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Oberhavel Der Sohn folgt dem Vater
Lokales Oberhavel Der Sohn folgt dem Vater
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18:18 16.10.2017
Zwei glückliche Laesickes am Wahlabend: Hans-Joachim (l.) und Sohn Alexander. Quelle: Andrea Kathert
Oranienburg

Jetzt ist es fast amtlich, Alexander Laesicke wird seinen Vater am 8. Januar 2018 als Bürgermeister „beerben“. Die Stichwahl am Sonntag hatte er mit 55,8 Prozent der Stimmen vor Kerstin Kausche mit 44,2 Prozent für sich entschieden. Am 24. September sah es anders herum aus. Damals hatte Kerstin Kausche das bessere Ergebnis erreicht, in allen Ortsteilen lag sie vor Laesicke, der eher in der Kernstadt gepunktet hatte. Bei der Stichwahl bekam Alexander Laesicke nun die Mehrheit der Stimmen in Sachsenhausen, Schmachtenhagen, Malz und Friedrichsthal. Kerstin Kausche erreichte nur noch in Lehnitz, wo sie zu Hause ist, sowie in Germendorf, Wensickendorf und Zehlendorf das Ergebnis. Auch in allen Stadtgebieten der Kernstadt hatte Alexander Laesicke die Nase vorn. Während der 38-Jährige am Sonntagabend zu Hause im Kreise seiner Familie und Freunde jubelte, herrschte bei der Wahlparty von Kerstin Kausche betrübte Stimmung.

Mit der Wahlbeteiligung dürften beide nicht zufrieden gewesen sein. Sie lag nur bei 41,2 Prozent. Drei Wochen zuvor hatten noch 71,7 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Die geringe Wahlbeteiligung war schon am Vormittag in vielen Wahllokalen sichtbar, wo die Wahlvorstände oft unter sich waren und gähnende Leere herrschte. Bei der ersten Wahl hatten sich oftmals Schlangen gebildet.

Im Wahllokal in der Hildburghausener Straße blieb es den ganzen Nachmittag über sehr ruhig. Quelle: Andrea Kathert

Ihre Wahlniederlage schob Kerstin Kausche hauptsächlich auf den Namen Laesicke, von dem der Junior profitiert hätte. Sie wolle sich nun erst mal erholen, Urlaub machen und überlegen, was sie dann tue, kündigte sie nach der Wahl an. Sie sei zwar pensionierte Beamtin, aber mit 54 Jahre will sie nicht die Hände einfach in den Schoß legen. CDU-Ortsvereinschefin Nicole Walter-Mundt fand den Wahlausgang schade. Die CDU wolle im Stadtparlament nun ihre Aufgaben deutlicher wahrnehmen. „Verloren ist verloren“, meinte CDU-Kreischef Frank Bommert. „Da muss man nicht drüber reden, das Ergebnis ist eindeutig.“ Der Name Laesicke sei Programm gewesen. Er vermutet außerdem, dass die Collin-Wähler in den meisten Fällen nicht zu Kausche umgeschwungen seien.

So stimmten die Oranienburger in den Ortsteilen und Stadtgebieten ab. Quelle: MAZ Graphik

„Ich bin traurig“, sagte Daniel Langhoff, der stellvertretende FDP-Kreischef. Kausche war auch für die FDP ins Rennen gegangen. „Ich weiß definitiv nicht, wie so was passieren konnte“, so Langhoff weiter. Er vermutet ebenso, dass es nicht um Kompetenz, sondern um den Namen gegangen ist.

So stimmten die Oranienburger in der Ortsteilen und Stadtgebieten ab. Quelle: MAZ Graphik

Das sieht Hans-Joachim Laesicke anders. „Alex hat die Wahl ganz alleine gewonnen.“ Er habe sich ganz bewusst zurückgehalten, selbst vor der Stichwahl. Den Wahlerfolg seines Sohnes sieht er unter anderem darin, dass der Slogan „Kein weiter so“ gar nicht die Linie vieler Oranienburger gewesen sei.

Alexander Laesicke hatte selbst an seinen Erfolg geglaubt. „Ich bin immer davon ausgegangen, dass es klappen wird“, sagte er. Sonst hätte er sich diese ganze Mühe nicht gemacht. Einmal politisch in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, war schon immer sein Traum. Laesicke junior setzt genau wie sein Vater auf die Familie, die man bei solch einem Job immer an seiner Seite braucht. Er hat im Wahlkampf erfahren, wie wahr dieser Ansatz ist. „Obwohl meine Frau sich nicht für diese Arbeit begeistern kann, hat sie mich immer in meinem Tun unterstützt“, sagte der 38-Jährige am Wahlabend vor seiner Familie und Freunden. Unter den ersten Gratulanten waren auch SPD-Landtagsabgeordneter Björn Lüttmann und Pfarrer Friedemann Humburg, der in der ersten Runde selbst als Kandidat angetreten war.

Hans-Joachim Laesicke hatte für seinen Sohn schon mal eine Visitenkarte dabei. Außer dem Vornamen kann eigentlich alles so bleiben. Quelle: Andrea Kathert

Hans-Joachim Laesicke hatte an seinen Sohn geglaubt. „Alex ist zielstrebig.“ Wenn der sich was in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe er das durch. „So wie seine Fahrradtour nach Jerusalem, die hat er angetreten, obwohl seine Mutter zu Hause vor Sorge geweint hat.“ Wenn Alex einen Traum habe, „dann soll der in Erfüllung gehen“, sagt Hans-Joachim Laesicke über seinen Sohn. „So wie er seinen Wahlkampf geführt hat, wird er auch in der Verwaltung und in seinem Amt alles schnell drauf haben.“ Laesicke Senior wünscht sich nur, dass alle Stadtverordneten vernünftig zusammenarbeiten. „Dass sie Alex nicht erst mal gegen die Wand laufen lassen und zumachen, sondern sagen: Wir sind gute Demokraten.“ Hans-Joachim Laesicke traut seinem Sohn zu, die Herausforderungen als Stadtoberhaupt zu meistern, auch mit 38 Jahren. „Er ist Diplom-Volkswirt und hat das Herz auf dem rechten Fleck.“

Die historischen Momente und die kleine Ansprache des glücklichen Gewinners sollten festgehalten werden. Quelle: Andrea Kathert

Alexander Laesicke konnte es gestern immer noch nicht richtig glauben, dass er bald Bürgermeister ist. „Aber ich gewöhne mich immer besser an den Gedanken.“ Trotzdem war nach dreimonatiger Elternzeit und Urlaub gestern wieder sein erster Arbeitstag als Prozessmanager bei der DB-Kommunikationstechnik angebrochen. Um 5.40 Uhr klingelte der Wecker. Pünktlich um 7.30 Uhr saß er in seinem Büro in Berlin am Nordbahnhof. Er wäre lieber zu Hause geblieben. „Allerdings hätte ich dann den ganzen Garten saubermachen müssen.“ Die Wahlparty war bis kurz vor Mitternacht gelaufen, begleitet von vielen Raketen mit Papierschlangen. Um ein gutes Stück Arbeit kam Alexander Laesicke gestern nach Feierabend trotzdem nicht drumrum. „Jetzt muss ich die ganzen Wahlplakate wieder abhängen.“ Damit wird er wohl noch ein paar Tage zu tun haben.

Von Andrea Kathert

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