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Oberhavel Der erblindete Bach kehrt heim
Lokales Oberhavel Der erblindete Bach kehrt heim
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05:50 20.10.2016
Die von Groß geschaffene Büste „Der erblindete Bach“. Quelle: H. Spiegel
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Oranienburg

Ein verschollenes Kunstwerk kehrt heim nach Oranienburg in die Eden-Genossenschaft. Zu verdanken ist dies einer ehemaligen Edenerin, die seit 50 Jahren in Argentinien lebt. Sie gab den Hinweis, dass die Plastik „Der erblindete Bach“ in Berlin-Hermsdorf zu finden ist. Und zwar bei Familie Rausch. Der Edener Bildhauer Wilhelm Groß hatte die Kunststein-Büste „Der erblindete Bach“ dem Klavierlehrer Rausch seines jüngsten Sohnes als Honorar für zweijährigen Unterricht gegeben. Damit war die Büste aus dem Gesichtskreis der Öffentlichkeit verschwunden, ohne dass jemals ein Foto von dieser Arbeit veröffentlicht worden war. Das Kunstwerk befindet sich noch immer bei Familie Rausch, den Nachfahren des Klavierlehrers. Diese wollen die Plastik am Sonnabend, 22. Oktober, an den Vorstand der Eden-Genossenschaft übergeben für die ständige Eden-Ausstellung. Die Büste kehrt damit nach Hause zurück.

Passend zu diesem Anlass wird Hanna Spiegel, langjährige Bibliothekschefin von Oranienburg, ihr zweites Buch über den Bildhauer und Prediger Wilhelm Groß vorstellen. Dieser Band beschäftigt sich mit seinem Leben und Werk von 1919 bis 1974, kostet 17,90 Euro und ist in Buchhandlungen, im Museumsshop im Schloss, in der Tourist-Information im Haus der Stadtbibliothek und bei der Autorin erhältlich, Telefon 0 33 01/5 40 78. 1919 war der Bildhauer Wilhelm Groß nach Eden gekommen und wirkte dort 55 Jahre lang bis zu seinem Tod 1974. Heute noch sind das als Strohkirche bekannt gewordene Atelierhaus sowie keramische Arbeiten an einigen Edener Gebäuden zu sehen.

Drei Jahre lang hat die Bibliothekswissenschaftlerin Hanna Spiegel das Leben des Künstlers erforscht und legt nun ihr zweites Buch über ihn vor. Zu dessen Vorstellung lädt der Vorstand der Eden-Genossenschaft zu Sonnabend ab 16 Uhr in das Presshaus ein. Viele derzeitige und ehemalige Edener kommen im Buch zu Wort _ zahlreiche Weggefährten wie Udo und Heiko Semper oder der Keramiker Fritz Stachat. Einfühlsam berichtet Spiegel über die Freundschaft des Künstlers zu Martin Niemöller und dessen langjährige Haft im Oranienburger KZ als „persönlicher Gefangener Adolf Hitlers“.

Aufschlussreich ist die Darstellung der Oranienburger Kirchenlandschaft nach 1945 mit der Notkirche in der Orangerie, dem Aufbau der Bethlehemkapelle in Oranienburg-Süd sowie der Plan zum Wiederaufbau der großen Nicolaikirche. 161 Abbildungen illustrieren den Text, zahlreiche stammen von der Autorin selber, viele wurden von Freunden und Bekannten des Bildhauers und der Autorin eingebracht. In der Nicolaikirche Oranienburg, berichtet Hanna Spiegel, sind die Figurengruppe „Christus in Gethsemane mit den schlafenden Jüngern“ oder „Der erstarrte Michael“ , geschaffen von Wilhelm Groß, zu sehen.

Von Marion Bergsdorf

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