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Oberhavel Der Streit ums Dach geht weiter
Lokales Oberhavel Der Streit ums Dach geht weiter
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10:33 22.02.2018
Das Dach der Schule an den Havelauen, in dem auch die Sonnengrundschule untergebracht ist, muss ausgetauscht werden. Quelle: Foto: Robert Roeske
Hennigsdorf

Die Erklärung, auf die die Ausschussmitglieder gewartet hatten, kam ganz zum Schluss einer hitzigen Diskussion. Eine gute halbe Stunde lang ging es vorher um die umstrittene, rund 530 000 Euro teure Sanierung des maroden Flachdaches der Schule an den Havelauen, die die Stadt Anfang 2016 vom Kreis übernommen hatte. „Wenn jemand ein Haus kauft, guckt er sich doch dieses Objekt vorher genau an. Das hätte man sehen müssen“, schimpfte der sachkundige Einwohner Helmut Rath.

Dann antwortete die zuständige Fachdienstleiterin Angela Minge: Mitarbeiter der Stadtverwaltung hatten schon 2015 mit der Besichtigung der Räume begonnen. Auch bauliche Dinge in der Schule hätten sich die Mitarbeiter angeschaut, samt Bauunterlagen und technischen Anlagen. „Auch das Dach haben wir uns da angeguckt. Aber das komplette Ausmaß, in welchem Zustand das Dach ist, konnten wir nicht nur vom Angucken sehen, sondern erst nach der Eigentumsübergabe“, erklärte Angela Minge am Donnerstagabend im Bauausschuss.

Stadtverordnete wie Lutz-Peter Schönrock (Unabhängige) indes hätten vom teuren Schaden am Dach gerne gewusst, bevor sie Ende 2014 für die Übernahme der Schule vom Landkreis stimmten. Er erinnerte an die Worte des stellvertretenden Bürgermeisters Martin Witt, der damals in einer öffentlichen Sitzung erklärt habe, dass die Stadt eine gut im Bestand befindliche Immobilie übernehme. „Wenn ich jetzt höre, dass wir jetzt eine halbe Million Sanierungskosten haben, die wahrscheinlich nicht das Ende sein werden, dann ist das schon recht verwunderlich“, so Schönrock. Der angesprochene Martin Witt verteidigte sich daraufhin. „Damals wussten wir, dass der Landkreis eigentlich nicht dafür bekannt ist, dass er seine Schulen nicht ordentlich unterhält. Wir sind deshalb davon ausgegangen, dass wir eine gut unterhaltene Schule übernehmen.“ Erst nach der Übernahme am 1. Januar 2016 habe sich die Verwaltung dann mit eigenen Maßnahmen ein Bild davon verschaffen können, wie groß der Schaden am Dach tatsächlich sei. Martin Witt widerspricht damit der Version des Landkreises: „Eine schadhafte Dachkonstruktion war allen Beteiligten zum Zeitpunkt der Objektübergabe bekannt“, erklärte Kreis-Sprecherin Constanze Gatzke auf MAZ-Anfrage.

Aufschlussreich könnte nun das Mängelprotokoll sein, das vor der Übernahme der Schule angefertigt worden war. Ursel Degner (Linke) wollte wissen, inwieweit der Schaden am Dach in dem Papier dokumentiert wurde. „Wir möchten ganz genau wissen, was da drin steht. Wurde dort vom Kreis angezeigt, dass das Dach nicht in Ordnung ist? Es muss ja auch 2015 schon durchgeregnet haben.“ Sei das nicht der Fall, müsse man sich überlegen, ob sich die Stadt mit dem Kreis anlegen und Regressforderungen stellen sollte. „Eine halbe Million müssen wir nicht bezahlen, wenn das Ganze auf Verschulden des Kreises zurückzuführen ist“, so die Linke.

Und dann mischte sich auch der neue Bürgermeister Thomas Günther ein. Es sei ärgerlich, nun nochmal viel Geld für die Dachsanierung in die Hand zu nehmen. „Wir mussten aber damals unter Zeitdruck Kapazitäten im Grundschulbereich schaffen.“ Eine Alternative wäre ein Grundschul-Neubau gewesen, der etwa 14 Millionen Euro gekostet hätte. Zum Vergleich: Die Stadt überwies für das Grundstück samt Schulgebäude rund 5,5 Millionen Euro, dazu bekam der Landkreis noch das Grundstück am Bahndamm im Wert von rund einer Million Euro, auf dem er nun die neue Regenbogenschule bauen lässt.

Diskutiert wurde auch, ob es eine Solaranlage auf dem Dach der Schule an den Havelauen geben könnte. Mehrere Stadtverordnete forderten, dass die Verwaltung im Zuge der Dachsanierung diese Variante prüfen solle. „Wir können im Moment nicht sagen, dass wir zusätzliche Lasten auf das Dach bringen können“, erklärte Angela Minge dazu. Die Verwaltung wolle sich aber gerne nochmal mit dem Thema auseinandersetzen, versprach sie.

Von Marco Paetzel

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