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Die Affen können ihren Popo wärmen

Tiere und Frostgrade in Oberhavel Die Affen können ihren Popo wärmen

Weil ihre Käfige Fußbodenheizung haben, können sich die Affen im Tierpark Germendorf bei frostigen Außentemperaturen ihren Popo wärmen, wenn sie sich auf den Boden setzen. Auch draußen haben alle Tiere stets genug zu saufen und freie Wasserflächen auf den beiden Seen im Park.

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Pfleger Merlyn Dabrunz mit einem zutraulichen Kapuziner-Äffchen auf der Schulter.

Quelle: Enrico Kugler

Oberhavel. Mehr Aufwand müssen bei den derzeitigen Minusgraden die Inhaber von Betrieben aufwenden, die Tiere halten. Denn ungeschützte Wasserleitungen drohen einzufrieren. „Früher hatte ich im Winter auch Wasser in Eimern für die Pferde geschleppt. Doch dann investierte ich schnell in eine Heizung“, sagt Lothar Lahn, Betreiber des „Laufstalls Vehlefanz“. Unter den Tränkschalen installierte er Heizspiralen und führte diese weiter an der Wasserleitung entlang bis zu 60 Zentimeter ins Erdreich hinein. Seitdem sprudelt das Trinkwasser für die Pferde mit einer Temperatur von sechs Grad aus dem Boden. Am Sonntag hatte Lahn für zwei Stunden Stromausfall auf der Anlage und damit ein Problem. Doch als die Heizspiralen wieder liefen, konnte er das Wasser schnell auftauen. „Die Stromkosten für die Elektroheizung bringe ich gerne auf, denn Pferde sind sehr empfindlich und müssen immer zu saufen haben. Ansonsten könnten sie eine Kolik bekommen, also mit einer Erkrankung des Verdauungstraktes reagieren“, so Lahn. Er hält eine große Herde von 45 Perden im Offenstallprinzip auf einer Auslauffläche von 20 000 Quadratmetern, ab Frühjahr kommen 17 Hektar Weiden dazu. Weil die Tiere ständigen Zugang zu Heu haben, entstehe kein Futterneid und könnten alle Pferde unterschiedlichen Alters zusammenstehen, erklärt der Betreiber der Anlage. Hier leben Pferde im Alter von anderthalb Jahren bis zu 36 Jahren.

Im Germendorfer Tierpark

Im Germendorfer Tierpark.

Quelle: Enrico Kugler

Einen warmen Popo haben bei strengem Frost die Affen im Tierpark Germendorf. Denn ihre Stallanlagen sind mit Fußbodenheizung ausgestattet, betrieben mit Warmwasser. „Eine Heizung als Wandanlage würde nicht funktionieren. Denn unsere Affen sind pfiffig, die kriegen jede Schraube abgedreht“, sagt Tierpark-Inhaber Horst Eichholz. Dieser erklärt zum Wintereinbruch: „Wir haben keine Probleme mit dem Winter und sind auf Frost eingestellt.“ Denn die Gebäude seien beheizt und die Wasserleitungen frostfrei tief im Erdreich verlegt. Lediglich die Außentränken würden zweimal am Tag mit warmem Wasser versorgt. Dies geschehe manuell, der Futterfahrer verteile das warme Wasser in Eimern auf die Tränken.

Auch für die vielen Schwimmvögel im Tierpark Germendorf steht immer eine offene Wasserfläche auf den Seen zur Verfügung. Eine Pumpe wälzt 200 Kubikmeter Seewasser pro Stunde um und befördert das Wasser von einem See in den anderen. Damit wird der Sauerstoffgehalt des Wassers erhöht, womit gleichzeitig die Fische überleben können. Eichholz freut sich, dass viele Zugvögel wie Schwäne, Gänse und viele weitere Arten im Tierpark überwintern, „denn sie finden ideale Lebensbedingungen vor und können sich den langen Flug in wärmere Gefilde sparen“. Eichholz weiter: „Die Tiere wissen, dass es bei uns immer etwas zu futtern gibt, also bleiben sie hier.“ 25 Angestellte seien jetzt „aktiv draußen tätig“, berichtet Eichholz. Er räumt ein: „Natürlich könnte auch bei uns bei minus 30 Grad was einfrieren, doch das wird wohl nicht eintreten.“

Im Tierheim Tornow, einem Ortsteil von Fürstenberg, sind die Gebäude, wie zum Beispiel das Hundehaus, beheizt. Hunderassen mit dickem Unterfell, die zudem das Leben im Freien gewöhnt sind, haben in den Außenzwingern „kein Problem mit der Kälte“, sagt Mitarbeiterin Dagmar Knauth. Ehemalige Stubenhunde kämen natürlich ins Haus, so Knauth. Die Außenwasserhähne am Hundehaus seien zwar eingepackt, jedoch jetzt bei Frostgraden abgestellt. Wie Knauth berichtet, würden die Wassernäpfe der Tiere im Freien bis zu viermal täglich mit frischem Wasser gefüllt und zuvor das Eis aus den Näpfen entfernt. „Diese manuelle Tätigkeit bleibt natürlich im Winter erhalten“, sagt Knauth, die zugleich stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins des Landkreises Oberhavel ist.

Von Marion Bergsdorf

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