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Oberhavel Der unsichtbare Rucksack
Lokales Oberhavel Der unsichtbare Rucksack
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00:36 19.10.2015
Frank Steinkopf erklärt Erkennungszeichen. Quelle: Foto: Helge Treichel
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Glienicke

Verlieren Sie manchmal den Faden beim Reden? Haben Sie einen Horror vor Prüfungen, weil Sie plötzlich alles vergessen haben? Brauchen Sie ein bisschen länger als andere oder lässt Ihre Konzentration schnell nach? Hatten Sie als Kind Probleme beim Sprechen, Schreiben oder Rechnen? Und verwechseln sie regelmäßig rechts und links? Dann könnten sie zu den rund 35 bis 40 Prozent aller Menschen gehören, die eigentlich Linkshänder sind – es bis jetzt nur noch nicht bemerkt haben.

Das zumindest ist die Theorie von Frank Steinkopf. Der Pädagoge (Sport, Bio) Legasthenie-Therapeut und Buchautor („Schritt für Schritt mit Links ins Glück“) sensibilisierte in dieser Woche Erzieher, Lehrer und Eltern in einem Seminar in Glienicke für das Thema, das oft links liegen gelassen wird, das aber maßgeblichen Einfluss auf Lebensläufe und das Wohlbefinden beinahe der Hälfte der Menschheit haben könnte. Denn nach seiner Erfahrung halten sich genetische Links- und Rechtshändigkeit die Waage. Mitunter sehr subtile kulturelle Einflüsse polen viele Linkshänder jedoch auf Rechts um. Und diese „umgeschulten Linkshänder“ verbrauchen die drei- bis zehnfache Kraft und Lebensenergie, um die gleichen Leistungen wie Menschen zu vollbringen, die ihre „starke“ Körperhälfte für die ganz alltäglichen Dinge des Lebens nutzen (können). Am deutlichsten werde das beim Schreiben, was insbesondere für Kinder mit „Hochleistungssport“ zu vergleichen sei.

Gespannt verfolgten die Zuhörer in der nahezu voll besetzten Alten Halle die Ausführungen. Ist das vielleicht eine Erklärung für so manche Rechen- oder Lese- und Rechtschreibschwäche? Oder sogar für AD(H)S? Frank Steinkopf beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja. Deshalb sei es für Pädagogen, aber auch für Eltern sehr wichtig, die versteckten Hinweise auf die bevorzugte, starke Hand rechtzeitig zu erkennen. Anhaltspunkte liefern bereits im frühen Kindheitsstadium bestimmte Vorlieben, denn Links- oder Rechtshändigkeit sind angeboren: Hat sich das Baby anfangs über die linke oder die rechte Schulter auf den Bauch gedreht? An welchem Daumen nuckelt es lieber? Ähnliche Marker liefere das Bein (Absprungbein, einbeiniges Hüpfen, Abstoßen beim Rollerfahren), das Auge (durch Kaleidoskop, Schlüsselloch oder Kamerasucher schauen) sowie das Ohr (beim Flüstern, Kopf umdrehen zum Lauschen). Eine angelernte Rechtshändigkeit zurück zu schulen werde mit zunehmendem Alter schwieriger und dauere meist rund zehn Monate. Dabei handele es sich um einen massiven Eingriff ins Gehirn, der ausschließlich unter fachlicher Begleitung und Anleitung erfolgen sollte.

Wenn diese Leistung aber einmal vollbracht ist, empfänden das Betroffene häufig als große Befreiung, weil sie sich nicht mehr so auspowern müssen. Die Belastung vergleicht Frank Steinkopf mit einem großen unsichtbaren Rucksack den umgeschulte Linkshänder mit sich herumtragen. Er habe es sich deshalb zur Lebensaufgabe gemacht, Menschen zur Linkshändigkeit aufzuklären und Linkshändern ihre Vorliebe zu lassen. „Eltern sollten das erkennen, weil Kinder dann gesünder sind und eine höhere Lebensqualität haben“, sagt der Pädagoge und Therapeut. Ein großes Kompliment machte er der Grundschule Glienicke, die sich dieses Themas angenommen habe.

Von Helge Treichel

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