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Oberhavel Der mit der Querflöte tanzt
Lokales Oberhavel Der mit der Querflöte tanzt
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00:16 07.06.2017
Maximilian Wabner spielt in Orchestern Quer- und Piccoloflöten. Hier bei Proben mit dem MDR-Sinfonieorchester. Quelle: SG Fotografie
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Leegebruch

In China, Indien, Israel und in zahlreichen Ländern Europas stand Maximilian Wabner aus Leegebruch schon mit seiner Querflöte auf der Bühne. Er spielte mit der Jungen Philharmonie Brandenburg und verstärkte als Substitut die Staatskapellen von Halle und Weimar und das MDR-Sinfonieorchester. „Es ist das schönste Gefühl, miteinem guten Orchester auf der Bühne zu stehen. Dafür macht man es schließlich“, begeistert sich der 24-jährige Leegebrucher, der gerade seinen Bachelorabschluss an der „Hochschule für Musik Franz Liszt“ in Weimar mit 1,0 bestanden hat.

Zur Musik gekommen ist der junge Musiker über seine Mutter Uta Wabner, die in Leegebruch die Hauskrankenpflege Vanselow betreibt. „Meine Mutter spielte in der Kirche Orgel und begleitete jemanden, der Querflöte spielte. Da wusste ich, das will ich auch machen.“ Doch war der damals knapp Fünfjährige noch zu klein, um direkt mit der Querflöte zu beginnen. „Die Flöte war zu lang und meine Arme zu kurz.“ Also begann er mit Blockflötenunterricht in Oranienburg. Er lernte schnell. „Geübt habe ich aber nie“, gibt er ehrlich zu. Eigentlich sei es ein Wunder, dass er so lange durchgehalten habe, lacht der sympathische Leegebrucher.

Maximilian Wabner als Schüler bei einem Konzert in der 6. Klasse. Quelle: Privat

Dann endlich mit neun Jahren durfte er zur Querflöte wechseln. „Mein Lehrer bemerkte Potenzial und riet zum Wechsel aufs Musikgymnasium nach Berlin.“ Er bestand die Aufnahmeprüfung und so ging es nach der vierten Klasse aufs Musikgymnasium Carl-Philipp-Emanuel Bach. „Der Leistungsdruck war enorm, aber mir hat die Musik immer Spaß gemacht.“ Auch der Fahrweg war lang. Doch Wabner nutzte die Zeit, um Hausaufgaben zu machen. Denn trotzdem ihn seine Eltern stets gefördert haben, ihn auch finanziell unterstützten, durfte die Schule nie fürs Instrument leiden. Mit 18 zog er in eine Berliner WG. „Ich habe das Leben genossen. Es hat mich reifen lassen.“ Leegebruch aber sei Heimat. Hier könne er abschalten. „Ich bin gerne hier, genieße die Ruhe. Es ist Urlaub für den Kopf, denn hier ist man nicht ständig von Musik umgeben.“

Denn Musik zu machen sei harte Arbeit, weiß Wabner nur zu gut. „80 Prozent sind Handwerk und 20 Prozent Kunst.“ Doch man müsse für sein Instrument brennen, es dürfe nicht nur Arbeit sein, so Wabner. „Bei manchen Musikern fehlt die Seele, da klingt die Musik nur einstudiert.“ Er verarbeite beim Spielen Gefühle. Für das leichte Frühlingsgefühl eigne sich Vivaldi, für schwermütige, nachdenkliche Momente Sonaten von Bach, verrät der Musikstudent, der gerade auf der Suche nach einem Masterstudienort ist. „Wien, Luzern, Karlsruhe, Graz oder Frankreich wären toll.“

Maximilian Wabner als erwachsener Musiker. Quelle: Privat

Um dort einen Platz zu bekommen, muss Wabner erneut eine Aufnahmeprüfung bestehen, dem jeweiligen Professor vorspielen. Bis zu fünf Stunden täglich wird nun geübt. Selbst im Urlaub. Neben der Querflöte, auch Piccoloflöte und Klavier. „Am liebsten spiele ich in der Musikhochschule. Man ist dort disziplinierter, weil man merkt, hier wird gearbeitet. Das motiviert.“ Viel Zeit vergehe auch für das Hören von Werken, berichtet Maximilian Wabner. Um sich inspirieren zu lassen und zu hören, wie man es machen kann. Sein großes Vorbild ist Emmanuel Pahud, Soloflötist der Berliner Philharmoniker. „Seine Aufnahmen haben meine Klangvorstellungen geformt. Sein Spiel klingt nicht nach Arbeit, sondern er spielt aus der Seele.“ Viel gelernt hat Wabner auch von seinen Lehrerinnen: Sonja Meinl, Soloflötistin der Berliner Symphoniker, prägte ihn am Musikgymnasium und Wally Hase, Soloflötistin der Camerata Salzburg, förderte ihn im Studium in Weimar. „Sie nimmt sich viel Zeit für Studenten.“ Heute nutzt Wabner jede Gelegenheit öffentlich zu spielen.

Auch die traditionellen Konzerte des HGBV „Klassik in der Kirche“ in Leegebruch gehören dazu. „Das genieße ich, es ist familiär.“ Doch sein Ziel sind die großen Konzertbühnen der Welt. „Ich möchte den magischen Moment erspielen. Die Leute mitreißen. Ich habe keinen Plan B.“

In der Reihe „Überflieger“ will die MAZ Talente aus Oberhavel vorstellen, die in Deutschland oder im Ausland etwas Besonderes machen. Kennen Sie auch jemanden, der beim Film arbeitet? Oder in einer Band spielt? Dann schreiben Sie und gern eine Mail mit den Informationen an die Adresse: Oranienburg@maz-online.de

Von Ulrike Gawande

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