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Oberhavel Der Schwund ist nicht aufzuhalten
Lokales Oberhavel Der Schwund ist nicht aufzuhalten
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07:30 17.02.2015
Fürstenbergs Bevölkerung wir immer älter. Quelle: Arne Dedert
Fürstenberg

Die Marke der Einwohner der Stadt und ihrer Ortsteile rutschte unter 6000, auf 5926. „Wer von der neuen Zahl überrascht ist, hat 20Jahre lang geschlafen“, sagt Bürgermeister Robert Philipp. „Die Entwicklung im ländlichen Raum ist so. Es gibt zu wenige Geburten, wir haben viel mehr Sterbefälle. Der Altersdurchschnitt steigt.“

Bei den Wohnungsverwaltungen macht sich der demografische Wandel bemerkbar. „Ältere Leute ziehen zu den Kindern oder ins Heim“, sagt Elke Harnack, Werkleiterin des Kommunalen Wohnungswirtschaftsbetriebes (Kowobe) der Stadt Fürstenberg. Damit würden Wohnungen frei werden. Andererseits sei es ein Thema, attraktive Wohnungen zu schaffen. „Der Bedarf ist da. Ich kann jetzt aber nicht sagen, dass die Leute prinzipiell bereit sind, dafür mehr Geld auszugeben. Jeder Fall ist anders. Aber es ist zu merken, dass ältere Leute in die Innenstadt ziehen möchten.“

Der Kowobe trug zum Beispiel dieser Tatsache mit der Sanierung der Häuser Friedrich-Wilhelm-Straße 5 bis 7 Rechnung. Wie es mit der Nummer 4 weitergeht, wird gerade diskutiert .

Es gebe laut Elke Harnack auch Gebäude, die gar nicht mehr zu halten sind. „Sie werden entweder verkauft oder abgerissen. Damit steuern wir den Wohnungsbestand.“ Trotz der negativen Zahlen hält Elke Harnack Fürstenberg für attraktiv. „Berlin ist nur eine Stunde weg. Und es gibt Leute, die sich hier niederlassen.“

Die Wohnungsgenossenschaft Fürstenberg verwaltet fünf Häuser. Die sind alle am Rand der Stadt. „Wir können nicht damit rechnen, dass ältere Leute dort hinaus ziehen, auch jüngere tun sich schwer“, sagt eine Mitarbeiterin. Dennoch beträgt der Leerstand derweil nur ein Prozent. „Aber er nimmt zu.“ Der Altersdurchschnitt der Bewohner der Genossenschaftshäuser beträgt 70 Jahre. Dennoch gibt es immer wieder mal frohe Kunde: So gebe es auch Zuzüge aus Berlin.

Einwohnerzahl in Fürstenberg 2014

Stadt Fürstenberg mit Ortsteilen gesamt: 5926 (Vorjahr: 6001) – Geburten: 28, Sterbefälle: 87, Zuzüge: 208, Wegzüge: 224

Stadt Fürstenberg gesamt: 3906 (Vorjahr: 3984) – Geburten: 19, Sterbefälle: 64, Zuzüge: 137, Wegzüge: 171

Ortsteil Altthymen ges.: 115 (Vorjahr: 114) – Geburten: 0, Sterbefälle: 3, Zuzüge: 6, Wegzüge: 2

Ortsteil Barsdorf gesamt: 91 (Vorjahr: 94) – Geburten: 0, Sterbefälle: 2, Zuzüge: 0, Wegzüge:1

Ortsteil Blumenow gesamt: 151 (Vorjahr: 152) – Geburten: 1, Sterbefälle: 4, Zuzüge: 10, Wegzüge: 8

Ortsteil Bredereiche gesamt: 610 (Vorjahr: 606) – Geburten: 5, Sterbefälle: 7, Zuzüge: 25, Wegzüge: 19

Ortsteil Himmelpfort gesamt: 481 (Vorjahr: 478) – Geburten: 1, Sterbefälle: 2, Zuzüge: 34, Wegzüge: 30

Ortsteil Steinförde gesamt: 61 (Vorjahr: 68) – Geburten: 0, Sterbefälle: 1, Zuzüge: 1, Wegzüge: 7

Ortsteil Tornow gesamt: 71 (Vorjahr: 76) – Geburten: 1, Sterbefälle: 1, Zuzüge: 1, Wegzüge: 6

Ortsteil Zootzen gesamt: 202 (Vorjahr: 198) – Geburten: 0, Sterbefälle: 3, Zuzüge: 18, Wegzüge: 11

Zum demografischen Prozess müsse man sich breitgefächerte Gedanken machen. „Wir haben der Stadtverordnetenversammlung schon vor Jahren geschildert, wohin die Reise geht“, so der Bürgermeister. In Fürstenberg heißt das in Zahlen: Im Jahre 2030 wird die Einwohnerzahl entsprechend der Prognosen bei zirka 5000 liegen. Was die Wohnungen betrifft, sei der Leerstand recht gering. Für Firmen gehe es darum, wie sie Auszubildende bekommen oder diese als Fachkräfte halten können. In der Beziehung übernimmt die Regionalentwicklungsgesellschaft Nord einen wichtigen Part. Robert Philipp bindet beim Thema demografischer Wandel auch den Haushalt mit ein. „Wo lohnt es sich zu investieren, wo nicht?“

Man müsse sich bei vielen Dingen die Frage stellen, ob es sich heute lohne, Geld in eine Sache zu stecken, die in 20 Jahren gar nicht mehr gefragt sei. Das betreffe natürlich auch das Thema Wohnungen. Aufgrund der Voraussagen von Experten zu den künftigen Entwicklungen der ländlichen Region sagt Philipp: „Wir können den Rückgang sicherlich ein wenig lindern, aufhalten können wir ihn nicht.“

Von Stefan Blumberg

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