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Oberhavel Des Königs Gold im Keller
Lokales Oberhavel Des Königs Gold im Keller
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00:30 31.03.2018
Die Humpen sind aus einzelnen Münzen zusammengesetzt. Man kann daraus durchaus trinken. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Man kann es sich irgendwie richtig vorstellen: War der „Chef“ im Hause, so holte die Dienerschaft die Schätze aus dem Kellergewölbe des Schlosses. Verteilte die Prunkstücke auf die Gemächer. Und wenn der Kurfürst abreiste, verschwand alles wieder hinter den dicken Mauern in der Silberkammer. Die Oranienburger ist die einzige noch erhaltene Silberkammer in den preußischen Residenzen in Berlin und Brandenburg.

Und nachdem dort zu DDR-Zeiten noch die „Grenzer“ duschten, wurde der Raum 2006 restauriert, mit prachtvollen Teilen aus Berliner Schlössern bestückt und seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgegeben. Zu deren Glanzstücken man vom Schlossmuseum aus hinuntersteigen muss. Und das ist immer wieder ein Erlebnis!

Die meisten Gefäße sind aus Silber und wurden anschließen vergoldet. Rund 500 lagen zu Hochzeiten in diesem Tresorraum! Da steht zum Beispiel die „Augsburger Prunkterrine für Friedrich Wilhelm I.“. Ausgerechnet ein bäuerlicher Gemüseeintopf machte im 17. Jahrhundert eine erstaunliche Karriere und wurde unverzichtbarer Bestandteil des höfischen Tafelzeremoniells in ganz Europa. Die „olla potria“ kam erst in der goldenen, später in Porzellanterrinen auf den Tisch. Ob das Oranienburger Stück mit Suppe gefüllt war, ist fraglich.

Besonders interessant ist auch ein Münzhumpen, ein gewaltiger Humpen, den der Große Kurfürst 1655 anlässlich der Geburt seines Sohnes Karl Emil anfertigen ließ. Auf der Vorderseite zeigt eine Medaille den kleinen Thronfolger zwischen seinen Eltern. Louise Henriette soll ihn dabei auch angesetzt haben für einen Schluck. Diese Humpen waren eine Geldanlage. Die Münzen waren im Innern verbunden, so wurde daraus ein Trinkgefäß.

Zu den Hauptwerken der Silberstücke gehört auch der „Bombenträger“, eine Skulptur, die einen Mann zeigt, der eine große Bombe trägt – diese war auf der Tafel mit Konfekt gefüllt.

Von Heike Bergt

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