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Dicke Luft vor Elefanten-Gastspiel

Hennigsdorf (Oberhavel) Dicke Luft vor Elefanten-Gastspiel

Mit Elefanten, Zebras und Kamelen tritt der Circus Afrika von Donnerstag bis Sonntag in Hennigsdorf auf. Um die Haltung der Elefanten ist vor dem Beginn des Gastspiels ein Streit zwischen der Tierschutzorganisation Peta und dem Zirkusunternehmen entbrannt.

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Auf der Festwiese Havelauen an der Ruppiner Straße in Hennigsdorf wurde neben den Zirkuszelten eine Koppel für die Elefanten eingerichtet.

Quelle: Heiko Hohenhaus

Hennigsdorf. Der Circus Afrika aus Thüringen hat auf der Festwiese an der Ruppiner Straße in Hennigsdorf seine Zelte aufgeschlagen. Doch vor dem am Donnerstag beginnenden Gastspiel des Familienunternehmens aus Thüringen gibt es dicke Luft. „Das machen die in jeder Stadt mit uns“, sagt Zirkusdirektor Hardy Weisheit verärgert über ein Schreiben der Tierschutzorganisation Peta. Darin wird Bürgermeister Andreas Schulz aufgefordert, sich für ein Wildtierverbot in Zirkussen einzusetzen. Die drei Elefanten mit denen der Zirkus reist, seien verhaltensgestört, so Peta. Videos von Gastspielorten würden das „Weben“ der drei Elefantendamen zeigen. Dabei schwingen die Tiere pausenlos mit Kopf und Rüssel hin und her – dies sei eine Folge mangelhafter Haltungsbedingungen und ein Zeichen für seelisches Leiden der Tiere. „Städte sollten diesem Unternehmen und der Tierquälerei im Zirkus die Rote Karte zeigen“, erklärt Peter Höffken, Experte für Wildtiere bei Peta. Elefanten ­würden in Zirkusbetrieben in der Regel jede Nacht an zwei Beinen fixiert.

Das stimme nicht und sei gelogen, sagt Hardy Weisheit. Peta betreibe seit Jahren eine regelrechte Kampagne gegen Zirkusunternehmen. Die Veterinärämter würden in jeder Stadt den Tierbestand des Circus Afrika begutachten und es gebe keine Beanstandungen. An jedem Gastspielort werde eine Koppel eingerichtet und die Tiere erhalten ausreichend Auslauf, so Weisheit, der betont, dass er Wildtierexperte ist. Er legt ein Gutachten der Universität Freiburg zur ordnungsgemäßen Haltung und zum Wohlbefinden der drei Elefantenkühe vor. Weisheit berichtet, dass beispielsweise die betagte asiatische Elefantendame Gandhi schon seit 50 Jahren bei dem Familienunternehmen lebt.

Die Zirkusleute hätten sich sehr auf die Aufführungen in Hennigsdorf gefreut, nachdem das Gastspiel vor vier Jahren mit großer Publikumsresonanz sehr erfolgreich verlaufen sei. Neben der Akrobatik seien die Dickhäuter einer der Publikumsmagneten. Da wäre es doch geradezu dumm, sie schlecht zu behandeln, so Weisheit.

Die Pressestelle der Stadtverwaltung kennt das Thema von anderen Zirkus-Gastspielen in Hennigsdorf. Peta habe sich dann immer wieder gemeldet. Bürgermeister Schulz erklärt am Dienstag: „Vor dem Hintergrund, das Wildtierhaltung kein Aufgabenbereich der Stadtverwaltung ist, sondern in Zuständigkeit und Kompetenz der Veterinärämter liegt, hat sich die Verwaltung mit dieser Thematik noch nicht näher befasst. Kurzfristig sehen wir auch keine rechtliche Grundlage auf diesem Gebiet zu handeln.“ Unter den Stadtverordneten war das Thema Wildtierverbot schon 2014 während des Gastspiels des Zirkus Voyage diskutiert worden – mit geteilten Meinungen. Peta merkt an, dass 80 Städte und Gemeinden bereits ein kommunales Wildtierverbot erlassen haben.

Ronny Wappler, Pressesprecher der Kreisverwaltung Oberhavel, sagt, dass die Anmeldung für das Gastspiel des Circus Afrika vom 18. bis 21. Mai in Hennigsdorf ordnungsgemäß nach dem Tierschutzgesetz erfolgt sei. Der Circus Afrika besitze eine Erlaubnis für die gewerbs­mäßige Zurschaustellung von Tieren aus dem Jahr 2015. Die Haltung der Elefanten sei im Register vermerkt. „Nach Hinweisen des Tierschutzvereines sind in den vergangenen Wochen verschiedene Kontrollen der kompletten Tierhaltung durch die Veterinärbehörden verschiedener Bundesländer durchgeführt worden. Die Begutachtungen vor Ort haben keine Beanstandungen ergeben“, äußert Wappler. Selbstverständlich behalte sich das Veterinäramt des Landkreises Oberhavel die Möglichkeit vor, das Gastspiel in Hennigsdorf in Augenschein zu nehmen.

Von Heiko Hohenhaus

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