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Oberhavel Der große Ansturm blieb aus
Lokales Oberhavel Der große Ansturm blieb aus
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15:50 10.03.2017
Gucken und Kaufen am zwölf Meter langen Stand von Bernd Paupitz, Gemüsehändler in zweiter Generation aus Berlin. Quelle: Helge Treichel
Schildow

Anneliese Pospisch ist auf Draht. Die 92-Jährige ist mit dem Elektrofahrrad aus der Stadtrandsiedlung Berlin-Blankenfelde zum Wochenmarkt nach Schildow gekommen. Sie hat sich mit Salaten aus dem Mittelmeerraum sowie Kartoffeln und Gemüse eingedeckt. „Portionsgerecht für eine Person“, sagt sie. Das Angebot hält sie für gut, auch qualitativ. „Ich bin vom Fach“, sagt die ehemalige Verkäuferin.

Es ist bereits der zweite Markttag auf dem Dorfplatz in Schildow in diesem Jahr. Am 1. März ging es los. Von nun an wollen die zehn bis zwölf Händler jeweils mittwochs von zwölf bis 20 Uhr ihre Waren feilbieten. Angeboten werden unter anderem Obst und Gemüse (Bio und konventionell), Fleisch- und Fischwaren, Käsespezialitäten, ein breites Salami-Sortiment, Pasteten, Wein, Oliven und Öl aus eigner italienischer Produktion, Dörrobst und Knabbereien. Ein kleines Imbissangebot, frisch gepresster Orangensaft und Kaffeespezialitäten laden überdies zum Verweilen ein.

Salami-Mann und Marktbetreiber René Borcherding. Quelle: Helge Treichel

„Auf der Agenda steht jetzt noch ein guter Bäcker“, sagt Salami-Mann und Marktbetreiber René Borcherding. Der solle künftig ebenso noch dazustoßen wie ein „Farbtupfer“, zum Beispiel ein Stand für Lakritze und Lachgummis. Der 52-jährige Berliner selbst ist seit 30 Jahren im Wurstgeschäft. „Ich habe als Kind schon gern Salami gegessen“, begründet er seine Geschäftsidee gibt unumwunden zu: „Ich habe also mein Hobby zum Beruf gemacht.“

Der Schildower Markt sei sein erster, bei dem er als Betreiber auftritt, sagt Borcherding. Darin möchte er seine Erfahrungen als Händler einfließen lassen – und einige Fehler vermeiden. Doppelbesetzungen wie zum Beispiel zwei Wurststände sollen vermieden werden. „Jeder Händler soll ein Alleinstellungsmerkmal haben“, sagt er. Die Resonanz zum Auftakt schätzt er als gut ein, „aber es hätten mehr Kunden kommen müssen“, sagt er. Wegen des durchwachsenen Wetters am ersten Tag hätten sich wohl viele entschieden, zu hause zu bleiben.

Einen eher verhaltenen Start resümiert auch Bernd Paupitz, dessen Vater seit 1960 Obst und Gemüse verkauft und der selbst seit 1978 im Geschäft ist. Nicht weniger als 150 Produkte hat er an seinem Zwölf-Meter-Stand vorrätig. Besonders ausgefallene Kräuter könne er aber auch auf Vorbestellung besorgen, verspricht er. Und da ist er nicht der einzige Händler in Schildow. Der erste Markttag sei für ihn „sehr enttäuschend“ gewesen. Gerade in den Abendstunden bis 20 Uhr sei kaum noch jemand erschienen. „Ich hatte den Eindruck, dass viele Leute gar nicht über den Markt informiert waren.“ Gern würde er seine Öffnungszeiten schon um 10 Uhr beginnen, gerade an heißen Sommertagen.

Asik Senel an ihrem Verkaufsstand für Naschwerk. Quelle: Helge Treichel

„Es lief nicht gut“, sagt auch Asik Senel über ihren ersten Markttag in Schildow. Die 49-jährige Deutsch-Türkin verkauft Süßigkeiten, Nüsse und Dörrobst und hat sich mit ihrem Sohn selbstständig gemacht. Bis Monatsende will sie noch probieren, ob ihr Angebot auch im Brandenburgischen ankommt. „Wenn’s gut läuft, bleibe ich für immer“, sagt sie. und wenn nicht, versucht sie es lieber woanders.

Das gilt auch für die jungen Italiener, die Olivenöl und eingelegte Oliven vom Familienbetrieb Cantalupo & Restaino im Cilento (Kampanien) vertreiben. Ihre Schildower Premiere in Schildow bezeichnen sie als „Katastrophe“.

Direktvermarkter und Bio-Anbieter Gunter Gaßmann. Quelle: Helge Treichel

Direktvermarkter Gunter Gaßmann aus Bad Freienwalde hält sich zurück mit Wertungen. Der Händler für Obst und Gemüse aus Bio-Erzeugung hatte auch schon schlechte Starts auf Märkten, die er heute noch anfährt. Und hervorragende Anfangsumsätze auf Märkten, die es längst nicht mehr gibt.

Der Salami-Mann lässt sich von den ersten Besucherzahlen ebenfalls nicht entmutigen. „Ich bin ein ehrgeiziger Typ“, sagt er trotzig. Und er habe sich Partner geholt, „die nicht gleich aufgeben, sondern mitziehen“. Den Schwerpunkt sieht er jetzt darin, Kunden anzulocken.

Renate Tessmer aus Berlin-Blankenfelde ist zufriedne mit dem Angebot: „Ich bin froh, wenn der Fischmann da ist. Und dann nimmt man noch dieses und jenes mit.“ Quelle: Helge Treichel

Heidi Schlüter aus Schildow ist am vergangenen Mittwoch bereits zum zweiten Mal nach dem Neustart auf dem Schildower Wochenmarkt. Sie freut sich besonders über den Fisch- und den Fleischstand – und deckt sich dort ein. Auch auf dem ersten Markt war die 75-Jährige regelmäßig zum Einkaufen unterwegs. So wie auch Anneliese Pospisch, die 92-Jährige mit dem E-Bike, will sie regelmäßig zum Einkauf vorbeischauen.

Der „Bullicoffe“ lädt zum Verweilen ein. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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