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Oberhavel Der Tatort war meine Rettung
Lokales Oberhavel Der Tatort war meine Rettung
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00:32 15.06.2015
Annekathrin Bürger erzählt aus ihrem Leben. Quelle: Gawande, Ulrike
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Oranienburg

„Entschuldigung, aber ich habe meine Biografie vergessen.“ Mit diesen Worten begrüßte am Donnerstagabend die DDR-Schauspiel-Ikone Annekathrin Bürger die Zuhörer im gut besuchten Saal des Oranienburger Seniorenheimes Bethke. Nein, natürlich meinte sie nicht ihr Leben, sondern nur das Buch, aus dem sie eigentlich vorlesen wollte. Aber schließlich sei in ihrem Alter ja auch Demenz nicht ganz auszuschließen, erklärte sie mit einem Schmunzeln. Das dem nicht so ist, zeigte sie in den folgenden zwei Stunden, in denen sie mit musikalischer Untermalung von leichten Blues-Gitarrenklängen des Komponisten und Gitarristen Knut Becker, die Gäste mit auf eine ganz private Reise an die Ostsee und ihr Leben nahm.

Aufgewachsen mit den Zeichnungen des Vaters und seiner Leidenschaft für Literatur, gehört auch für Annekathrin Bürger bis heute mindestens ein Buch ins Gepäck. „Ich lese jeden Abend vor dem Einschlafen“, verriet sie. Am liebsten Krimis aus dem hohen Norden. Von Stig Larsson oder Arne Dahl, das seien nordisch gute, kritische Autoren. Keine Durchschnittkrimis. Sie lese lieber solche, deren menschlich, psychologischen Hintergründe oder die Landschaftsbeschreibungen fast schon an Lyrik erinnern würden. Ob sie denn auch selber einmal zur Autorin werden würde? Nein, erklärte die Schauspielerin, die wegen ihre Stärke, Schönheit und charismatischen Ausstrahlung gerne auch als Bardot des Ostens bezeichnet wurde. Zwar habe ihr quasi der Tatort, in dem sie in Leipzig Peter Sodanns Freundin spielte, nach der Wende das Leben gerettet, aber das Schreiben überlasse sie gerne anderen. Wie beispielsweise ihrer Schwägerin, Schreiberin der Gedichte aus dem Buch „Geliebte Ostsee“, aus denen sie mit ihrer warmen Stimme in Oranienburg vorlas.

War Annekathrin Bürger zu DDR-Zeiten eine hoch geachtete, vielgebuchte und beim Publikum überaus beliebte Schauspielerin, die allein in über 60 Defa-Produktionen mitgespielt hat, und über vierzig Jahre zum Ensemble der Berliner Volksbühne gehörte, musste sie nach dem Fall der Mauer bei Null anfangen. „Eine ein-Minuten-Rolle in der Serie Praxis Bülowbogen hat man mir angeboten,“ erinnert sie sich mit ein wenig Wehmut in der Stimme an die Zeit, als viele DDR-Schauspieler einen schweren Start im vereinten Deutschland hatten. „Niemand kannte uns, aber irgendwo muss man ja mal anfangen!“ Und so nahm sie die Rolle bei Günther Pfitzmann an. Dann lief es besser, mal spielte sie die Frau von Harald Juhnke oder übernahm Partien in Fernsehserien. Sie war sich nie für eine Rolle zu schade. „Ich möchte arbeiten, denn ich habe einen so schönen Beruf,“ erklärt die mittlerweile 78-Jährige. „Es macht eben Freude, die Menschen zu unterhalten und glücklich zu machen.“

Gerne würde Annekathrin Bürger mit ihrer lebensfrohen Art heute „eine anständige Altersrolle“ spielen. Wie Kollege Didi Hallervorden in seinen beiden letzten Filmen. Sie sei offen für alles, denn man habe vieles sowieso nicht in der Hand. „Ich warte darauf, was auf mich zukommt, das ist mein Lebensprinzip.“ Denn Planung war schon in den Zeiten, als sie noch am Senftenberger Theater oder an anderen Bühnen des Landes engagiert war, schwierig. Mittlerweile legt die Schauspielerin nicht mehr so viel Wert darauf, zu reisen: „Ich war oft beruflich unterwegs von Griechenland, Bulgarien bis Russland oder auf Tournee mit ´Mord an Bord´, dass ich mich heute freue, zuhause auf der Terrasse meinen Blumen beim Blühen zuzusehen.“ Nur zum Sonnetanken geht es im Winter nach Gran Canaria. Außerdem mache es ihr keinen Spaß, alleine zu reisen.

Früher aber liebte sie die ruhigen, entspannenden Urlaube gemeinsam mit ihrem Ehemann Rolf Römer, der im Jahr 2000 nach fast vierzig Ehejahren dramatisch verstarb. Meisten zog es sie damals an die Ostsee, – „das war unser kleines Extra“ – auch wenn die Unterkunft in den 1950ern eher einem Hühnerstall gleich. „Trotzdem war man nach drei Tagen an der See ein neuer Mensch!“

Von Ulrike Gawande

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