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Oberhavel Die Akustiker
Lokales Oberhavel Die Akustiker
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23:25 09.05.2017
Die Bauherren Marcus Schaper, Diana Elsner und Scarlett Seidel (v. l.). Quelle: Foto: Heike Bergt
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Oranienburg

Seit Ende Februar haben sie sich richtig reingekniet. Und mehr als die Hände dreckig gemacht: beim Putz abklopfen, Türen rausreißen und Fliesen abschlagen. Rund 80 Quadratmeter Raum haben sie „entkernt“. Seit Montag sind nun „richtige Handwerker“ auf der Baustelle, sagt Diana Elsner. Nach den Abrissarbeiten geht es mit dem Aufbau voran. Im Sommer will die Akustikmeisterin aus Berlin zusammen mit ihrer Fachkollegin Scarlett Seidel aus Schwante, ebenso Meisterin dieses Fachs, das Geschäft „Die Akustikerin“ eröffnen. Nicht irgendwo, sondern in der ehemaligen „Blauen Banane“ am Fischerplatz 5.

Die beiden Frauen kennen sich von der Arbeit. Diana Elsner hatte Scarlett Seidel vertreten, als diese in den Mutterschutz ging. In dieser Zeit machte sie ihren Meister. „Doch zwei Meister in einem Geschäft, das ging nicht. Warum machen wir uns nicht selbstständig?“, fragten sie sich. Anfängliche Bedenken waren bald überwunden, zudem entdeckten sie vor rund einem Jahr das knallgelbe Haus am Fischerparkplatz. Ein Gebäude in idealer Lage, mit Parkplätzen vor der Tür. Auch das Umfeld mit dem Optikermeister in der Nachbarschaft sagte ihnen zu. Marcus Schaper, der Lebenspartner von Diana Elsner, erkannte das Potenzial des Gebäudes. Der promovierte Politikwissenschaftler ist zudem Fernsehtechniker. Er wird im Team unter anderem als Sachverständiger in Sachen Lärmschutz Unternehmen beraten und Lärmschutzkonzepte entwickeln. Nicht zuletzt ergänzt das „Zwei-Familien-Bauvorhaben“ Jan Seidel. Der Banker ist der Controller fürs Unternehmen.

Die Räume haben die Bauherren vom Eigentümer gemietet, der im Haus wohnt. Der hatte vor allem Wert auf ein „ruhiges Gewerbe“ gelegt. Lange genug waren die Räume Kneipe und Ziel von Gästen bis weit nach Mitternacht. „Eine ruhiges Unternehmen, das sind wir auf jeden Fall“, sagt Diana Elsner. Das Geschäft wird zwei Hörstudios beherbergen, eines davon ist speziell auf Kinder ausgerichtet. Das zweite sei für Erwachsene und rollstuhlgerecht. Büros und Sanitäranlagen gehören noch zur künftigen Filiale, die die Akustikmeisterinnen betreiben. Eine weitere, kleine befindet sich in Potsdam-Bornstedt in der Erich-Mendelsohn-Allee.

Rund 100 000 Euro investieren die Bauherren ins gemeinsame Geschäft, „das geht nur mit viel Eigenleistung und weil alle Familien mitziehen“. Zudem bekommen sie Unterstützung aus einem europäischen Fördertopf für Innenstadtsanierung. Ab August suchen sie einen Akustiker, der das Dreierteam ergänzt, ebenso einen Azubi oder Umschüler. Dass ihr Mitbewerber in Sachen Hörgeräte in Oranienburg nicht allzuweit entfernt ist, stört sie nicht. Sie bieten neben Hörgeräten, Gehörschutz für laute Arbeitsplätze, für Musiker, Jäger und gegen schnarchende Mitbewohner an, Lärmberatung, professionelle Im-Ohr-Kopfhörersysteme auch für den Hobbybereich. „Bei der Anpassung für Kinder sind wir die Einzigen in der Region“, sagt Scarlett Seidel. Das Haus bekommt übrigens einen dezent sandfarbenen Anstrich.

Von Heike Bergt

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