven Entwicklung wie den negativen Seiten und ihren ambivalenten Gefühlen auseinandergesetzt und künstlerisch Zwiesprache gehalten“, so der Kunstwissenschaftler und Ausstellungsorganisator Herbert Schirmer. So zeige zum Beispiel eines der Werke von Ushi Frank „wie Perfektion und Barbarei im 20. Jahrhundert ganz nah beisammen lagen.“ Ria den Breejens Arbeit, so vermutet Herbert Schirmer, werde womöglich zum Liebling der Oranienburger avancieren: Ihr vergoldeter holländischer Löwe vollziehe eine Metamorphose zum Fisch aus dem Oranienburger Wappen.

Mit dem Verdrängen von Geschichte und der Notwendigkeit, sich stets damit neu auseinanderzusetzen, hat sich Karin van der Molen in ihrem Kunstwerk „Der Stachel“ befasst. Ihre Arbeit zeigt eine stilisierte Pflanze, die kleine Flugzeuge als Blätter trägt.

Irene Anton beleuchtet in ihrem Kunstwerk „Jenseits von Eden“ die Ideen der Lebensreformer und was davon in Eden geblieben ist. Ein weiteres Kunstobjekt besteht aus sieben Fahnen in Orange, die den Schriftzug Oranienburg in verschiedenen Schriften vom Barock bis zur Moderne tragen.

„Alle Arbeite sind fast fertig“, so Herbert Schirmer. Heute wird über den genauen Eröffnungstermin entschieden: 18. oder 22. April.

Von Heike Bergt

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