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Der singende Trompeter

Hennigsdorf Der singende Trompeter

Rolf Tillner singt seit 50 Jahren im Kammerchor Leo Wistuba, der 1962 als „Zirkel für klassischen Gesang der LEW“ gegründet wurde. Im Jubiläumsjahr hat der Chor viel vor. Begonnen wird mit einem Frühlingskonzert in Mai, zu dem man neue Mitsänger für ein Projekt willkommen heißt. Ein offener Probentag ist am 18. März in der Alten Feuerwache.

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Fürs Foto stellte sich Tenor Rolf Tillner einmal zwischen die Damen des Soprans. Er singt am liebsten Chorsätze von Johann Sebastian Bach.

Quelle: Foto: Gawande

Hennigsdorf. Der 77-Jährige Rolf Tillner ist der dienstälteste Sänger des Hennigsdorfer Kammerchores Leo Wistuba. Seit nunmehr 50 Jahren verstärkt er die Reihen des Tenors. Ganz nebenbei ist er seit 25 Jahren Leiter des Posaunenchores der landeskirchlichen Gemeinschaft in Hennigsdorf. 50 Nachwuchsbläser bildete der ehemalige Ingenieur, der als Konstrukteur im Stahlwerk gearbeitet hat, in all den Jahren aus. „Eigentlich bin ich ein singender Trompeter“, lacht der fünffache Großvater, der seine Musikbegeisterung an die nachfolgenden Generationen vererbt hat. Und auch seine Frau spielt Posaune.

Doch beinahe wäre Tillner als junger Mann beim mittlerweile aufgelösten Volkschor Hennigsdorf gelandet. Man hatte ihn zu einer Probe eingeladen. „Ach nein, da waren nur alte Männer“, erinnert sich Tillner an die Zeit Mitte der 60er Jahre. Dann habe ihm ein Bekannter, den „Zirkel für klassischen Gesang der LEW“ – der später nach seinem Chorgründer Leo Wistuba benannt wurde – vorgeschlagen. Um dort mitsingen zu dürfen musste der damals 27-Jährige 1966 Chorleiter Leo Wistuba vorsingen. Er trug Mozarts „Komm lieber Mai“ vor. Wistuba war zufrieden. Fortan erhielt Rolf Tillner neben den Ensembleproben auch Einzelgesangsunterricht.

„Wir sangen keine großen Arien, aber ich habe bei Wistuba das Solosingen gelernt“, ist Tillner noch heute froh, den ausgebildeten Konzertsänger als Lehrer gehabt zu haben. Wistuba sei ein umgänglicher, freundlicher Mann, jedoch mit einem Faible für geschwollene Worte gewesen, erinnert sich der Hennigsdorf. „Er war geduldig, wenn einmal etwas nicht gleich klappte, auch wenn es ihm schwerfiel zu akzeptieren, dass Singen nur ein Hobby für mich ist.“ Am liebsten singt der Tillner bis heute Choräle von Bach. Weniger gern Gospels oder Stücke der Romantik. „Die sind mir als Techniker zu gefühlsduselig.“

Wichtig sei aber letztlich, überhaupt Musik zu machen. Aus dem Haus zu kommen und gesellig zu sein, so der gebürtige Danziger, der an der Müritz aufgewachsen ist und erst durch die Arbeit an die Havel kam. „Der Chor ist ein angenehmer Zeitvertreib“, bringt es Tillner auf den Punkt. Er kommt gern jeden Dienstag zu den Proben in die Alte Feuerwache Hennigsdorf. Zum dem Chor, der in diesem Jahr sein 55-jähriges Bestehen feiert.

„Wir werden das Jubiläum aber bescheiden angehen“, erklärt Vereinsvorsitzende Sybille Kutschke-Stange. Dafür steht aber am 21. Mai ein besonderes Konzert auf dem Plan: Das Frühlingskonzert des Chores zusammen mit dem Orchester der Musikschule, bei dem man zwei Stücke zusammen mit neuen Mitsängern vortragen will.

Interessierte sind zu einem öffentlichen Probentag am, Sonnabend 18. März von 9 bis 17 Uhr eingeladen.

Von Ulrike Gawande

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