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Der Wald ist in Gefahr – Brandstifter unterwegs

Es ist knochentrocken in den Wäldern Oberhavels Der Wald ist in Gefahr – Brandstifter unterwegs

11 000 Hektar Wald gehören zum Revier von Förster Martin Krummel. Es erstreckt sich zwischen Oranienburg und Liebenwalde. Neun Brände gab es in diesem Jahr bereits in seinem „Beritt“. Bei den meisten vermutet die Kripo Brandstiftung. Dabei ist die Waldbrandgefahr auch ohne menschliches Zutun jetzt wieder extrem hoch.

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Die Feuerwehr musste diese Jahr schon einige Brände löschen.

Quelle: Hartmut F. Reck

Oranienburg. Im Wald bei Nassenheide brannte es zweimal am vergangenen Wochenende. Dreimal bereits mussten Feuerwehrleute während der zurückliegenden Tage bereits in den Wald bei Birkenwerder ausrücken. „Angesichts der Umstände gehen wir von Brandstiftung aus“, sagt Frank Michael Hintze, der die Oberförsterei Neuendorf leitet und als Waldbrandbeauftragter des Landkreises Oberhavel fungiert. Dabei ist die Waldbrandgefahr auch ohne menschliches Zutun bereits hoch: Es gilt Gefahrenstufe 4 – die zweithöchste.

Berechnet werde die Waldbrandgefahrenstufe „anhand von meteorologischen Parametern“, erläutert Hintze. In die Formel fließen Niederschlagsmengen, Temperaturen und Luftfeuchtigkeit ein, aber auch die Zündtemperatur der Nadelstreu. Die Basisdaten liefern jeweils zwei Wetterstationen pro Landkreis. Er rechne damit, dass die Warnstufe noch in dieser Woche auf fünf geändert wird. Das bedeutet dann: „sehr hohe Gefahr“.

Bereits ab Stufe 3 wird der Wald von einer Zentrale des Landesforstbetriebes in Eberswalde aus überwacht – mit Hilfe von Kameras auf den Feuerwachtürmen in Kremmen, Zühlslake, Fürstenberg, Vogelsang, Gransee und Sachsenhausen. Seit acht Jahren wird am Bildschirm observiert.

Revierförster Martin Krummel

Revierförster Martin Krummel.

Quelle: Enrico Kugler

Auf rund 80 000 Hektar erstreckt sich in Oberhavel der Wald. Er ist aufgeteilt in neun Reviere. Eines davon liegt in der Verantwortung von Martin Krummel: rund 11 000 Hektar zwischen Oranienburg und Liebenwalde gehören zur Oberförsterei Neuendorf. „Wir haben ein absolutes Wasserdefizit“, so Krummel. Seit Jahren beobachte er die extrem trockenen Phasen zwischen April bis Juni, „eine besonders gefährliche Zeit für den Wald, da noch viel trockenes Laub, Nadeln und kleines Geäst vom Vorjahr auf dem Boden liegt, noch wenig frisches Grün austreiben konnte . „Vor allem junge und mittelalte Kiefernbestände, die sehr dicht stehen, sind extrem gefährdet.“ In einem Mischwald sehe das anders aus, so der Forstoberstinspektor.

Gab es in seinem Revier im vergangenen Jahr insgesamt drei Brände, so sind es 2015 bis Montag bereits neun. „In sechs davon geht die Polizei von Brandstiftung aus und ermittelt. Der Schwerpunkt ist in Malz und Freienhagen“, so Krummel. Dabei standen Flächen zwischen 100 und 25 000 Quadratmetern in Flammen.

Ein generelles Verbot, den Wald zu betreten, gibt es nicht, könne aber angeordnet werden. Jeder sollte sich daran halten, dass im Forst generell nicht geraucht werden darf. Auch die Feuer der Angler in scheinbar sicherer Wassernähe greifen schnell über. „Müll und Scherben mitnehmen, nicht mit dem Auto in den Wald“, bittet Krummel. „Wenn man umsichtig handelt, ist gegen einen Waldspaziergang nichts einzuwenden.“

Jede Kippe ist ein Brandsatz

Der Deutsche Wetterdienst empfiehlt die Waldbrandgefahrenstufen für die Landkreise. Gestern galt die vierte von insgesamt fünf Gefahrenstufen in Oberhavel.

 Unabhängig von den Gefahrenstufen ist das Rauchen und der Umgang mit offenem Feuer sowie das Benutzen von Kraftfahrzeugen im Wald grundsätzlich verboten. Das gilt auch dort, wo keine Schilder explizit darauf hinweisen.

Wandern, Radfahren und ein Picknick sind vorerst weiter zulässig. Bei Extremwetterlagen und in besonders gefährdeten Gebieten kann das Betreten des Waldes allerdings untersagt werden – in Form einer gesonderten Rechtsverordnung.

 Grillen im Wald ist verboten. Vorsicht geboten ist dafür allerdings auch in der Nähe von Forstflächen. Es gilt ein Mindestabstand von 50 Metern – Privatgrundstücke inbegriffen.

Ausnahmen bilden extra genehmigte Grillhütten, bei denen die Feuerstelle mit Steinen abgegrenzt ist.

An alle Erholungssuchende geht der dringende Appell, Verpackungen, Abfälle und vor allem leere Flaschen wieder mitzunehmen und zu Hause zu entsorgen. Auch Gartenabfälle sind im Wald übrigens verboten.

Infos jederzeit unter www.waldbrandgefahrenstufen.brandenburg.de

 

Von Helge Treichel, Heike Bergt

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